Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)




Menschen auf dem Sunny-Hill

Menschen auf dem Sunny-Hill
Mein täglicher "walk" über den Berg...hier mit Pax (Maremma) und Maite ein Boxergirl

Frühling, Zeit der Bären

Frühling, Zeit der Bären
Frühling, Zeit der Bären

Frohe Weihnachten.....


An einer Krippenaustelleung die wir hier in Creston im Dezember besuchten,
habe ich diese Krippenfiguren fotografiert.
Es scheint mir ein passendes Bild um mich bei den Besucher und Leser meiner Seite zu bedanken. Mir macht es Spass aus unserem Alltag vom Sunny-Hill zu schreiben und es ist schön, wenn ich ab und zu ein feed back von euch, meinen Lesern bekomme.
Die letzten zwei Wochen war es bei uns auf dem Sunny-Hill kälter als in anderen Jahren davor. Fuer mich habe ich festgestellt, dass ich mich schon ziemlich abgehärtet habe, aber bei mehr als 20 Grad minus, ist es mir einfach zu kalt.....muss auch mit dem Alter zusammen hängen ;-)
Unsere Bernerin Cindy mag den Schnee sehr gern und auch die Kälte macht ihr nicht viel aus.
Nur zwischen den Pfoten bilden sich kleine Eisklumpen die ihr beim Gehen unangenehm sind.
Mit meinen warmen Händen ist das Problem aber schnell behoben. Maite unser Boxer dagegen friert schnell und man darf auf unseren Spaziergängen nicht zu lange stehen bleiben....aber wer will das bei diesen tiefen Temperaturen schon?
Meinen Alpacas macht die Kälte nicht sehr viel aus. Im Gegenteil, die Jungmannschaft rennt und tobt sich im Schnee aus. Jeden Morgen holen sie ihren Frühstücks Mix aus Karotten, Äpfel und Salat bei mir am Zaun ab. Sie sind die beste Reklame dafür wie warm ihre Wolle ist.
Die Katzen schlafen den ganzen Tag in der warmen Stube und nur widerwillig lassen sie sich von mir ab und zu mal für einen Moment rausstellen. Mit ihnen ist es wie mit Kindern, können sie nicht raus und sich austoben, fangen sie an zu streiten. Dann greife ich ein und stelle die Drei kurzer Hand mal vor die Türe bis sie wieder ausgelüftet sind.
In diesem Sinn....uns geht es gut und das hoffe ich auch von euch allen und ich schicke ein
"Fröhliche Weihnachten und ein gutes und gesundes neues Jahr" zu euch wo immer meine
Wünschen euch antreffen mögen.

Hopp in den Stall !!


Unser Scooter hält uns in Atem. jeden Tag ein-bis zweimal büxt er uns aus dem Gehege aus.
Er kommt --- wenn er sich genug umgesehen hat --- zu uns zum Haus und frisst sich am Rasen satt. Alpacas sind sehr "gwunderig" und so nahm Scooter auch unser Wohnzimmer unter die Lupe. Neugierig rieb er seine Nase an der einen Balkontür um danach seinen Kopf durch die offene Türe zu strecken. Wäre Cindy nicht in der Türe erschienen, ich bin mir nicht sicher ob er sich nicht ins Haus getraut hätte.
Scooter reisst nicht aus weil er nicht's zu fressen bekommt....nein....ihm ist einfach langweilig.
Gestern haben wir ihm sein Halfter angezogen und haben ihn an einer langen Leine an einem
Baum vor dem Haus angebunden. Erst frass er gierig das kurze Gras aber dann passte ihm das Angebunden sein nicht mehr und er sprang wie ein Füllen herum. Also wurde er --- eskortiert von Maite und Cindy --- wieder in den Stall zurück gebracht.
Wir können uns nur immer wieder wundern und nach seinen Schlupflöchern suchen, wo er überall durchkommt ist einfach unglaublich. Heute haben wir ihn beobachtet wie er unter dem Zaun durchkroch. Erst ging er in die Knie um dann auf dem Bauch unter dem Zaun durch zu kriechen. Es ist wie ein Spiel....wem geht wohl eher die Geduld aus?

Weder noch......


Als ich heute über den Berg ging blies mir ein kalter Wind ins Gesicht. Am Thermometer zeigte es gar nicht kalt an......vielleicht 4-5 Grad. Mit diesem Wind qber fühlte es sich wie Minimum 5-6 Grad minus an. Der Herbst ist definitiv vorbei. Die Blätter die noch vor ein paar Tagen golden in den Birken und Pappeln hingen, fielen gestern dem Wind zum Opfer. Auf dem Boden bilden sie einen glitschigen Belag. Diese Zeit wo der Herbst sich verabschiedet und der Winter noch nicht richtig angefangen hat, mag ich nicht besonders. Überall ist der Boden matschig --- bei uns ist nicht jede Hauseinfahrt und Hausplatz geteert --- und die Hunde und Katzen hinterlassen in der Küche ihre Spuren wenn sie von draussen rein kommen.

