Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)




Menschen auf dem Sunny-Hill

Menschen auf dem Sunny-Hill
Mein täglicher "walk" über den Berg...hier mit Pax (Maremma) und Maite ein Boxergirl

Frühling, Zeit der Bären

Frühling, Zeit der Bären
Frühling, Zeit der Bären

Jahreswechsel

Bild vom 24. 12. 2007
Allen Besuchern --- seien sie durch "Zufall" oder gezielt auf meine Seiten gestossen --- wünsche ich alles Gute, viel Glück und gute Gesundheit für das kommende neue Jahr.
Auch wir auf dem Sunny - Hill schauen dankbar auf das verflossene Jahr zurück.
Viele schöne Momente waren uns beschert und gleichzeitig haben wir auch trauriges erfahren. Aber wer sagt denn dass das Leben einfach sei?
Also, in alter Frische sehen wir uns wieder.......
In diesem Sinn....freu ich mich auf ein "Wiederlesen"
eure Ursina


Der Streuner.....Teil 2

Letzte Woche besuchte ich meine Nachbarin Eileen. Sie ist 75 Jahre alt und lebt von Montag bis Freitag allein in ihrem Haus. Ihr Sohn arbeitet in Calgary und kommt nur am Wochenende nach Hause. Eileen ist nicht mehr gut auf den Beinen und darum erledige ich für sie die Einkäufe.
Letzte Woche als ich mich von Eileens Haus auf den Heimweg machte und auf die Highway einbog, stand er mitten auf der Strasse. Ich war überrascht und erfreut zu gleich. Da kein Auto zu sehen war, bog ich rechts an den Strassenrand und liess die Scheibe runter. Mit den Worten:
"good boy.....comon .....what a good boy" probierte ich ihn zum näher kommen zu überreden.
Der Streuner aber überquerte die Strasse von mir weg und beäugte mich misstrauisch.
Ich stieg aus und sprach weiter zu ihm. Er aber wollte nicht auf mich hören.....und ergriff die Flucht ....... rannte in den Busch. Als er mir seine Rückseite zukehrte sah ich, dass er frisches Blut am Hinterteil hat. Mein erster Gedanke war, dass er von jemandem mit einer Ladung Schrott vertrieben wurde.
Ich fuhr die 500 Meter nach Hause und entlud meinen Truck. Dann fuhr ich, obschon es schon kurz vor dem eindunkeln war, noch einmal los. Ich konnte mich nicht mit der Tatsache zufrieden geben, dass dieser verletzte Hund bei Temperaturen von minus 18 Grad draussen bleiben würde.
Meine Suche jedoch blieb ohne Erfolg. Frustriert fuhr ich noch bei Len und Jessy vorbei ..... vielleicht könnten wir ja gemeinsam...... aber in der Zwischenzeit war es dunkel geworden und die Chance dass wir ihn finden, wurde immer kleiner. Len sagte mir, eine Frau von Yahk (unser Nachbardorf Richtung Cranbrook) hätte auch schon versucht das Tier mit Futter anzulocken um es einzufangen. Ohne Erfolg....der Hund kam trotz Futter nicht näher.
Was muss er in seinem Leben schon alles erlebt haben.
Ich fühle mich so elend mit dem Wissen, dass er da draussen ist. Jedes mal wenn ich die Kojoten heulen höre, denke ich an ihn. Kojoten riechen verletzte Tiere über eine grosse Distanz und dann hat der Streuner keine Chance.
Ja.....auch das ist Kanada.

Der Streuner.....

Zur Zeit gibt es kein Bild vom Streuner.....

Das erste mal gesehen habe ich den Streuner ende September. Es war ein regnerischer Tag als der Hund mir entgegen kam. Nass bis auf die Haut und mit hängendem Kopf lief er der Highway entlang. Es war ein Refelx der mich den Fuss vom Gaspedal nehmen lies. Ich schaute in den Rückspiegel und sah, dass der Hund stehen bleibt und sich nach mir umdreht.
Ich konnte nicht anhalten und ich glaubte auch, dass das Tier nur zu Hause ausgerissen war und nun auf dem Heimweg ist.
Als ich dann zwei Wochen später nach Cranbrook fuhr, sah ich den Streuner wieder. Diesmal schien die Sonne und er trabte gelassen der Highway entlang, ein ganzes Stück weg von wo ich ihn zum ersten mal gesehen habe. Ich fuhr weiter, dachte nicht mehr daran.
Unsere Begegnungen wiederholten sich noch ein paar mal und immer erlebte ich die gleiche Szene.
Letzthin habe ich mich mit unserem Nachbar unterhalten und wir sind auf den Streuner zu Sprechen gekommen. Len hatte ihn auch gesehen und er glaubt zu wissen, dass er niemandem in der Nachbarschaft gehört.
Seitdem lassen mich die Gedanken an diesen Hund nicht mehr los. Immer wieder sehe ich ihn vor meinem inneren Auge, wie er sich nach mir umdreht, als warte er auf jemanden ...."seinen" Menschen vielleicht?
Als ich vor ein paar Tagen Len wieder sah, sagte er mir, er glaube, dass er den Hund überfahren am Strassenrand liegen sah. Das sei zu erwarten gewesen.....früher oder später.
Ein kurzer Stich bohrte sich bei diesen Worten in mein Herz und ich machte mir Vorwürfe.
Warum habe ich mir nie die Zeit genommen um mich um das Tier zu kümmern?
Am vergangenen Mittwoch fuhr ich unsere Nachbarin nach Creston rein und wen sehe ich am
Strassenrand? Mein Streuner!
Nun nehme ich mir fest vor, das nächste mal wenn ich ihn wieder sehe den Streuner, werde ich stoppen und ihn überreden mit mir zu kommen. Vielleicht wartet er nur darauf dass sich endlich ein Mensch die Zeit nimmt und zu ihm spricht.
Gestern Morgen gab es den ersten Schnee und es liess mir keine Ruhe.....ich musste einmal der Highway entlang fahren um nach dem Streuner zu sehen. Er war nicht da. Aber ich werde weiterhin meine Augen für ihn offen halten.
Er oder sie --- trägt ein Halsband. Wurde er ausgesetzt? Ist er ausgerissen? Hat man ihn irgendwie vergessen?
Eine Antwort auf diese Fragen werde ich wohl nie finden. Aber vielleicht hat diese kleine Geschichte einmal eine Fortsetzung......und ein happyend.

I,m nun Kanadierin ;-)




Oath of Citizenship
I affirm that I will be faithful and bear true allegiances to
Her Majesty Queen Elizabeth the Second, Queen of Canada,
Her Heirs and Succsessors, and that I will faithfully observe
the laws of Canada and fulfil my duties as a Canadian citizen.

Am 7. November 2007 habe ich --- mit etwa 60zig anderen Anwärter/innen --- diesen Eid abgelegt und nun bin ich eine Kanadische Staatsbürgerin. Die Feier war schön und wir wurden von einem Richter und prominenten Politiker herzlich willkommen geheissen. Schulkinder sagten ein Gedicht auf und haben Lieder gesungen. Man würdigte die Veteranen, lobte Kanada als der schönste Platz wo man als Mensch leben kann. Die Kanadier sind wirklich Patrioten und irgendwie liebe ich das.
Hat oder wird sich nun für mich in Zukunft was ändern? Nicht wirklich und doch - mehr ggefühlsmäßig. Ich lebe in diesem Land, hier fühle ich mich wohl und ich möchte mich als angenommen und integriert sehen. Was ist also näherliegend als sich um die Staatsbürgerschaft zu bewerben? Ich darf nun auch wählen und in allen Dingen mit Abstimmen.
Ich musste meine Schweizerbürgerschaft nicht abgeben, ich bin jetzt einfach Doppelbürger: Kanada-Schweiz ;-) und darüber freue ich mich!




