Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)




Menschen auf dem Sunny-Hill

Menschen auf dem Sunny-Hill
Mein täglicher "walk" über den Berg...hier mit Pax (Maremma) und Maite ein Boxergirl

Frühling, Zeit der Bären

Frühling, Zeit der Bären
Frühling, Zeit der Bären

happy new year




Wir vom Sunny-Hill
wünschen euch
ein friedliches und
gesundes neues Jahr.....

Der Grizzly




Der erste Schnee ist gefallen, aber es war noch nicht sehr kalt, als unser Nachbar Phil eines seiner Rinder schlachtete. Am späteren Nachmittag als er einen Moment vor das Haus trat, stockte ihm der Atem......nicht weit vom Haus stand ein Grizzly und hielt schnuppernd seine Nase in die Luft. Grizzlys haben einen ausgeprägte Geruchsinn und so blieb ihm die Schlachterei nicht verborgen. Schnell alarmierte Phil die Baer aware von Creston Valley, die auch innert kurzer Zeit bei ihm eintrafen.
Es gibt hier eine Gruppe Menschen, die Kümmern sich um solche Bären die zu nahe zu den Häuser kommen, studieren die die Distanzen die die Tiere zurück legen und so weiter.
Der Bär wurde betäubt und dann gewogen, vermessen und untersucht....sogar ein Halsband bekam der grosse boy bevor er wieder in die Freiheit entlassen wurde.

Letzen Mittwoch bin ich beim Spaziergang seinen Spuren begegnet. Sie sind gute 20cm
lang und man kann seine langen Krallen ganz deutlich im Schnee sehen. Ich habe dann einen anderen Weg genommen um ihm nicht zu begenen.
Gerne wäre ich bei der Action dabei gewesen, aber die Anwesenheit zu vieler Menschen erzeugen nur Stress und sind nicht erwünscht.

Der erste Schnee und schon Krise



Von Sonntag auf Montag war Schnee angesagt --- was auch für hier sehr früh ist. Als ich am Montagmorgen aufstand war tatsächlich alles weiss und es schneite in dicken Flocken. Die Reaktion meiner beiden Mädchen hätte unterschiedlicher nicht sein können. Während Maite eher zögernd ihre Pfoten in das kalte "Weiss" setzte, stürmte Cindy raus und wälzte sich mit Begeisterung erst drei, vier mal im frischen Schnee. Sie blieb auch gleich draussen liegen, während Maite gleich nach beenden des Geschäfts wieder in die warme Stube wollte.
Aber der erste Schnee brachte auch gleich einen Vorgeschmack auf das, was bei uns im Winter öfters passieren kann: Stromausfall! und zwar blieb der Power von Montagmittag 14.00 Uhr, bis Dienstagmorgen um 9.00 Uhr weg. Für solche Fälle haben wir einen Generator. Weil der aber so laut ist wenn er läuft, beschränken wir uns auf das Notwendigste.....wir brauchen ihn nur für den TV. ;-) Ja es stimmt, ohne TV sind Kanadier nur halbe Menschen....oder vielleicht nicht mal. Auf vieles kann er verzichten, aber nicht auf das Fernsehen!

Das erste mal habe ich die Power Companie um 15.00 Uhr angerufen um zu fragen, ob schon jemand gemeldet hat, dass wir hier zwischen Kitchener und Yahk keinen Strom haben. Das zweite mal rief ich etwa um 17.00 Uhr an um zu fragen ob sie schon was unternehmen konnten und abklären wie lange der Ausfall wohl dauern wird. Um diese Zeit konnte man mir noch nichts genaues sagen.....nur, dass es dauern wird! Als ich um 21.00 Uhr noch einmal anrief --- diese Nummer ist auch nacht's besetzt --- versicherte mir ein netter, verständnissvoller Mann, dass es bestimmt nicht mehr sooo lange dauern könne. Wir lachten noch als er sagte: Bestimmt wird bis zum Morgenkaffee alles wieder o.k sein.! Klar, bis dann ist der Power bestimmt wieder da......keine Zweifel.
Mit dieser Zuversicht ging ich um 22.00 Uhr ins Bett. Komisch, wenn man Strom hat, braucht man kein Licht zum Schlafen. Weiss man aber, dass da kein Licht ist, dann wacht man immer wieder auf um nachzusehen, ob es vielleicht schon wieder funktioniert.....das Licht!

Um 7.30 als ich aufstand, war der Strom immer noch nicht zurück. Ich also gleich wieder ans Telefon um zu fragen was denn eigentlich los sei zwischen Kitchener und Yahk. Der nette Mann von gestern Abend war abgelöst worden durch eine Frau, die nicht so recht wusste, wovon ich sprach. Auf meine Frage meinte sie: oh....you still have no power? I can take your name and phone number.
Geduldig erklärte ich ihr, dass sie meine Tel Nr. längst haben, weil ich schon zum
vierten mal anrufe. Nach Rücksprache mit jemandem aus dem Hintergrund, konnte sie mir dann die erfreuliche Mitteilung machen, dass es bestimmt nicht mehr soooo lange dauern würde.....was dann wirklich auch stimmte. Um 9.00 Uhr....schwupps.....all die vergessenen, angeknipsten Lampen leuchteten mit einem mal auf. Microwave, Kochherd und Kaffeemaschine alles blinkte wie in einem Cockpit. Aber ich war der dankbarste und glücklichste Mensch, denn nun gab es endlich einen Kaffee.
Beruhigt ging ich in den Stall und mit den Hunden auf den Walk, denn es war ein strahlend schöner Tag und meine kleine Welt wieder in Ordnung. In der Küche musste ich Ordnung machen, weil wir am Abend zuvor --- beim Licht der Taschenlampe --- nur das notwendigste aufgeräumt haben. Ich war gerade am Vorbereiten des Mittagessens als schwupp.... der Strom wieder wegblieb. Mir entfuhr ein Bärndütsches "Gopfridschtutz nid scho wieder! Kurz entschlossen zügelte ich meine Töpfe auf den Holzofen im Wohnzimmer um unseren Lunch fertig zu machen. Beim Essen kam ich mir vor, als hätte ich die halbe Welt überlistet. Etwa um 13.30 kam der Strom dann wieder zurück.