Die Berge rund um uns sind verschneit und zwar fast bis unten. Es kann also nicht mehr lange dauern und es wird am Morgen wenn wir aufstehen eine saubere, weisse Decke über allem liegen. Bei uns auf dem Berg bleibt die Schneedecke auch bis zum Frühling weiss und sauber.

der Winter steht vor der Türe


Die Tage sind immer noch sonnig und mild....so richtig zum Geniessen. Die Nächte aber sind und werden spürbar kälter (7 Grad minus). Die Berge die uns umgeben tragen eine weisse Haube und es wird nur eine Frage von Tagen sein bis die weisse Pracht sich langsam bis zu uns runter schleicht. Mein Rosenstock hatte trotz allem noch ein mal einen Knopf gebildet, der aber mit Sicherheit nicht mehr zum Blühen kommt. Der Frost hat ihn mehr als ein mal gebeutelt.
Die Wasserbecken wo die Hunde ihr Wasser haben sind am Morgen "solid" gefroren.
Bei den Alpacas haben wir seit zwei Wochen einen Tauchsieder (extra für Tiertraenken) so dass die Alpacas immer genug Wasser zum Trinken haben. Wenn die Temperatur unter 15 Grad
minus fällt, ist es sehr mühsam und Zeitaufwendig das Wasser immer Trinkbar zu halten. Für nur zwei Alpacas war es nicht so schlimm, aber jetzt wo ich sechs habe, gibt es für die Tiere eine grosse Wanne mit eben diesem Tauchsieder. Was für eine tolle Erfindung!! Es nimmt mir viel Arbeit ab.

Kanada hat gewählt!

.....aber keiner spricht davon.....ich bin enttäuscht.
Kanada, das größte Land der Welt hat gestern eine neue Regierung (Präsidenten) gewählt und niemand interessiert sich dafür. Heute wurde in der DeutschenWelle berichtet, dass im Aserbaidschan ein neuer Präsident gewählt wurde. Man erwähnte, dass in den Staaten Barack Obama und John McCain in die letzte Fernsehdebatte gehen.....aber von Kanada, kein Wort. Nur weil sich in Kanada die Politiker keine monatelange Schlammschlacht leisten? Weil das wählen keine Show, sondern etwas ist was man einfach macht und man dann wieder zum "normalen" Leben über geht. Mein Eindruck ist, es ist nicht wichtig für Europa, weil viele gar nicht wissen, dass Kanada ein Eigenständiges Land ist und nicht zu den USA gehört.
Vielleicht ist es auch nicht wichtig, weil man auch sonst nicht viel von Kanadas Politik mitbekommt. Kanada ist das Land wo man Urlaub macht.....na ja eigentlich ein schöner Gedanke!

Winterfahrplan



Nicht nur die SBB (Schweizerische Bundesbahn) hat ihren Winterfahrplan.
Seit ich in Kanada lebe, habe ich auch einen solchen. Stehe ich im Sommer wenn die Tage lang sind so zwischen 5.00 und 5.30 auf, wird es gegen den Winter immer später.
Als ich in der Schweiz lebte, stand ich --- ausser Sonntags --- jeden Morgen um 6.20 auf. Es fiel mir schwer.....im Sommer wie im Winter. Ich hasste den Wecker aus tiefsten Herzen. Ich entschuldigte mich, dass ich eben kein Morgenmensch sei. Heute weiss ich es besser!
Wie oft stehe ich hier wenn die Sonne mich weckt noch vor 5 Uhr auf. Es fällt mir überhaupt nicht schwer und ich bin kein Morgenmuffel....nicht mal so früh am Morgen. Werden die Nächte wieder länger und es bleibt lange Dunkel, dann schlafe ich schon mal bis 7.30 oder sogar bis um 8 Uhr. Das macht gar nichts, denn meine Hunde und Katzen machen das genauso.
Wie ich das schätze ohne Wecker aufzustehen, nur nach meiner inneren Uhr und wie gut mir das tut, das weiss ich jetzt. Der Mensch sollte viel mehr die Möglichkeit haben auf seine innere Uhr zu hören. Aber wo passt ein Mensch der auf seine Uhr hören will in der hektischen und bewegten Welt hin? Ist es nicht unnatürlich, dass wir Menschen, die wir so aufgeklärt sind und so viel Geld für die Forschung ausgeben, dem keine Beachtung schenken? Könnte es sein, dass es zu einfach ist?

Herbst




Was für eine schöne Jahreszeit --- für mich eigentlich die schönste. Am Morgen liegt jetzt öfter leichter Reif auf dem Gras. Die Luft ist kühl, sauber und klar. Der Busch wird gelb, rot und braun und es riecht nach Pilzen und trockenem Laub. Die Temperaturen sind angenehm und es lässt sich gut an der Sonne arbeiten....im Gegensatz zu den Sommermonaten.

Setze ich mich für einen Moment hin, dann kann ich beobachten wie geschäftig es im Geäst zu und her geht. Alle spüren den kommenden Winter und schaffen ihre Vorräte in Sicherheit.
Wehe so ein kleiner Eichkater füllt sich belästigt, dann kann er laut und eindringlich Schimpfen und das für eine ganze Weile. Ich frage mich, wie das funktioniert mit vollem Mund?
Aber nicht nur die Vierbeiner spüren den Winter, auch Urs ist aktiv, räumt im Wald auf und macht Feuerholz. Ab Mitte November können wir den Schnee erwarten und er bleibt dann sicher bis im März liegen. So gut ich kann helfe ich beim Feuerholz machen. Urs sägt mit der Kettensaege Rugeli und "splited" sie mit einer Maschine. Dann kommt mein Teil, ich lade die Scheiter in die Schubkarre und bringe sie bis zum Haus. Da wird dann --- mehr oder weniger schön --- bis unters Dach aufgeschichtet. Die Beigen müssen schon was aushalten, denn unsere Katzen lieben es darauf herum zu klettern. Als Kind musste ich oft meinem Vater beim Holzschichten helfen. Oft wenn ich jetzt hier am schichten bin, höre ich meinen Vater sagen: Pass gut auf, dass die Beige nicht nach aussen hängt.........Leider habe ich meinen Vater schon vor mehr als 15 Jahren verloren. So oft denke ich an ihn und es tut mir leid, dass ich ihn nicht mehr um Rat fragen kann.