Herbstfeuer


Im Spätherbst, bevor der erste Schnee kommt, wird überall Feuer gemacht. Oft kann man sie schon von weitem sehen, mitten im Busch. Als ich so ein Riesenfeuer zum erstenmal sah, bekam ich Angst. Ich dachte, der Wald brennt und das Feuer war so nah. Ich telefonierte unserem Nachbar um zu fragen, ob er das Feuer gleich gegenüber auch sehe. "Ohhh ja, sagte Phil, don't worry about it"(keine Angst).
Wir auf dem Sunny - Hill brennen auch jedes Jahr im Spätherbst. Erst brannten wir die grossen Haufen (Durchmesser 10 - 15 m und über 7 - 10 Meter hoch) die noch von früherem Waldroden übrig geblieben sind. Jetzt brennen wir die kleineren Haufen, die wo Urs vom Holzen im letzten Sommer zusammengestossen hat.
Weil man das Feuer nicht allein lassen kann, bringe ich uns einen Lunch raus. Eigentlich ist es ganz gemütlich in der Nähe des Feuers zu sitzen und eine Suppe zu essen. Zwischendurch wärmt man sich mit einer Tasse Tee aus der Thermosflasche auf. So hatte ich vorher den Herbst nie erlebt.

Unser Grufti.....



Was wir als "Grufti" bezeichnen, ist ein Platz auf unserem Sunny - Hill.
Ich erinnere mich noch gut an das komische Gefühl das mich beschlich, als ich diesen Platz zum ersten mal besuchte.
Es ist spannend unseren Berg zu erkunden. Oft wissen wir gar nicht, gehört das jetzt noch zu unserem Grundstück oder sind wir schon beim Nachbar. Es gibt keine richtig markierten Grenzen. Nur auf der Seite wo unser Grundstück an Staatliches Land stösst (Crown Land), sieht man die Grenze, weil Crown Land ist dichter Busch. Es würde keinen Sinn machen den ganzen Berg auszumessen. Es reicht, wenn wir ungefähr wissen wo die Grenzen liegen. Auf dem Berg hat es gute Wege wo man bequem laufen kann, weil vor vielen Jahren das Grundstück schon mal teilgerodet wurde. Irgendwo im obersten Viertel macht der Weg dann eine scharfe Biegung und es wird eng. Auf der einen Seite ist Crown Land wo man gar nicht durchsehen kann und auf der anderen Seite wurde die Erde wohl aufgeschichtet als die Logger den Weg machten.
Es ist wie eine Gasse. Dann, wenn man aus der Enge rauskommt, öffnet sich für den Besucher ein ganz kleines Valley und mitten drin ein kleiner See. Im Wasser stehen verwetterte, alte Moorbirken und von den toten Ästen hängen Moosschleier herab. Das Wasser ist etwa knietief und schwarz. Auf der einen Seite geht der Berg steil hoch und auf der anderen Seite läuft es sanft in einen bewaldeten Hügel. Es hat so was Mystisches, verwunschenes........Märchenhaftes.
Einmal als ich dort am kleinen See sass, war es totenstill, nicht mal ein Vogel zwitschert. Da war es mir richtig unheimlich. Dann wiederum im Frühling, als ich zum "Grufti" wanderte, war ein Froschkonzert so laut, als würden hunderte von Fröschen daran teilnehmen. Ende Juli trocknet das Biotop aus und es wachst hohes Sumpfgras wie man auf dem Bild sehen kann. Der Boden bleibt weich und moorig den ganzen Sommer über.
Es ist schon ein spezieller Platz, unser Grufti!

Bin wieder da!


Spazierweg auf dem Sunny - Hill.....

An alle die mich oder meine Geschichten vermissten haben einen lieben Gruss und ein Dankeschön. Jetzt bin ich wieder da und ich werde wieder regelmässig erzählen wie es uns auf dem Sunny - Hill geht.
In den 4 Wochen wo ich nicht schrieb, ist es Herbst geworden bei uns im Valley, eine sehr schöne und bunte Zeit. Die Temperaturen angenehm um die letzten Gartenarbeiten zu machen, Büsche aufbinden und Hecken zurückschneiden oder einfach nur bei einer Tasse Tee die Sonne geniessen. Man muss ja nicht pausenlos beschäftigt sein oder?
Wir durften auch lieben Besuch aus der Schweiz (Schwarzenburg BE) bei uns auf dem Sunny - Hill begrüssen. Leider hatte in dieser Zeit die Sonne Urlaub und unser Sunny - Hill überzeugte nur mit seinem Namen. Wir hatten trotzdem eine schöne Zeit und wir haben die Abwechslung genossen.
Urs arbeitet fleissig an seiner Werkstatt und macht nebenbei Feuerholz. Mein Job ist, das von Urs gespaltene Holz mit dem Traktor zum Haus zu fahren und schön ordentlich aufzuschichten. Schliesslich sollte die Holzbeige nicht gleich auseinanderfallen wenn eine unserer Katzen mit Schwung rauf oder runter springt. Begleitet werden wir immer von Cindy und Maite. Die beiden Alpacamädchen beobachten das Treiben und das Hin und Her mit aufmerksamen Blicken.
Mit dem Spinnen bin ich noch nicht so erfolgreich wie ich das gern wäre. Obschon ich voller Ungeduld auf die Hilfe meiner "Yarn twister Ladies" warte. Mein kleines Spinnrad entwickelt gewisse Tücken die ich als Anfänger noch nicht allein lösen kann. Aber kommt Zeit, kommt Rat.
Leider haben wir unseren Katzenbub Peter verloren. Er ist einfach nicht mehr nach Hause zurück gekommen. Ich schritt die Highway ab, ging über den Berg, sah überall nach wo ich wusste, dass die Büsi sich gern da aufhalten......nichts.
Oft kommen die Kojoties so nah zum Haus....ich habe auch viele Häufchen gesehen auf unserem Weg wo ich immer mit den Hunden zum Laufen gehe. Selten kann man Kojoten wirklich sehen. Aber man sieht ihre Spuren und Hinterlassenschaft. Es kann auch sein, dass ein Raubvogel in genommen hat.....wer weiss.
Das ist der Lauf des Lebens wenn man in der Natur lebt.

Ich fange an zu Spinnen ;-)


ein antikes Spinnrad

Wer meine Geschichten liest der weiss, dass ich zwei Alpaca habe. Die Tiere wurden an ihrem vorherigen Platz nicht besonders sauber gehalten und wir waren darum nicht sicher, ob wir die Wolle überhaupt zu was gebrauchen könnten. Den ganzen Winter über schnitten wir immer wieder Disteln und verfilzte Stellen aus dem Vlies der Tiere raus. Es war eine mühsame Aktion....für die Tiere wie für uns. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Im Frühling haben wir die zwei Ladies dann geschoren und es sah gar nicht mehr sooo schlimm aus.
Vor zwei Wochen machten wir uns an die Arbeit die beiden Vlies (die abgeschorene Wolle) zu säubern. Erst musste das Grobe (Heu) aus dem Vlies gelesen werden. Dann haben wir die vorgesäuberte Wolle gekardet und nun liegt ein kleiner Teil zum Spinnen bereit. In Creston gibt es einen Spinnklub (The yarn twister Lady's) und ihnen habe ich mich nun angeschlossen um das Spinnen richtig zu erlernen. In einem Gespräch mit unserem Nachbar Phil, habe ich erwähnt, dass ich die Wolle der Alpacas gern selber verspinnen würde, mir dazu aber noch das Spinnrad fehlt. Phil sagte darauf zu mir, dass er immer noch das Spinnrad seiner Mutter im Basement (Keller) hätte. Er würde es nicht verkaufen, aber wenn ich es brauchen und schätzen würde, dann würde es mir gehören. Ich war gerührt. Das Spinnrad muss über hundert Jahre alt sein.....siehe Bild. Dankend habe ich das Angebot angenommen. Erst werde ich es ablaugen und ein bisschen instand stellen. Es ist ein besonderes Spinnrad und ich werde es in Ehren halten.
Wenn es mir Freude macht und ich die Wolle auch verkaufen kann, werde ich mir noch 2 weiter Alpacas kaufen. Diese Tiere sind wirklich sehr anspruchslos und so liebenswert.

Auswandern ein Abenteuer


Das Bild ist aufgenommen in Kimberly BC. Ein typischer Touristenort für alle die gern mal Bayern nach dem "Heidiland Prinzip" erleben möchten. Da kann man Schnitzel essen, Bratwurst, Apfelstrudel und natürlich plärren aus jedem Souvenirgeschäft die Kastelruther Spatzen und Hansi Hinterseer.....um nur einige namentlich zu nennen.
Durch meine Home Page, besonders aber durch diese Blog Seiten ist mir bewusst geworden, wieviele Menschen sich für eine Einwanderung nach Kanada bemühen.
Kanada ist das Land, wo man seine Träume noch verwirklichen kann.....ein tolles Land.
Ich finde es echt super, wenn Menschen probieren ihren Weg zu gehen, auch wenn der Weg vielleicht ein bisschen anders ist. Auswandern.....schon das Wort allein verspricht Abenteuer, eine Herausforderung. Da will man nicht hinhören, wenn einer erzählt wie schlecht es ihm im fremden Land ergangen ist. Wie krank er oft vor Heimweh war, wie sehr ihm seine Freunde und die zurückgebliebenen Menschen gefehlt haben oder wie hart die Arbeit um das tägliche Brot in der Fremde war. Wie gut wenn man sich davon nicht abhalten lässt weiter zu Träumen....auch nicht in meinem Alter --- gell Sonja ;-)
Ich wünsche allen die das Abenteuer Auswandern vor sich haben, viel Glück, genug Kraft zum Durchhalten und weiterhin viele Träume....
Herzlich eure Ursina
 

Spruch zum Sonntag

Jeden Sonntag der gleiche Spruch:
heute ist Sonntag, da mache ich nichts!
 
Die erste Zeit auf unserem Berg gab es so viel Arbeit, wir achteten nicht darauf ob nun ein Werktag oder ein Sonntag war. Oft waren wir nicht mal sicher, welcher Tag denn eigentlich war.
Wir machten Pause wenn es mal regnete und war das Wetter gut, so mussten wir dran bleiben,
damit wir so viel wie möglich für den Winter fertig machen konnten. Als wir einigermassen eingerichtet waren --- etwa seit 2004 ---führten wir den Sonntag wieder ein. Mir wurde plötzlich bewusst, wie sehr ich einen "legalen" freien Tag brauche. So entstand der Sonntagspruch: heute ist Sonntag, da mache ich nichts!
Ich nehme mir am Morgen vor, dass wir draussen Frühstücken, danach die Zeitung lesen.....

vielleicht am Nachmittag ein Nickerchen.....oder am PC Schreiben.......oder mal wieder im Buch lesen das ich schon eine ganze Weile angefangen haben......
Also.....mein Sonntag im Herbst sieht meistens so aus (mit kleinen Ausnahmen): Aufstehen kurz nach 6.00 Uhr und die schon vorbereitet Kaffeemaschine in Betrieb setzen. Im Pyjama mit den Hunden für den ersten "Geschäftsgang" ein paar Schritte gehen. Laut miauend werde ich gleich von allen vier Katzen begrüßt die aus verschiedenen Richtungen nach Hause zum Frühstück kommen. Ich geniesse auch das Vogelkonzert, das am Morgen besonders schön ist.
Katzenfütterung erfolgt als nächstes. Während ich für Urs und mich eine Tasse Kaffee einschenke, streichen mir die Katzenbuben um die Beine und betteln für einen Schluck Milch, was von Maite eifersüchtig beäugt wird. Dann setze ich mich hin zum Kaffeetrinken und wir schauen uns die Nachrichten der Deutschenwelle an --- man will ja wissen was in Europa so passiert!
Zwischendurch setzt sich eine der Katzen auf meinen Schoss und will ihre Streicheinheiten.
Dann bekommen die Hunde ihr Frühstück --- Muesli lieben sie besonders. Dann gehe ich kurz an den PC um nachzusehen ob was im Briefkasten ist. Wenn es auf 9.00Uhr zugeht, werden die Hunde unruhig. Wenn ich in mein Zimmer gehe um mich Anzugkleiden werde ich von den Hunden auf jeden Schritt verfolgt. Sie wissen genau, jetzt geht es gleich los. Dann gehen wir für eine gute Stunde über den Berg.....setzten uns irgend wo hin und ich stelle mich mental auf den neuen Tag ein.
Wenn ich zurück bin, sind meine 2 Girls --- die Alpacas an der Reihe. Ich gehe zum Gras schneiden, was manchmal ziemlich aufwendig ist (siehe Blog "ich geh meilenweit für meine Camels"). Dann lege ich neues Heu nach, fülle das Wasser auf, miste den Stall aus und natürlich Unterhalte ich mich mit den zwei hübschen auch noch einen Moment.
Als nächstes kommen meine Blumen dran die Wasser brauchen, mein Grünhaus und der Garten. Das nimmt mir eine gute Stunde von meiner Zeit wo ich "nichts tu" ;-)
Wenn Tiffany (mein weisses Alpaca) hört, dass ich mit Wasser hantiere, kommt sie gleich zum Zaun und will ihre Dusche haben. Das macht uns dreien dann soviel Spass, dass wir gut und gern 20 Minuten lang baden.
Inzwischen ist es Zeit für Lunch. Danach ruft meine Tochter Christina aus der Schweiz an und wir reden und erzählen uns, was so unter der Woche alles passiert ist. Das kann gut und gern 90 Minuten dauern oder auch länger.
Unterdessen ist es fast 14. Uhr geworden. Vielleicht sind nun 3 Stunden übrig, wo ich nichts mache, weil Sonntag ist.......
Mein Leben ist so reich geworden ......ich beklage mich nicht, auch wenn der Sonntag meistens gleich aussieht wie der Dienstag oder Donnerstag.

Cindy unser Hofhund


Cindy mit 9 Wochen....

Das ist Cindy unser Berner Sennen Hund. Sie ist 2 Jahre und 8 Monate alt und "e totale Mueti - Höck". Eigentlich ist sie Urs's Hund. Urs wünschte sich für Jahre einen Berner.
Wir holten sie als 8 Wochen altes Baby in Pincher Creek in der Nähe von Lethbridg, Albert.
Auf der Heimfahrt die über 12 Stunden dauerte, wollten wir Cindy in einem Hundekäfig unterbringen. Der Käfig war gross und gut ausgepolstert.
Aber das kleine Hundekind wollte nicht allein auf dem Rücksitz bleiben und jammerte zum Steinerweichen. Immer wieder stellte es sich auf die Hinterbeinchen und seine Augen schauten mich bettelnd an.....wer kann da widerstehen? Ich nicht! Ich sagte zu Urs, lass uns anhalten und ich nehme klein Cindy einen Moment auf meinen Schoss. Wenn sie sich beruhigt hat, schläft sie bestimmt im Käfig ein.
Gesagt, getan. Das kleine Hundekind kuschelte sich an mich und genoss sichtlich die Aufmerksamkeit die ihr zuteil wurde. Ihr warmer, runder Bauch lag in meiner Hand....ich spürte das kleine Herzchen schlagen.....sie war ein so süsse , kleines Wesen.
Innert kürzester Zeit war Cindy eingeschlafen und träumte vor sich hin. Meine Hand war längst eingeschlafen und kribbelte und trotztdem wagte ich nicht die Hand wegzuziehen oder Cindy's Schlaf zu stören.
Auf dieser Heimfahrt haben sich unsere Herzen gefunden und das ist bis heute so geblieben. Fahre ich weg, Cindy wartet auf der Einfahrt bis ich wieder komme, wenn es sein muss für Stunden. Bin ich im Garten, Cindy legt sich so hin, dass sie mich im Auge hat.
Setze ich mich irgendwo hin, Cindy setzt sich sofort auf meine Füsse. Cindy schläft neben meinem Bett und steht nicht auf, solange ich im Bett bin und ich sage es nur Dir....sie kommt jeden Morgen bevor ich aufstehe zum Kuscheln zu mir ins Bett......aber nicht weitersagen, ich weiss dass man das nicht machen soll. Jetzt wo ich diesen Bericht schreibe, liegt Cindy
neben meinem Stuhl. Wie kann ich mein schlechtes Gewissen besänftigen, wenn ich im Frühling 08 für vier Wochen in Schweiz fliege, wird Cindy ihr Vertrauen --- das sie mir uneingeschränkt entgegen bringt --- verlieren? Muss ich ihr Herz neu erobern wenn ich nach dem Urlaub nach Hause komme?