Glück gehabt!!


Bushy-Tailed Woodrat oder Packrat
Im Stall wo die Alpacas ihren Platz haben, leben auch noch andere kleine Tiere. Warum auch nicht......da ist immer Wasser, da liegen kleine Reste vom Hafergemisch auf dem Boden und da liegt auch das Heu.....ein kleines Paradies.

Neulich habe ich gesehen dass einer der Mitbewohner auf einem Tablar vom Gestell ein Nest aus Irisch Moos baute. Das kleine Wesen muss eine Heidenarbeit geleistet haben. Innert drei Tagen wuchs das Nest zu einem ansehnlichen Haufen. Ein Zweites entdeckte ich dann gleich daneben. Es roch auch so eigenartig und überall lagen kleine Kotspuren. Nein, mit aller Liebe, der kleine Wicht wurde richtig unverschämt.....hinterliess seine Spuren im Heu und im Stall, dass ich das Heu wegwerfen musste. Der Geruch war so penetrant, dass die Alpacas das Heu nicht mehr fressen wollten. Ich fragte unseren Nachbar für die Falle die man für grössere Tiere verwendet und die das Tier nicht gleich köpft.....das war mir wichtig, auch wegen der Katzen, die sich ja auch im Stall aufhalten.
Heute Morgen war einer der Untermieter dem Speck auf den Leim gegangen.
Eigentlich sieht sie hübsch aus mit ihrem feinen Pelz und dem buschigen Schwanz. Diese Ratte hatte Glück im Unglück.....wir haben sie mit der Falle nach oben auf dem Berg in den Busch gefahren und sie dann freigelassen.
Die Falle habe ich noch einmal gestellt weil es sind ja zwei Nester da.

Der kleine Hunger!


Wer geistert den da nachts in der Küche herum? Traut sich nicht das grosse Licht anknipsen?

Leises rascheln, Schubladen quietschen......nun muss ich doch mal nachschauen.
Man liest so viel....
Neulich haben sie in den Nachrichten gesagt, dass ein kleiner Waschbär auf Futtersuche in einem Haus erwischt wurde. Oder haben wir schon wieder Mäuse im Kuchenschrank?
Leise, auf nackten Füssen schleiche ich mich in die Küche......der Übeltäter hat zwei Beine
und weiss genau wo der Fleischkäse liegt ;-)

Harmlos

Grouse

--- ist mit unserem Fasan zu vergleichen. Sie brüten am Boden und wenn man sie aufscheucht, dann flüchten sie sich auf Bäume.
Es ist ein friedlicher Sonntagmorgen und ich bin mit meinen Hunden auf dem Berg unterwegs. Wie so oft bin ich in Gedanken --- was nicht heisst, dass ich nicht aufmerksam bin --- als direkt neben mir etwas aus dem Gebüsch hoch flattert. Ich hab gedacht mir bleibt das Herz stehen. Nach all den unliebsamen Begegnungen die ich in letzter Zeit hatte, kann man den Schrecken verstehen.
Zum Glück war es "nur" eine Grouse und ich atmete zweimal tief durch. Schon so oft haben mich diese Hühner erschreckt und immer wieder passiert es mir. Sie lassen einem so nahe an sich rankommen um dann plötzlich aus dem Nichts hoch zu flattern und sie machen so viel Unruh im Gebüsch als wär es ein grosses Tier.
Dieses mal haben Cindy und Maite drei Grouse-Damen aufgescheucht und ich hatte genug Zeit um ein Bild zu machen, bevor sie schimpfend auf dem nächsten Baum landeten.
Zugegeben, auch wenn ich mich immer wieder ab diesen Vögel erschrecke, sind sie mir doch um einiges lieber als Begegnungen mit gewissen anderen 4Beinern.

Bärenfutter

Huckleberries
im Herbst reifen sie an Büschen die mehr als 2 Meter hoch werden. Die Beeren sind dunkelrot bis dunkelblau und sehen aus aus wie Blaubeeren. Man kann sie abnehmen und für Konfitüre oder zum Backen gebrauchen. Ich lasse sie hängen, weil die Bären und all die anderen kleinen Tiere sie im Herbst nötiger haben als wir. Wenn man sich vorstell wieviele kleine Beeren der Baer abzupfen muss um einigermassen satt zu werden.......
Neulich, auf meinen Spaziergang, habe ich genau gesehen an welchen Büschen der Bär schon halt gemacht hatte. Unter dem Busch war ein richtiges Nest .....platt gedrückt weil er sich hingesetzt hatte und rundum verstreut lagen die reifen Beeren. Auch Äste waren abgebrochen.
Der Bär geht nicht zimperlich um mit den Sträuchern, ihn interessieren nur die reifen Beeren.
Geht man dann ein Stück weiter, findet man Häufchen wo er seine Leckereein verdaut hat.
An den Hinterlassenschaften des Bären, kann man genau sehen was er zuletzt gegessen hat.

Letztes Jahr habe ich einen beim Ablesen der Beeren überrascht. Er sass im Farn und zog sich die Zweige durch den Mund. Unwillig und brummelnd hat er seinen Platz verlassen und ich kann es auch verstehen.