Zen schenkt Lebensfreude

aufgenommen am 24. August um 20.10
 
Wieder geht ein Tag zu ende. Ein ganz gewöhnlicher Tag, mit all den alltäglichen Arbeiten und Aufgaben. Nach Zen soll man probieren jede Aufgabe --- und sei sie noch so belanglos --- mit ganzer Aufmerksamkeit zu erledigen. Nach dieser Philosophie lebe ich nun schon eine ganze Weile und es macht mich zufriedener.....reicher.
Dinge Bewusst zu tun ist eine Erfahrung die man ausprobieren sollte. Der Trend der heutigen Zeit geht eher in die andere Richtung. Das Motto: "Zeit ist Geld" kennt wohl jeder. Also erledigt man möglichst viele Dinge gleichzeitig. Während man telefoniert, kann man doch den Geschirrspüler einräumen, Zeitungen sortieren, Wäsche zusammenlegen, Blumen giessen und so weiter.
Schade.......viele Menschen vergeben sich damit die Chance diese Zen Erfahrung zu machen, die uns so viel Lebensfreude und Zufriedenheit bringen würde.

Frieda das Schaf



Frieda das Schaf, lebt nun in einer grossen Schafgemeinschaft....
Mir tat es oft leid wenn ich Friede sah, wie sie allein rumstand oder sich einen Platz zum Schlafen suchte. Sie und Tiffany waren zwar gut zusammen ausgekommen, aber ich denke doch, dass sie sich als Schaf allein gefühlt hat. Alpacas und Schafe sprechen nun mal nicht die gleiche Sprache und haben auch nicht die gleichen Lebensgewohnheiten. Ich kann jetzt beobachte, dass die beiden Alpacas viel ruhiger geworden sind und öfters ruhig da liegen und wiederkäuen. Frieda rannte oft ohne ersichtlichen Grund im Gehege herum, traktierte Tiffany mit ihren Hörnern, bis ich mit dem Besen dazwischen ging und laut schimpfte. Dadurch entstand eine Aufregung und Unruhe. Ich spürte, Friede war nicht happy. Aisha hatte von Anfang an eine Abneigung gegen Frieda. Kam sie ihr zu nahe, hat sie sie lautstark weg gescheucht und gespuckt. Auch im Stall gab es immer Probleme. Alpacas sind sehr saubere Tiere. Ihr "Geschäft" machen sie immer an die gleiche Stelle --- sofern die Stelle regelmässig gesäubert wird. Schafe aber machen überall hin, egal wo.....da wo sie halt gerade stehen. Weil ich die Wolle der Alpacas verspinnen will, ist es wichtig, dass sie so sauber wie möglich gehalten werden. So habe ich mich schon eine ganze Weile umgehört und nachgefragt, ob den jemand Frieda aufnehmen würde. Unser Nachbar über der Highway hat sich gefreut, als wir ihm Frieda vorstellten. Ein Schaf mit Horn, das ist schon was besonderes......ja er würde Frieda gerne zu sich nehmen. Urs, der Nachbar und ein junger Bursche probierten dann Frieda auf den Truck zu laden. Ich habe mich im Hintergrund amüsiert, wie Frieda die gestandenen Männer im Schach hielt......mit dem Vorderfuss angriffig scharrte und den Kopf senkte......
Nächste Woche werde ich sie mal in ihrem neuen Zuhause besuchen und sehen wie es ihr geht.
Jetzt haben wir schon drei von unseren Tieren abgeben oder loslassen müssen. Vor einem Jahr im August, verloren wir Erna unsere Katzenmutter auf der Highway, vor einem Monat Gina und nun ist Frieda gegangen. Obschon, bei Frieda ist es ja was anderes......aber ich hatte auch sie ins Herz geschlossen.


Wespenplage

Diesen Sommer ist es ganz schlimm mit den Wespen. Am Haus --- vorallem unter dem Dach ---haben wir über zwanzig Nester gesprayt. Sorry für alle die denken man könnte den kleinen Tierchen doch anders begegnen. NEIN....sie sind schlicht und einfach "a pain in the neck."
Die Biester sind auch für die Tiere eine Gefahr, weil an ihrem Trinkwasser und im Futternapf lassen sie sich auch nieder. Überall wo nur ein bisschen Wasser ist, sind die Wespen dran. Man muss aufpassen wie ein "Häftlimacher" dass man sie nicht drückt. Die Himbeeren kann ich vergessen. Es ist schlicht unmöglich die Beeren zu Pflücken. Sie sind alle angefressen und die Wespen hängen in Schwärmen in den Stauden. Wespen und Heuschrecken. Das trockene und warme Wetter muss ihnen sehr entgegen kommen. Sogar unter dem Metalltisch einer Holzfräse ---fast beim Sägeblatt --- haben sie ein Nest gemacht. Als Urs die Säge einschaltete, schwärmten die Wespen aus. Erst dann haben wir das Nest entdeckt. Dreimal haben sie mich innerhalb von zwei Wochen gestochen. Hier mein Rezept bei Wespenstiche: Sofort eine rohe Zwiebelscheibe drauflegen und den Saft auf der Einstichstelle einreiben. Dann gibt es weder eine Schwellung, noch tut es lange weh. Eine alte Frau hat mir das gesagt und es hilft wirklich....jedenfalls besser als das "Chemiezeugs" das ich mir extra dafür gekauft habe.

Stimmt nicht!

Da hat doch einer behauptet:"Schadenfreude ist die reinste Freude" stimmt nicht.....
Ich sage die Vorfreude, sich auf etwas freuen das noch in der Ferne liegt, aber man weiss es kommt.......das ist die grösste und reinste Freude. Christina und ich, wir planen im April 08
zwei Wochen Ferien in Frankreich. Viele Jahre haben wir als Familie die Sommerferien am Atlantik verbracht. In der Nähe von Biscarrosse haben wir --- meistens am See --- für drei Wochen auf einem Campingplatz gewohnt......es war eine schöne Zeit. Die Region ist wirklich sehenswert....viele Pinienbäume, tolle Radwege und man hat beides in nächster Nähe, den See und das Meer.
Ich freue mich mit meiner Tochter für zwei Wochen dorthin zurück zu gehen. Wir werden Radfahren, Lesen, viel Reden und Erzählen und in Erinnerungen schwelgen. Besonders freue ich mich aufs Strandwandern, den Wellen und der Brandung zuhören, die Augen in der horizontlosen Weite versinken zu lassen. Ich geniesse das Planen.......die Vorfreude!

Die Kraft der Baeume

In Deinem Garten steht ein Holunderbusch?
Dann solltest Du das unbedingt lesen!

Dem Holunderstrauch wurden sowohl unheilvolle als auch positive Eigenschaften nachgesagt. Das Verdorren eines Strauches zeigte den Tod eines Familienmitglieds an. Andererseits galt er als Abwehrmittel gegen schwarze Magie und Hexen, schützte vor Feuer und Blitzeinschlag und man sollte unter ihm vor Schlangenbissen und Mückenstichen sicher sein. Auch beherbergte er wohlgesinnte Hausgeister, was zu dem Spruch führte, dass man vor einem Hollerbusch den Hut ziehen müsste und den Strauch in vielen Hausgärten heimisch werden ließ.
Das habe ich kürzlich in einem Buch gelesen. Aber der Holder kann noch viel mehr!
Die Kraft der Bäumen ist enorm. So soll er äusserst wirksame und vielfältige Heilkräfte haben. Vom Holunderstrauch kann man fast alles verwenden. Sein Blütentee hat eine schweisstreibende Wirkung, seine Beeren stärken das Immunsystem, die Wirkstoffe seiner geschälten Rinden helfen gegen Wasseransammlung im Körper. Bereits das Energiefeld des Holunderbaumes ist Harntreibend und entwässernd --- Narben und Geschwüre heilen in seiner Nähe schneller. Wenn Du den Holunder berührst, kannst Du schon nach kurzer Zeit, spüren wie er Dich erfrischt und Deine kummervollen Gedanken vertreibt. Er stimmt Dich heiter, und gibt Dir neue Spannkraft, neuen Mut und rundum eine positivere Lebenseinstellung.
Du glaubst mir nicht? Nun......was kannst Du verlieren wenn Du es ausprobierst?
Leider haben wir hier auf dem Sunny - Hill keinen Holunderbaum. Aber sonst, ich stell mich sehr gerne an einen Baum um aufzutanken oder auch abzugeben.

Lachs auf Sommergemuese ( Eigenkreation! )


Als ich noch in der Schweiz lebte, hatte ich keinen Garten. Aber auch wenn ich einen gehabt hätte, die Regeln hier sind doch ein bisschen anders.
Hier sagt man......vor dem "May long weekend" sollte man nicht mit den Gartenarbeiten anfangen, weil es nachts immer noch Bodenfrost geben kann. An diesem langen Wochendende (mit Montag frei) ist dann aber jeder auf den Beinen der einen Garten hat. Es ist ein richtiges Gartenfest. Man grilliert, trinkt Bier und lädt Freunde und Familie dazu ein.....sofern man neben der Gartenarbeit noch Zeit hat.....meistens am Montag.
Auch ich habe einen Garten und sogar ein kleines Greenhouse! Urs machte es mit unseren Bäumen und es hat sich bewährt. So können meine Tomaten im Herbst doch noch einen Moment länger stehen bleiben als im Freien. Dieses Jahr habe ich sogar zwei Peperoni-Pflanzen und sie tragen auch kleine Früchte .....Peperöneli!! ;-)
Weil es jetzt so tolles Sommergemüse gibt, möchte ich gern mein eigenes Rezept weitergeben für:
gedünsteter Lachs auf einem Bett aus Sommergemüse.
Also, Du benötigst pro Person 150gr - 200gr Lachs ( am besten Filet).
Gemüse: Tomaten, Zucchini, Peperoni (ich nehme Grüne wegen der Farbzusammenstellung)
und Zwiebelringe, ein paar frische Basilikumblätter and that's it!
Die Lachsstücke mit scharfem Senf (Dijon) einstreichen und leicht salzen und einen Moment ziehen lassen. Den Boden einer Gratinform mit den Zucchini, Tomaten, Peperoni und dem Basilikum lageweise belegen (Gemüse soviel Du magst!) und.....mit wenig Salz, Pfeffer und
Aromat würzen. Den Salmon (Lachs) drauf legen und mit Zwiebelringen belegen. Einen Schuss Weisswein dazu und für 20 Minuten in den vorgewärmten (230 c) Ofen schieben.
Ich mag dazu sehr gerne Reis.
Enjoy your meal!!

Ich geh meilenweit........


Es gab da mal eine Zigarettenreklame die hiess: "Ich geh meilenweit für eine Camel".

Dieser Spruch kam mir heute morgen in den Sinn, als ich bewaffnet mit einer Sichel und einem kleinen Körbchen auf der Suche nach Schmackhaften Kräuter für meine Alpacas --- Kamele im weitesten Sinn --- war. Wir haben seit Wochen sehr heiss und geregnet hat es schon länger nicht mehr. Wo ich bis vor einem Monat ohne Probleme meine tägliche Ration Klee und Löwenzahn fand, ist nun alles braun und vertrocknet. Meine zwei Girls warten aber wie jeden Morgen auf ihr saftiges Grün. Ich marschierte also los um mein Bestes zu tun und während ich so ging, kam mir der Spruch in den Sinn......abgeaendert auf meine Situation:

Ich geh meilenweit für meine Camels ;-)

Da wo die Sonne nicht vom Morgen bis zum Abend hinscheint, habe ich dann Löwenzahn gefunden. Einzeln habe ich die Blätter rausgezupft. Als ich mit meiner Beute zurück kam, wurde ich schon erwartet. Voller Genuss haben sie sich über das Grün hergemacht und das hat mich für die lange Suche entschädigt. Die Alpacas bekommen auch noch jeden Tag Hafer und natürlich Heu. Haben sie fertig gefressen, warten die zwei Damen geduldig auf ihre tägliche Dusche. Dabei werden sie von mir mit dem Schlauch abgespritzt was sie sichtlich geniessen. Da steht auch noch ein Zuber wo besonders Aisha gern ihre Füsse badet.

Logging auf dem Sunny - Hill

endlich ist es so weit. Seit 2 Jahren planen wir das jetzt schon. Mal war es zu nass um Bäume zu Fällen. Dann war es zu windig, oder der Schnee lang zu tief. Dann hatte wieder Doug keine Zeit, weil er Notfallmässig Bäume umhauen musste oder nach einem Unwetter müssen die Aufräumarbeiten gemacht werden. In den Sommermonaten Juli und August werden den Logger Auflagen gemacht. Ist es zu trocken, dann dürfen sie wegen Waldbrandgefahr nicht mehr mit den Kettensägen im Wald arbeiten. Ein kleiner Funke könnte eine Katastrophe auslösen.
Dieses Jahr ist es noch nicht so trocken und darum werden die Bäume nun um gesägt. Vier Landungen sind schon in verschiedene Sägereien oder wie man hier sagt in Holzmühlen gebracht worden. Bis Mitte August müssen sie mit den Arbeiten fertig sein, sonst müssen wir wieder bis zum Herbst warten. Wird es dann zu nass, können sie mit dem grossen Truck nicht den Berg rauf fahren.... die Strasse würde zu sehr in mitleidenschft gezogen. Es ist also wirklich ein Glücksfall wenn alles wie geplant geht und die Arbeiten ohne Zwischenfaelle gemacht werden können.
P.S. --- ab 1. August mussten die Arbeiten im Busch eingestellt werden.
Jetzt warten wir dass der Regen kommt oder es nicht mehr so heiss ist.

Gina


Gina kam in unsere Familie im Februar 2003.
Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt keinen zweiten Hund, weil wir doch auf ziemlich
engem Raum lebten.
Aber Hubert, ein Freund von uns und gleichzeitig ein Boxerzüchter aus Calgary, brachte Gina einfach einmal mit, als er uns besuchte.
Maite --- unser Boxermädchen --- war damals zwei Jahre alt und freute sich ungemein über den vierbeinigen Besuch. Gina und Maite beschnupperten sich nur kurz und dann rannten und spielten die Beiden bis ihre Zungen fast bis zum Boden hingen. Sie verstanden sich auf Anhieb.
Unterdessen erzählte Hubert Gina's Lebensgeschichte die mir ins Herz traf.
Gina war das Opfer einer Scheidungfamilie geworden. Erst stritt man sich um sie und jeder wollte das Tier haben, bis sich dann zum Schluss keiner mehr um sie kümmern wollte.
So wartete Gina jeden Tag geduldig und allein in einem kleinen Vorgarten in Cranbrook bis ihre Menschen Zeit für sie haben würden.
So hat Hubert sie gesehen und dann mit der Frau Kontakt aufgenommen. Ohne langes Nachfragen oder eine Bedenkzeit hat sie Gina an Hubert abgegeben. Der hat sie natürlich gleich ins Auto gepackt und ist mit ihr ein 2. mal zu uns auf den Sunny - Hill gefahren. Dieses mal hat er sie dann bei uns gelassen.