Vollmond


Am vergangenen Samstag war Vollmond...... eine wunderschöne, angenehme Sommernacht.
In unserem Nachbardorf Yahk (15km entfernt) gab es ein Fest...... Britsh Columbia feiert dieses Jahr seinen 150 Geburtstag und aus diesem Anlass organisierten die "Yahker" ein Gartenfest.
Den ganzen Tag gab es Spiele für die Kinder, ein Breakfast und am Abend ein Nachtessen und der Biergarten war offen von 16 .oo - 21.00 Uhr.
Urs und ich fuhren erst am Abend nach Yahk als es ein bisschen abgekühlt hatte. Wir haben im Moment wirklich sommerliche Temperaturen (immer weit über 30 Grad) und das schon eine ganze Weile.
Aber am letzten Samstag war es wirklich ein wunderschöner Abend. Man konnte zu Countrymusik tanzen und unter den Bäumen mit Freunden zusammen sitzen.
Wir gehen nicht so oft weg, weil uns manchmal die lange Heimfahrt stinkt. Ich fahre sowieso nicht gerne nachts, weil so viel Wild auf der Highway ist.
Ganz am Anfang als ich in Kanada lebte, hatte ich einen Unfall mit einem Reh und das habe ich nie überwunden. Seitdem fahre ich wenn es dunkel wird so vorsichtig, dass wir nie nach Hause kommen.
Als wir von Yahk nach Hause kamen war der Mond gerade so richtig schön am Himmel und wir sassen noch eine ganze Weile draussen und hörten auf die nächtlichen Geräusche und es war so hell, dass sogar die Alpacas noch draussen am Spielen waren.

Wegwarte oder Chicory eine Bachbluete

"ich gebe von Herzen und nehme an, was kommt"


jetzt im August kann man sie wieder überall sehen. Bescheiden steht die Wegwarte links und rechts an der Highway..... säumt sie wie ein blaues Band.
Chicory ist eine Blüte die ich mir von Zeit zu Zeit selber verordne. Immer dann wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht NEIN sagen kann oder wenn ich mich Ausgenützt fühle.
Wenn ich mir um alles zuviel Sorgen mache....dann mische ich mir ein Fläschchen mit Chicory.
Mit Bachblüten beschäftige ich mich seit mehr als zwanzig Jahren. Ich habe alles mit den Essenzen versorgt, sei es Geranien die ich in den Winterschlaf schicke, den Fischen nach dem Putzen des Aquariums, den Schnittblumen und natürlich auch Katzen, Hunden und Vögel.
Die Essenzen helfen ohne irgendwelche Nebenwirkungen zu haben. Ist es nicht die richtige Mischung, dann zeigt sie einfach keine Wirkung.
Natürlich gebe ich sie auch meinen Tieren wann immer es mir richtig erscheint.
Gina habe ich mit den Essenzen behandelt als ich wusste, dass wir sie zum Einschlafen bringen mussten. Unserem Büsi Erna, das mit schweren Verletzungen Heim kam, habe ich die Notfall Tröpfli gegeben bis es sterben konnte. Maite bekommt sie wenn ein Gewitter kommt und
Cindy wenn sie demnächst beim Vet in der Tierklinik übernachten muss, weil sie sterilisiert wird.
Es gibt im Leben so viele Situation wo unsere Seele eine kleine Unterstützung braucht.



Schock......

letzte Woche auf unserem morgendlichen Spaziergang mit Maite und Cindy bin ich in eine ungemütliche Lage gekommen.

Meistens laufe ich zügig den Berg hinauf und die Hunde kommen langsam hinter mir her, schnüffeln mal da und dann wieder dort ..... es gibt halt so vieles zu entdecken. Nun, ich war schon eine ganze Strecke weiter oben als Maite mich einholte. Ich ging ein paar Schritte zurück um nach Cindy ausschau zu halten. Sie sass reglos mitten auf dem Weg, die Nase in die Luft und starrte in das Gebüsch. Plötzlich jäppte ein Kojote los und Cindy wich erschreckt zurück.
Dafür rannte Maite wie von der Tarantel gestochen zu Cindy den Weg hinunter und ich hinter ihr her.
Als Maite Cindy erreichte, stürmten beide in den Busch. Ich rief Maite no, Maite no......Maite
Fuss....Cindy!!!
Der Kojote heulte, die Hunde bellten und ich schrie mir fast die Lunge aus dem Leib als plötzlich ein kleiner Kojote zum Busch heraus sprang und wie ein Wisel den Weg runter rannte. Mich traf fast der Schlag als ich sah wie Maite ebenfalls aus dem Busch kam und dem Welpen hinterher jagte, gefolgt von Cindy. Nichts ist so gefährlich und unberechenbar wie wenn die Jungen von den Müttern getrennt werden......sei es ein Kojote, ein Bär oder ein Cougar.
Nun stand ich allein da....hinter mir die kläffende Kojotenmutter vor mir im Busch irgendwo die Hunde. Ich klammerte mich an meinen Bärenspray war aber so geschockt, dass ich nicht wusste was ich machen sollte. Plötzlich nahm die Mutter die Spur ihres Jungen auf und jagte hinter den Hunden her. Einen Moment später --- für mich waren es endlose Minuten --- kamen Maite und Cindy mit hängenden Zungen aus dem Busch. Plötzlich heulte der Kojote wieder los und dann rannte ich nur noch nach Hause. Auf halbem Weg zu unserem Haus, kam mir Urs mit dem Truck entgegen.....er hatte meine Schreie und Rufe und den Kojoten heulen gehört und ist gleich gekommen.
Nicht nur ich war richtig geschafft, auch Maite und Cindy waren ausgepowert.