Gina brachte keine Papiere mit und wir wussten daher nichts über sie. Wir machten gleich einen Termin beim Vet um sie durch zu checken und sie auf unseren Namen registrieren zu lassen.
Der Arzt sagte uns, dass Gina ungefähr plus minus 5 Jahre alt und in guter körperlicher Verfassung sei. Nur ihre Seele, die litt. Ihre Augen waren so leer und traurig. Sie wirkte apathisch und ängstlich wenn wir nicht in ihrer Nähe waren.
Doch dann.....von einer Woche zur andern veränderte sich Ginas Verhalten zu uns. Sie wurde
ein anhängliches, verschmustes Mädchen und ihre Augen bekamen wieder Leben und Gina zeigte uns ihre Liebe wann immer sie konnte. Sie war mein Mädchen.....meine Grosse.......

Letzten Herbst, nach dem Kampf mit einem Wolf, hat sie sich nicht mehr erholt. Sie erlitt
dabei eine Rückenverletzung und viele Bisswunden. Die Bisswunden heilten aus, der Rücken nicht. Die dadurch entstandene Lähmung wurde immer schlimmer. Zuletzt habe ich sie immer
hochgehoben und sie lief auf ihren Vorderpfoten...aber das war keine Lösung. Wir wussten, wir müssten sie einschläfern lassen.
Gina loszulassen, war eine sehr harte Entscheidung und tat uns allen weh.

Letzten Samstag ist sie in der Klinik in meinem Armen eingeschlafen.....wir werden immer mit viel Liebe an sie denken.

Maites ist furchtbar traurig über den Weggang von Gina. Ich gebe ihr Bachblüten die ihr Helfen werden über den Verlust hinweg zu kommen.......die Zeit wird ihre wunde Seele heilen. Die Zwei waren so unzertrennlich.......
Unsere vierbeinigen Freunde bringen uns so viel Freude, Liebe und Vertrauen entgegen.....
Das sollte uns die Kraft geben sie gehen zu lassen wenn die Zeit gekommen ist.

Creston um 1907



Das Bild zeigt Creston hundert Jahre bevor ich in diese Gegend zog. Creston ist zwar immer noch ein verschlafenes Nest aber der Ort hat sich doch zu einem attraktiven, kleinen Städtchen gemausert. Viele Geschäftsleute aus Calgary, kaufen sich hier Grund und Boden oder Häuser wo sie den Urlaub verbringen oder aber nach der Pensionierung leben wollen.

In Creston ist das Klima mild und darum ist die Gegend für ihre Frucht Plantagen bekannt. Hier wachsen Äpfel, Pfirsiche, Erdbeeren aber vor allem Kirschen. Die Crestoner-Kirschen sind die letzten die auf den Markt kommen --- so ab ende Juli.

Dann kommen junge Leute --- meistens aus Quebec um bei der Ernte zu helfen.
Jeden Sommer das gleiche Szenario. Ab Mitte Juli wimmelt es downtown von ausgeflippten Kreaturen. Für unser so konservatives und recht prüdes Creston eine Sensation. Wenn die jungen Männer und Modis mit Rastazöpfen, farbigen Haaren, überall Tattoos und sonderbarer Kleidung vor dem Einkaufcenter pic-nic machen.

Ich bin noch nicht so lange von der Schweiz weg, darum finde ich die Aufregung um die Cherry -pickers doch etwas übertrieben.
Mehr Bilder von Creston gibt es unter:

Ein Orkan.....


......fegte am Freitagabend den 29. Juni durch unser Valley.
Schon den ganzen Tag war es drückend heiss und unangenehm schwül. Gegen Abend überzog sich der Himmel und es wurde dunkel als ob es schon dämmern würde. Von einer Minute zur anderen kam Wind auf der sich zu einem Orkan steigerte.
Unsere Alpacas hatten schon im Stall Zuflucht gesucht als Urs runter ging um die Türe vom Stall richtig fest zu machen.
Die Zeit reichte grade noch um die Blumenkisten und Blumenampeln in Sicherheit zu bringen, dann flüchteten wir uns mit Hunde und Katzen ins Haus.
Mit unglaublicher Wucht fegte der Wind durch den Busch. Bog die Bäume bis sie knarrten..... Äste flogen durch die Luft und das Rauschen des kommenden Regen war schon von weitem zu hören.
Ein paar grelle Blitze erhellten den Himmel um fast gleichzeitig von einem knallenden
Donner eingeholt zu werden. Schon nach dem 2. Blitz blieb der Strom weg, was zu erwarten war.
Es war unglaublich laut.....der Wind...der Regen..... in Minuten sah unser Driveway aus wie ein Flussbett. Wir hörten das Aufschlagen von umfallenden Bäumen und hofften einfach nur, dass keiner unser Haus oder den Stall treffen würde.
Der Spuk dauerte etwa 20 Minuten, dann verzog sich der Sturm Richtung Cranbrook.
Nach einem ersten Gang ums Haus und Stall konnten wir keine grössere Schäden entdecken,
ausser einem Baum der auf den Hundezwingerzaun gefallen ist. Erleichtert und Dankbar kehrten wir zum Haus zurück. Wir konnten es fast nicht fassen, dass wir unbehelligt davon gekommen sind.
Am andern Morgen fuhren wir der Highway entlang um zu sehen was mit der Stromleitung passiert war. Was wir sahen erschreckte uns. Reihenweise lagen die Bäume kreuz und quer.
Hausdächer fehlten, und die Leitungen lagen mit Ästen verwickelt am Boden. In einen Holzmasten hat der Blitz eingeschlagen. Die ganzen 25 Kilometer bis Creston war die Leitung
runtergerissen und überall lagen Bäume.
Wir gingen nach Hause und holten Kanister um im nahen Creek Wasser zu holen. Wenn wir keinen Strom haben, haben wir auch kein Wasser.
Dann holten wir unser Gasrechaud aus dem Schopf und das Leben konnte weiter gehen.
Am Abend brachte uns ein Nachbar und Freund einen Generator, so dass wir unsere Tiefkühlschrank und auch den Eisschrank mit Strom versorgen konnten.
Ein Kompliment und Dankeschön an die Leute die fast Tag und Nacht gearbeitet haben, damit
wir so schnell wie möglich den Power zurück haben. Obschon ein solches Durcheinander war
und die ganze Region betroffen, hatten wir am Sonntagabend kurz vor 19.00 den Strom wieder zurück....und das alles an einem "long weekend" wir feiern doch am 1. Juli den kanadischen Nationalfeiertag.

Urs


Urs kam 1979 als junger Mann nach Kanada. Als gelernter Metzger und Koch, hatte er damals keine Probleme ein Visum zu bekommen.
Nach der ersten Saison flog Urs wieder in die Schweiz um die Papiere für die Emigrantion einzureichen. Nach nur 3 Monaten hatte er die nötigen Papiere in der Tasche und flog zurück nach
Edmonton (Alberta). Seitdem hat er die Schweiz nicht mehr besucht. Grund: Flugangst :-)
Urs hat in ein paar bekannten Hotels gearbeitet die man als Tourist kennen lernt.....z. B. in der Jasper Park Lodge oder im
Chateau Lake Louise war er für fünf Jahre.
Nach dieser aufreibenden Arbeit in Lake Louise wollte er nicht
mehr als Chef (Koch) arbeiten. Er gab die Stelle auf und reiste nach Kimberly British Columbia. Kimberly ist ein kleines Skigebiet und ist auch bekannt als Bavarien Town.
Es ist halt total touristisch.....mit deutscher Musik und Kuckucksuhren, Apfelstrudel, Bratwurst und Schnitzel.
Dann zog es Urs Richtung Invermere.....Radium Hotsprings.
In Radium gibt es eine grosse Holzmühle und Urs des Gastgewerbe müde geworden, bewarb sich um einen Job in der Mühle. Leider hatte er 1996 einen schweren Arbeitsunfall der ihm fast
seinen rechten Arm kostete. Nur mit viel Glück konnte der Arm gerettet werden. Er musste
viele Operationen über sich ergehen lassen. Als ich Urs kennen lernte, war er ziemlich down....war deprimiert und der Kampf mit der Versicherung hat ihn verbittert. Der Streit um seine Rente zog sich über elf!! Jahre hin.
Heute geht es Urs psychisch wieder gut. Mit seiner Behinderung hat er gelernt zu leben und umzugehen. Nur manchmal da kommt der Frust doch wieder hoch. Immer dann wenn er was machen will was vor dem Unfall selbstverständlich war und heute geht es nicht mehr oder nur schwer.
Für alle Arbeiten braucht er viel mehr Zeit.
Aber wir sind zufrieden, denn Zeit ist das einzige was wirklich haben.
Wir setzen uns nur kleine Ziele die auch erreichbar sind und freuen uns über jeden Erfolg.