Amy


sweet Amy 1 Jahr.....
Ich will euch nicht langweilen mit meinen Kamelgeschichten, aber die kleine Amy muss ich euch vorstellen. Sie ist ein so süsses Mädchen und so zutraulich. Das bin ich von meinen "alten" Ladies gar nicht gewohnt. Komme ich in den Stall, Amy kommt gleich gelaufen um mich zu begrüssen. Sie kommt dann auf mich zu, schaut mich mit ihren grossen, dunklen Augen an und dann beschnuppert sie ganz sanft mein Gesicht. Es fühlt sich an als ob sie kleine Küsse gibt.
Sie eroberte mein Herz im Sturm. Sie ist auch die Einzige von den Vier die sich anfassen und streicheln lässt.
Die Buben laufen mir zwar nach und beobachten mich bei meinen Tätigkeiten im Stall, aber man muss sie einfangen wenn man sie streicheln will. Hält man sie mal fest, dann mögen sie das auch.
Also nur soviel, ich bin happy mit meiner Viecherei ;-)

Zuwachs

von links: Arly 1 Jahr, Sämi 1 Jahr und Scooter 2 Jahre
Seit dem 10 Juli haben wir Alpaca Zuwachs und zwar drei Buben (siehe Bild) und ein Mädchen mit Namen Amy. Am Anfang habe ich die Vier getrennt gehalten aber während 2 Stunden standen alle am Zaun und haben sich beschnuppert. So habe ich nach kurzer Zeit das Gate aufgemacht und die Teenager sind gleich zu Tiffany und Aisha hin. Tifffany (14 Jahre) zeigte kein grosses Interesse an den Jugendlichen...sie zog sich in den Stall zurück. Nur als ich sie beim Grasen im Gehege beobachtete, hörte ich wie sie vor sich hinschimpfte. Aisha spuckte jedem der ihr zu nahe kam kräftig ins Gesicht und dabei machte sie gurgelnde Geräusche.
Die Jugendlichen schienen beeindruckt zu sein und zogen sich verunsichert zurück.
Jetzt nach zwei Wochen hat sich auch Aisha beruhigt und alle sechs essen, und schlafen im gleichen Stall nahe beieinander. Sie hätten einen zweites Abteil im Stall, aber das benutzen sie nicht. Alpacas sind Herdentiere......wenn einer rennt, rennen alle ;-)
Unser Plantsch und Badespiel dauert jetzt natürlich um einiges länger, denn auch Amy, Scooter, Arly und Sämi lieben das Wasser aus dem Gartenschlauch

Ich spinne immer noch ;-)


Ich spinne immer noch und ich liebe es mehr und mehr. In den letzten Monaten bin eine begeisterte Spinnerin geworden. Es ist wirklich toll mit dieser Naturfaser zu arbeiten. Ab nächstem Frühjahr werde ich 4 neue Farben dazu bekommen. Die Tiere sind noch jung und die Wolle von sehr guter Qualität. Kürzlich habe ich mir auch einen Karder gekauft so dass ich die Vlies (geschorene Wolle) selber für's Spinnen vorbereiten kann.
Mein Einfrau Betrieb braucht jetzt nur noch Abnehmer für das Produkt. Also Strickerinnen an die Nadeln ;-)

Konferenz der Kleinsten

eigentlich bewundere ich die Dynamik dieser kleinen Eindringlinge aber Asyl in meinem Küchenschrank......nein das ging mir doch zu weit.
Woher sie kommen und wohin sie gehen? Schwer zu sagen. Plötzlich sind sie einfach da. Suchen sich den kürzesten Weg zum Honigglas, Zuckerdose, Knäckebrot oder was immer ihnen gerade wichtig ist. Sie sind bloss 2-3 Millimeter lang aber sehr aufdringlich und hartnäckig. Sorry, aber ich habe ihnen dann diesen Cocktail serviert.....bloss einen Tropfen und der Spuk war in Kürze vorbei.

wieder bluehen die Heckenrosen


dieses Jahr ist alles ein bisschen später. Kein Wunder denn am 10. Juni hat es den ganzen Morgen in dicken Flocken geschneit. Jetzt aber ist es sommerlich warm mit Temperaturen um die 25 Grad und es grünt und blüht wieder auf dem Berg und riechen tut es........ Im Moment sind die Heckenrosen sehr schön. Ich habe schon so viele Bilder gemacht von all den Blumen, die will eigentlich gar keiner mehr sehen ;-) Aber ich bekomme nicht genug davon. Immer wieder kommen neue dazu....der wilde Türkenbund, Honeysuckle, wilde Lupinen, Felder von Margeriten....all die Büsche und Bäume.....die Augen und die Sinne werden so verwöhnt in dieser Jahreszeit.
Wieder einmal möchte ich sagen wie dankbar ich bin, hier zu leben! ;-)

Mitbewohner


Das ist nicht unser neuer Hund......
.....obschon er --- oder sie --- mit seinen Kumpanen auf dem Sunny - Hill lebt.