Homesteader


Als wir im Mai 2001 unseren Berg kauften,
war noch nichts da......weder Wasser, noch Strom oder eine Strasse zum reinfahren.....da war einfach nur Busch.
Das Grundstück wurde zwar 5 Jahre vorher teilgerodet.
Das heisst, es stehen immer noch viele, recht hohe Bäume.....vor allem Nadelbäume.

Homesteader nennt man die Menschen die sich auf einem Stück Land niederlassen um es urbar zu machen.

Im Juni haben wir dann als erstes nach Wasser gebohrt.

Es dauerte 2 Tage bis wir in 186Ft (ca 61 m ) Tiefe auf eine gute Quelle stiessen. Sie gibt uns 45 Liter in der Minute.
Dann mussten wir jemanden beauftragen der uns den Platz wo wir unseren Trailer hinstellen wollten, einigermassen flach machte.

In dieser Zeit wo die Arbeiten auf unserem Berg gemacht wurden, wohnten wir in einem gemieteten Haus in West Creston. Eigentlich hatten wir gehofft, über den Winter auf unserem Grundstück wohnen zu können.
Im September kauften wir einen alten, kleinen Trailer um wenigstens ein Dach über dem Kopf zu haben. Ein Trailer ist ein mobiles Haus, das mit einem Trucker transportiert wird.

Aber wie es halt so geht......alles braucht seine Zeit.....die Kanadier leben nach dem Motto:
"was Du auf Morgen kannst verschieben, muss nicht unbedingt heute gemacht werden"!
Zugegeben, das ist nicht immer einfach.....kommt drauf an auf welcher Seite man steht ;-)
Auf jedenFall von der europäischen Geschäftigkeit ist hier nicht viel zu spüren.
Das Beste was man sich antun kann ist, lernen selber nach diesem Motto zu leben statt sich aufzuregen. Damit beeindruckt man hier keinen .....und......nicht immer alles so tierisch wichtig zu nehmen.
Meistens stimmt es nämlich....man kann es auch noch am nächsten Tag erledigen.
Besonders wir Schweizer tun uns schwer mit einer solchen Einstellung..... ich weiss es aus eigener Erfahrung.
Als wir sahen, dass wir es nicht schaffen würden den Trailer für den kanadischen Winter fit
zu bekommen --- Strom hatten wir ja auch noch keinen.....fliessend Wasser auch nicht ---
blieben wir den Winter über in Creston.
In diesem Winter fuhr ich mit Maite (meinem Boxermädchen) fast jeden Tag zu unserem Berg raus. Der Schnee lag da viel höher und die Sonne schien öfters als in Creston wo oft der Nebel sitzen bleibt. Ich kam mir vor wie in einem Wintersportort.....ich genoss jeden Tag und ich tu es noch heute.
Es gibt keinen Tag wo ich mir nicht voll bewusst bin, wie privilegiert ich bin und wie dankbar hier in diesem wunderschönen Valley zu leben......







Begegnung mit dem Baer



In der Provinz Britsh Columbia leben mehr Bären als Menschen.

Darum ist es keine Seltenheit, dass Menschen einem Bär begegnen wenn sie sich im Busch Aufhalten. Im Sommer wenn die Beeren reif sind, oder wenn die Fruchtbäume reife Früchte tragen, dann kommen sie auch zu den Häusern. Man würde ihnen die Fruchte ja nicht vergönnen, aber sie reissen ganze Äste ab und machen dadurch grosse Schäden an den Bäumen. Ich habe einmal gesehen wie so ein halbwüchsiger voller Zorn einen leeren Apfelbaum zugerichtet hat. Er ist rauf geklettert und dann hat er den Baum geschüttelt und gerüttelt. Blätter und kleine Äste flogen nur so rum.
Missmutig stieg er vom Baum und verzog sich schimpfend im Busch.
Im Frühjahrwenn die Bären nach einem langen Winterschlaf aus ihren
Bauten rauskommen, geht man ihnen besser aus dem Weg. Hungrig, missmutig und grumlig sind sie dann auf der Suche nach Nahrung.
Auch auf unserem Berg hat es Bären. Da sie scheu sind, sieht man oft nur ihre Hinterlassen-schaft.
Am letzten Freitag war ich mit meinen Hunden für einen langen walk auf dem Berg unterwegs.
Auf dem Nachhauseweg, gar nicht weit von unserem Haus entfernt --- der Weg macht da eine leichte Biegung --- stand plötzlich ein Schwarzbär mit einem Jungen an seiner Seite vor mir.
Gemächlich trotteten sie den Weg hinauf. Gott habe ich mich erschrocken --- keine 12 m trennten mich von Mutter und Kind. Wenn ich einen Bär erwartet hätte, dann weiter oben und nicht so nah bei unserem Haus.
In diesen Sekunden wo ich den beiden Bären gegenüberstand, rasten meine Gedanken. Alles was ich über Begegnungen mit Bären gehört und gelesen hatte ging mir durch den Kopf.
Nicht rennen, dem Tier nicht den Rücken zukehren, langsam zurückgehen.....nur keine Panik.
Glücklicherweise blieben meine Hunde --- Cindy ein Berner und Maite ein Boxer --- in einiger Entfernung hinter mir (sie waren mit Spurensuche beschäftigt!!)
Sie haben nicht mitbekommen was ich gesehen hatte.....Gottseidank. Wenn Bären ihre Jungen mit sich haben, sind sie besonders Aggressiv und unfreundlich. Mit klaeffenden Hunden machen sie kurzen Prozess.
Ich zog mich also langsam, rückwärts gehen zurück und verschwand im Busch mit meinen Hunden. Erst als ich in sicherer Entfernung war, traute ich mich stehen zu bleiben und zu horchen ob er uns eventuell doch noch folgt.

Als ich wieder zu Hause war, fragte mich Urs: Die Kamera hast Du nicht mitgehabt?

Nein hatte ich nicht. Ich bin mir aber nicht sicher ob ich so cool gewesen wäre, um ein Bild von Mama Bär mit Kind zu machen.....ich glaube nicht.






Britsh Columbia steht in Flammen!