Heute Morgen auf unserem Spaziergang mit Maite und Cindy, ist er uns Begegnet. Zuerst sass er (der Kojote) nur so da. Er liess sich auch durch mein Rufen nicht beeindrucken. Als er Cindy sah --- sie schlenderte durchs Gestrüpp --- fing er an zu jaeppen und gleichzeitig ging weiter oben ein Geheul los. Cindy und Maite sahen den Kojoten und rannten natürlich zu ihm hin.....von wegen "hier sind wir zuhause"!
Erst rannte er weg, dann drehte er sich um und nahm eine Kampfstellung ein. Das Geheul kam
immer näher und ich schrie immer lauter nach den Mädchen. Sie müssen wohl gespürt haben, dass sie nun besser zurück kommen. Wir sind mit schnellen Schritten den Berg runter, im Rücken immer noch das Geheul der uns folgenden Kojoten.
Für mich war es ein "deja vu" denn an genau der gleichen Stelle hatten wir die Begegnung mit dem Wolf der Gina dann so zugerichtet hatte, dass wir sie ein paar Monate später einschläfern mussten.



Meer, Sonne, Wind und Sand....

Am Atlantik in Frankreich
So sehr ich unseren Sunny - Hill liebe, die Berge, die Bäume und unser Kootenay Valley.....so sehr liebe ich es, am Meer zu sein. Diese unbeschreibliche Bläue des Wassers das fern am Horizont mit dem Blau des Himmels verschmilzt.....der Sand.....weiss und feinkörnig rinnt er durch die Finger oder nervt, weil er sich nie vollkommen aus den Schuhen und Kleidern raus schütteln lässt. Der Wind der manchmal ziemlich heftig durch die Dünen bläst.....das alles habe ich für zehn Tage sehr bewusst genossen und in mir aufgenommen.....wohl wissend, dass ich so schnell nicht wieder dahin zurück kehren kann.
Als ich noch in der Schweiz lebte, fuhren Martin, Christina und ich jedes Jahr nach Frankreich.
Erst in den Süden, dann für viele Jahre an den Atlantik, meistens in der Gegend um Biscarrosse. Damals fuhren wir mit dem Campingbus und Zelt. Ich habe immer gern Camping gemacht.
Jetzt im April, flogen Christina und ich von Genf nach Bordeaux und mit dem Mietauto weiter nach Biscarrosse- Plage, wo wir uns ein kleines Haus mieteten. Ich bin dankbar für die erholsamen und wirklich schönen Tage die Christina und ich dort zusammen verbringen durften.

Winter Blues

....ich bin Maite und ich kann euch sagen.....


....heute kam ich kaum aus meinem Bett raus. Als ich mit einem Auge unter der Decke hervor blinzelte, da dachte ich nur: ohhhh nooooo!! Schon wieder kommt das weisse Zeug vom Himmel. Dabei konnte ich doch schon seit ein paar Tage nach dem Mittagessen meine Siesta draussen an der Sonne verbringen. Sogar mein Frauchen hatte es sich auf einem Stuhl neben mir gemütlich gemacht. Sie streichelt mich dann und sagt dabei: Gell Maite, das ist schön warm hier.......
und jetzt das! Dabei hat mein Frauchen gar keine der farbigen Lichter aufgehängt mmmm.......muss mit was anderem zusammenhängen. Immer wenn mein Frauchen diese bunten Lichter im Wohnzimmer aufhängt und es im Haus so gut riecht, dauert es nicht mehr lange und das weisse Zeug kommt vom Himmel. Schon eine ganze Weile sind die bunten Lichter wieder weggeräumt, aber das weisse Zeug liegt immer noch Meter hoch rum. Man hört gar nicht wenn es kommt, aber am Morgen wenn wir zum Laufen gehen, sinke ich tief ein. Am Anfang freute ich mich darüber, denn wenn ich los rannte, stiebt das weisse Zeug wie eine Wolke. Mein Frauchen freute sich dann und lachte und wir haben Spass. Manchmal gibt es sogar ein Guzzi nach dem Spielen.
Aber jetzt liegt das Zeug schon sooo lange und ich mag es eigentlich nicht mehr. Ich warte auf die Zeit wenn es warm wird und ich mich an der Sonne langstrecken kann......

Heute bin ich traurig

Gina (links) bei ihrem ersten Besuch bei uns....


Heute Morgen kam mir Ginas Halsband in die Hand.....es hängt immer noch an der Garderobe
wo es immer hing. So oft wollte ich es weg legen, bis jetzt habe ich es nicht gemacht.
Der 19. Februar......heute vor 6 Jahren kam Gina das erste mal zu uns zu Besuch. Zwei Tage später kam sie dann zu uns "for good" (oder halt für immer) ;-)

Mir schossen die Tränen in die Augen.....wie oft seit Juli 07 habe ich an Gina gedacht. Eigentlich war sie gar nicht sooo lange bei uns. Aber die Zeit mit ihr war so intensiv. Wenn ich nur daran denke wie oft sie ihre neue Freiheit bei uns ausnützen um auszureissen. Oft kamen sie --- Maite ging natürlich immer mit --- erst am nächsten Tag nach Hause. Müde mit blutenden Füssen und oft auch mit sonstigen Schrammen kamen sie jeweils an geschlichen. Aber immer kamen sie zusammen zurück. Wie oft bin ich über den Berg gegangen und habe nach den Beiden gesucht. Habe vor Wut und Angst geweint und war jedesmal erleichtert wenn sie nach Hause fanden ohne allzu grosse Wunden. Der längste Ausflug dauerte ganze vier Tage und es war Jagdzeit!

Ihr letzter "Ausflug" schaffte Gina im Spätherbst 06. Weil sie damals schon nicht mehr so gut zu Fuss war, fuhren Urs und ich mit dem Traktor den Berg hinauf um die Beiden zu suchen. Auf halber Höhe kam uns Maite humpelnd und mit hängender Zunge entgegen. Sie führte uns dann weiter nach Oben wo Gina erschöpft in einem Schlammloch lag um sich abzukühlen. Hätten wir sie nicht gefunden und mit dem Traktor nach Hause gebracht, es wäre wohl ihr Ende gewesen. Da oben wo der Busch dicht ist und selten einer hinkommt, haben wir schon verschiedentlich Wölfe, Bären und auch Cougars gesehen......
Ach unsere Gina.....sie musste so vieles nachholen......




Wir sprechen "Schwenglisch"


Ich fand es immer komisch wenn Menschen, kaum leben sie ein paar Jahre im Ausland, nicht mehr richtig ihre Muttersprache sprechen. So was könnte mir nie passieren! Wie habe ich mich doch getäuscht. Seit fast acht Jahren spreche ich nur noch Englisch, mit unseren Freunden Hochdeutsch und eben mit Urs Schwenglisch. Telefoniere ich mit Freunden aus der Schweiz, dann gebe ich mir grosse Mühe ja nicht zu "schwenglen".
Well.....das ist oft gar nicht so einfach.......ohhh Du weisst nicht was "Schwenglisch" ist? Hier ein Muster:
Urs: somehow suche ich meinen screwdriver......wo ist überhaupt meine toolbox?
Ursina: I don't know....wo deine tools sind. But ich habe sonst einen Schraubenzieher hier....
Urs: der geht nicht, I need a bigger one....ich gehe runter zum shop, maybee er ist dort.
Ursina: ich fahre mit Eileen to town für groceries.
Urs: mine as well wenn du nach Creston fährst, bring mir doch some tobacco please.......
und so weiter......
Urs lebt schon länger in Canada als er je in der Schweiz lebte. Die Jahre bevor wir uns kennen lernten, war er nicht mehr so oft mit Schweizern zusammen gewesen. Einfachheithalber (was für ein Wort!) habe ich die Wörter die Urs immer in Englisch sagt, auch übernommen. Manchmal habe ich das Gefühl, er ist mit meinem Berndeutsch etwas überfordert. Mir wird der (Sprach-)Aufenthalt in der Schweiz gut tun. Mich wieder mal in meiner Muttersprache zu unterhalten wird hoffentlich mein Sprachzentrum wieder ins Lot bringen ;-)

Die Siesta - Meditation


Normalerweise nutze ich den täglichen "walk" mit meinen Hunden, um auch einen kurzen Moment inne zu halten und mich beim lieben Gott dafür zu bedanken, dass es uns hier auf dem Sunny - Hill so gut geht, dass wir alles haben was wir brauchen und dass wir alle gesund sind.
In den letzten Tagen war es ziemlich kalt und es schneite auch wenn ich unterwegs war. So nahm ich mir vor, nach dem Lunch Zeit für meine kleine "Meditation" zu nehmen. Gedacht getan! Nach dem Lunch verzog ich mich in mein Zimmer, stellte leise Musik ein und legte mich auf den Futon. Nach ein paar Minuten hörte ich das leise Trippeln von Maite unserem Boxer. Sie suchte und fand mich! Entschlossen legte sie sich zu mir auf den Futon, Kopf auf meine Füsse. O.k. Ich probierte mich auf meinen Atem zu konzentrieren als Cindy unser Berner in mein Zimmer kam. Sie sah erst mich an, dann Maite um genauso entschlossen auf dem Futon Platz zu nehmen. Ganz nahe kuschelte sie sich an meine Seite und drückte mir dabei ihre feuchte Nase direkt ins Ohr. Sie seufzte tief und zufrieden und ich probierte mich erneut auf meinen Atem zu konzentrieren. Esther unser kleines Katzenmädchen wollte aber nicht allein bleiben und schloss sich uns an. Ein kleiner Platz an meiner anderen Seite war ja noch frei! So, endlich war Ruhe! Erneut nahm ich einen Anlauf und konzentrierte mich auf meinen Atem............Eine gute halbe Stunde später wachte ich auf, weil Maite so laut schnarchte. Ich hatte tief und fest geschlafen. Nemo unser Kater hat sich auch noch dazu geschlichen und lag zusammengerollt auf meinem Bauch. Was für eine schöne Siesta.

Was fuer ein Tag.....so schoen!

Tiffany und Aisha kommen sich ihren
Salat-Apfel-Karotten-Mix abholen.
Heute war wieder mal einer dieser Tage wo man einfach nur immer wieder sagt: so schön!
Wir haben sehr viel Schnee....pulvrig leicht knirscht er unter den Schuhen. Die Sonne scheint heute von einem blauen Himmel wie er blauer nicht sein könnte. Die Bäume sind voll weisser Kristalle die die Kälte jedesmal wieder neu zaubert. Ein kurzer Blick auf das Thermoter zeigt mir, dass ich mich heute für den "walk" mit den Hunden warm anziehen muss. Meine beiden Mädchen können kaum warten bis es endlich losgeht. Aber zuerst bekommen die Alpacas ihr Frühstück. Geduldig warten Maite und Cindy bis ich damit fertig bin. Urs hat die Strasse den Berg hinauf ein bisschen mit dem Traktor gepflügt.....wenigstens die ersten paar hundert Meter. Nach einer halben Stunde Marsch, ziehe ich meine Handschuhe aus. Trotz den 23 Grad minus ist mir warm geworden. Ich bleibe immer wieder stehen und sehe mich um. Wie wunderschön ist es doch hier, ich kann mich nicht satt sehen. Mir wird jedes mal das Herz ganz weit und ich fühle eine unendliche Dankbarkeit, dass ich hier leben darf. Fast könnte ich vergessen, dass es nicht überall auf dieser Welt so friedlich ist. Um das Bild abzurunden tauchen plötzlich "meine" Hirsche auf. Auf ihrem Weg nach oben kann ich sie eine ganze Weile beobachten. Sie dampfen und aus ihren Nüstern kommen richtige Wolken. Ob Du es glaubst oder nicht, aber es gibt bestimmt keinen schöneren Fleck auf dieser Erde als unser Kootenay Valley......wenigstens für mich ;-)

Elchgeschichten......