Im August 2003 konnte man in der Zeitung lesen: Britsh Columbia steht in Flammen!
Der Westen Kandas erlebt die schlimmsten Waldbraende seit gut einem halben Jahrhundert.
In den Provinzen BC und Alberta wurden rund 11.000 Mensch vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Ausser Feuerwehrleuten aus ganz Kanada, ist inzwischen auch das Militaer im Einsatz. Naehe Kamloops BC, wurden mehr als 40.000 Hektar Land vernichtet......
Es war ein langer, heisser und angstvoller Sommer 2003. Die Temperatur stieg fuer Wochen immer wieder auf 36 - 40 Grad.
Wochenlang flogen Helikopter den ganzen Tag mit Wasserbeutel im Tiefflug ueber unser Haus hinweg. Flugzeuge mit Wassertanks holten im 45 Km entfernten Kootenay Lake Wasser zum Loeschen der Flammen. Der Rauch hing wie dichter Nebel im Valley und liess die Sonne in ungewoehnlichen Farben erleuchten. Die Menschen wurden aufgefordert im Haus zu bleiben und sich nicht im Freien aufzuhalten.
Es war ein unheimliches Szenario. Am Abend bevor wir ins Bett gingen einen letzten Blick zum Himmel.....am Morgen genauso.
Wir leben nahe der Grenze zu den USA und im Staate Montana brennt es auch jeden Sommer.
Wie dankbar waren wir, als dann nach Monate der erste Regen fiel und wir diese Zeit unbeschadet ueberstanden hatten.
Im letzten Sommer fuhr ich mit einer Freundin die bei uns zu Besuch war, von Radium Hot-Springs nach Banff durch den Banff National Park (Highway 93). Welch trauriger Anblick!
Ganze Bergseiten ragten nur noch die schwarzen Staemme als Ueberreste des letzten Feuers gespenstig in den Himmel.....und was das Feuer nicht schaffte, an dem arbeitet nun der "Pine beatle".
Tausende von Baeume stehen da mit blutenden Staemme und nach und nach gehen sie ein.
Was kann man da machen? Ein kalter, kanadischer Winter mit Temperaturen um die 20 Grad minus fuer mindestens ein paar Wochen koennte helfen.
Auch wir haben auf unserem Berg festgestellt, dass der Kaefer in den Pinien ist.
Wir haben uns entschieden die Baeume zu faellen und zu verkaufen, bevor sie von selber umfallen und die anderen, gesunden Baeume auch noch verletzen. Aber mit jedem Baum der faellt, schmerzt mir die Seele.
Viel kann man mit den Baeumen im Moment nicht gewinnen. Der Markt ist gesaettigt.
Der naechste Sommer steht vor der Tuer.....hoffen wir auf genug Regen und keine Buschfeuer
die sehr oft von unvorsichtigen Menschen ausgeloest werden, die nicht verstehen wie wenig es braucht um unsere Waelder brennen zu lassen.

Glarner Ziger, Hero Konfi und Thomy Senf.....

Als ich im Fruehling 2001 nach Kanada kam, hielt ich immer ausschau nach Europaeischen Dingen. Wann immer ich einkaufte, streifte ich mit offenen Augen durch die Gestelle auf der Suche nach Hero Konfi und Kambly Braetzeli. Fand ich dann etwas was mir vertraut war, freute ich mich wie ein Schneekoenig.
Aber je laenger ich hier Lebe, je weniger vermisse ich den europaeischen Stuff, suche ich nach Knorr, Kambly, oder Hero. Ich habe festgestellt, die kanadischen Produkte schmecken (fast) genauso gut. Man gewoehnt sich auch an den Geschmack und ploetzlich weiss man gar nicht mehr wie z.B. ein "richtiges" Fondue schmeckt. Warum ich grad auf Fondue komme? Nun, als ich nach Kanada auswanderte, habe ich ein Fondue-Set als Geschenk von einer Freundin mitbekommen.....als Andenken.
Gottseidank!! Hier --- mit hier meine ich immer die Region wo wir leben --- kann man keine Fonduecaquelon kaufen....das kennt man hier nicht. Die Kanadier essen lieber Fleischfondue oder halt Schoggifondue mit Fruechten.
Als ich uns zum ersten mal ein Fondue machen wollte, suchte ich in den zwei Geschaeften die es in Creston gibt nach dem passenden Kaese.
Wir koennen zwar Schweizerkaese kaufen, aber fuer ein Vermoegen. Es gibt Emmentaler und manchmal Grujere zu kaufen. Alle Beide sind mild und langweilig und nicht geeignet fuer Fondue.
Einzige Alternative: Fondue "Swiss style im Beutel (wird ueberigens von Emmy aus der Schweiz importiert)!
So machen wir halt ab und zu Fondue aus dem Beutel Swiss style. Das besagte hat zwar nicht sonderlich viel Rasse aber es vermittelt doch etwas von einem gemuetlichen Fondueabend.
Am Anfang hatte ich die witzige Idee, das Fondue Swiss style muesse man nur mit etwas Kirsch aufpeppen und schon schmeckt's wie in der Schweiz.
Hat jemand von euch schon mal in Kanada Kirsch gekauft? --- damit meine ich in BC, Creston.
Auf der Flasche sind zwar zwei gluschtige Kirschen zu sehen und es steht auch "Kirsch" auf dem Etikett aber schraubt man die Flasche auf und riecht daran, faellt es schwer zu sagen was es nun definitiv ist. Es riecht sehr stark nach Chemie.
Wir haben das Aufpeppen aufgegeben. Wuerzen das Ganze nur noch tuechtig mit Pfeffer nach
und geniessen das Swiss style Fondue als das was es ist.

Meine kleine Welt hat an Lebensqualtitaet gewonnen. Seit etwa einem Jahr importiert ein Freund von uns der in Cranbrook eine Baeckerei hat, Schweizerkaese. Regelmaessig kaufen wir nun rassigen Appenzeller, wuerzigen Tilsiter und sogar einen Tete de Monk hat er in seiner Vitrine stehen. Letzten Winter gab es ein paar mal ein Raclette mit echtem schweizer Raclette
Kaese ---- und das auf dem abgelegenen Sunny - Hill ( Name unseres Berges) in BC.

Wuerden wir in Calgary wohnen, koennten wir uns fast alles kaufen. Es gibt da Import Geschaefte, die verkaufen sogar Glarnerschabziger --- ja ich weiss, das essen nicht einmal alle Schweizer gern --- trotzdem, Freunde von uns haben sich umgesehen und uns ein paar Becher Glarnerziger mitgebracht. Was bezahlt man in der Schweiz fuer diese kleinen Becher? Wir haben $ 5.60 fuer ein kleines Becherli bezahlt. Aber was solls....wir mischen ihn mit Butter und streichen in am Sonntag auf die selbstgemachte Zuepfe. Was fuer ein Leben!!

Mal habe ich einen aelteren Schweizer der schon sehr lange hier in Kanada lebt gefragt:
Was vermisst Du am meisten aus der Schweiz? Seine Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: Thomy Senf! Oft sind es wirklich die kleinen, alltaeglichen und unscheinbaren Dinge die einem im Ausland abgehen.

Ich mache verschiedene Konfituere selber, aber wenn ich gelegenheit habe, kaufe ich ein Glas Hero Konfi, sie schmeckt halt wirklich sehr gut und kanadische Hersteller machen keine Stachelbeer Konfi oder von schwarzen Kirschen....gibt es nicht zu kaufen.

Was auch ein Verlust ist, eine heisse Schale mit Schuemli und dazu ein knusperiges, luftiges Gipfeli.
Unsere kanadischen Gipfeli --- wenn es ueberhaupt gibt --- sind eher Gipfel. Sie sind derb
und halten keinem Vergleich stand. Der Kaffee ist zwar meistens auch heiss, aber ziehmlich duenn. Kanadier trinken so viel und oft Kaffee, dass sie einen europaeisch starken Kaffee gar nicht vertragen wuerden. Dafuer zahlen wir fuer einen Kaffee mit einem Gipfel nur etwa
$ 2.30 Dollar und beim Kaffee gibt es "refill". Das heisst, die Bedienung kommt immer wieder mit der Kaffeekanne von Tisch zu Tisch und schenkt nach so oft der Gast das will. Tee gibt es meistens nur im Kaennchen und auch da wird --- wenn der Gast das moechte --- heisses Wasser nachgefuellt. Wenn ich denke wie teuer in der Schweiz das heisse Wasser verkauft wird....

Wenn Sie jetzt denken ich wuerde ungluecklich sein wegen der Dinge die ich vermisse, nein bin ich nicht. Aber wenn wenn man sie kaufen kann, warum nicht?
Man goennt sich ja sonst nichts ;-)