Da habe ich doch in meiner letzten Geschichte geschrieben, dass ich in diesem Winter noch keinen Elch gesehen habe.......nur ihre Spuren.
Heute auf dem Spaziergang mit den Hunden, habe ich sie gesehen die Elchdame. Hochbeinig schlenderte sie durch den hohen Schnee. Sie war nicht soooo nah, aber ihr Anblick genügte, um meinen Herzschlag auf 180 zu beschleunigen. Was für ein Privileg...einem so grossen und stattlichen Tier in der freien Natur zu begegnen.
Den ersten Winter den ich in Kanada erlebte, wohnten wir in Creston und noch nicht auf unserem Sunny - Hill. Aber ich fuhr mit Maite fast jeden Nachmittag raus zum Laufen und um an der Sonne zu sein. Es war wie Dauerurlaub ;-)
Auf einer unserer Wanderungen durch den Schnee, machte Maite Bekanntschaft mit einer Moosekuh. Maite war noch sehr jung --- kein Jahr alt --- und unbeschwert. Ich hatte sie für einen kurzen Moment aus den Augenverloren. Als ich sie etwas abseits im Busch stehen sah, ging ich auch hin --- ich war genau so ein Grünschnabel :-) --- um zu sehen was Maite so interessantes gefunden hatte. Ich war nur noch ein paar Meter von Maite weg, als ich das Objekt der Neugier sah.
Eine Elchkuh stand nur ca 3 Meter von Maite entfernt und die Beiden sahen sich stumm an.
Plötzlich drehte sich die Elchkuh weg und verschwand im Busch.
Geschockt blieb ich noch eine weile stehen ....mein Herz klopfte zum zerspringen.
Ein anderes mal, wir wohnten nun auf dem Berg und Urs und ich sassen beim Abendessen unter den Bäumen, hörten wir Geräusche im Busch. Kurz darauf streckte eine Moosekuh ihren Kopf aus dem Gebüsch. Uns blieb fast der Bissen im Hals stecken und wir trauten uns kaum zu Atmen. Nur ein paar Meter von uns entfernt, kam diese Elchkuh mit zwei kleinen Kälbchen durch den Busch gestampft. Sie beschnupperten Sträucher, knapperten an den Bäumen und
verschwanden genau so wie sie auftauchten..... im Busch. Wir erzählen noch heute gerne von dem besonderen Erlebnis mit der Elchkuh und ihren Zwillingen.

Spuren im Schnee

Sobald der erste Schnee den Sunny - Hill zudeckt, wird es interessant. Klar und deutlich zeichnen sich die vielen verschiedenen Spuren vom Wild im Schnee ab.
Liegt der Schnee dann tiefer, sieht man kleine Pfade die sich kreuz und Quer über den Berg
ziehen. Auch ich mache auf den Spaziergängen mit Maite und Cindy kleine Pfade, sonst ist das
laufen ohne Schneeschuhen unmöglich. Mache ich einen Tritt aus der Spur raus, versinke ich
knietief im Schnee. Ich sehe, dass auch die Tiere meine Pfade benutzen. Nur die Moose ( Elche)
haben es nicht nötig in meinen Spuren zu laufen. Diese grossen Tiere hinterlassen einen "Schuhabdruck" viel grösserer als ein Pferd und am hinteren Ende kann man zwei kleine Eindrücke von Zehen sehen. Diesen Winter sehe ich an den Spuren, dass eine Mooskuh mit ihrem Kalb regelmässig den Berg raufgeht. Gesehen habe ich die Tiere bis jetzt noch nicht.
Dafür sehe ich regelmässig ein paar Hirsche. Schön sehen sie aus im Winter...... das Fell dunkelgrau und dicht. Trägt der Wind unseren Geruch den Tieren nicht zu, bleiben sie einfach stehen und warten ab. Schon oft konnte ich Hirsche beobachten die nicht mal 50 Meter von mir
weg stehen blieben. Sie hinterlassen überall Nester wo sie schlafen. Manchmal bis zu 18 an einem Platz. Dann gibt es tonnenweise Hasenspuren und ich habe noch NIE ....nicht mal einen Hasenschwanz gesehen! Dann die kleinen, zierlichen Abdrücke der Rehe und die nervös wirkenden Spuren der Kojoten. Die erkenne ich aber eher an ihrer "Hinterlassenschaft".
Einmal habe ich etwas gesehen, was ich nicht kannte. Da waren Blutspuren und links und rechts davon --- mehr als einen halbenMeter breit --- war der Schnee irgendwie losgemacht. Es kann sich dabei nur um einen grossen Vogel handeln der seine Beute --- vielleicht einen Hasen! --- am Boden geschlagen hat. Ich habe es danach noch mehrmals gesehen und beim letzten mal waren ganz deutlich Flügelschlagspuren zu erkennen.
Es ist spannend die verschiedenen Spuren und Zeichen irgendwem oder irgendwas zu zuordnen.