isch doch romantisch oder?

Herbscht



Die Nächte sind jetzt wieder kalt --- so um die 4 Grad minus --- aber tags ist es sonnig und angenehme 18 - 20 Grad. Es ist Herbst geworden und den Winter kann man schon riechen. Einmal hatten die Berge um uns herum schon eine weisse Haube.
Trotzdem, oder gerade deswegen, der Herbst ist eine wunderschöne Jahreszeit.
Es gibt jetzt für uns noch viel Arbeit, bevor der Schnee kommt. Die Planzen müssen reingenommen oder weg geräumt, zurück geschnitten und zugedeckt werden. Alle ausgelegten Wasserschläuche müssen abmontiert, geleert und zusammengerollt werden. Ich sammle all die Wasserbecken ein die im Sommer für Hund, Katz und Martha bereitgestanden habe, putze sie und stelle sie in den Stall bis zum nächsten Frühjahr.



Die meiste Zeit machen wir jedoch Feuerholz. Im Winter heizen wir am liebsten mit Holz.... nur zum Nachhelfen oder Temperieren heizen wir mit Gas. Die Arbeit mit dem Holz teilen wir uns auf. Urs zersägt und spaltet das Holz --- wir haben eine kleine Holzspaltmaschiene und so kann Urs trotz der Behinderung mit seinem Arm, Holz spalten. Mein Job ist es die Holzrugeli zusammen zu tragen in die Traktorschaufel oder den Anhänger zu legen --- je nach dem wo wir das Holz holen --- und beim Haus aufzuschichten.
Die Arbeit macht mir nichts aus.... im Gegenteil, es ist eine Arbeit wo man weiss wofür man arbeitet und man schätzt im Winter die gmütliche Wärme und eignetlich erfüllt es mich mit zufriedenheit, wenn auch ich meinen Teil zu dieser Wärme beitragen kann.

Zwetschgen Zeit, Bären Zeit!



Beobachten ob alles o.k. ist.....



....dann ran an die Zwetschgen!!

Unglaublich wieviel Anziehungskraft so ein Zwetschgenbaum auf einen Bären haben kann.
Am Samstag war ich bei "meinem" alten Ehepaar um ein bisschen nach dem rechten zu sehen. Schon als ich aus meinem Truck Ausstieg hörte ich es unter dem Pflaumenbaum ---der in einer Senke steht --- rascheln. Ich wollte mich aber nicht selber überzeugen wer die letzten Früchte stibitzt, denn ich konnte es mir gut vorstellen.
Ich war gerade am Bügeln als ich hörte wie eine Nachbarin laut rief:" he went that way......there, there he is!" Mitten auf unserem Rasen(bei Ilse und Klaus)stand ein halbwüchsiger Braunbär der sich durch das Gezeter der Nachbarin überhaupt nicht aus der Ruhe bringen liess. Gemütlich trottet er zum Gebüsch zurück.
Keine halbe Stunde später kam Ilse und rief:" Ursel, Ursel komm schnell, der Bär ist am Zwetschgenbaum. Tatsächlich, da stand ein grösserer Bär als vorhin --- wohl der grosse Bruder --- ;-) und machte sich daran die Zweige des Baumes zu schütteln.
Ilse wollte ihn wegjagen und klatschte in die Hände und rief ihm zu er soll verschwinden, was er dann auch sehr widerwillig tat.
Kurze Zeit später war er aber schon wieder am Baum. Ich bat Ilse ihn doch zu gewähren, da der Baum fast leer war.....nur ganz oben hingen noch ein paar Zwetschgen.
Bären sind so smart, als durch das Schütteln der Äste keine Früchte mehr herunter fielen, stieg er kurz entschlossen auf den ziemlich mickrigen Baum. Er sass da oben für vielleicht eine Viertelstunde. Alles was man sah war, dass ab und zu ein Ast zurück schnellte den er wohl festgehalten hatte und ich war erstaunt das der Baum unter dem Bärengewicht nicht zusammen brach.
Dann stieg er vorsichtig vom Baum runter, sah sich noch einmal um und verschwand im Busch.
Es stehen noch 2 Zwetschgen Bäume die immer noch Früchte tragen, so wird er wohl wieder zurück sein, wenn sein "Gluscht" auf was süsses erwacht.
Aber auch am Apfelbaum waren viele Aeste am Boden und es hatte tipische Häufchen, so dass man annehmen kann, dass er davon auch schon probiert hat.
Der Bär muss sich ja für den Winterschlaf vorbereiten, da gehört sich eine dicke Speckschicht anzufressen auch dazu.

Alltag.....


Lake Louise..... einfach schön

Christina mit Scooter und Amy...

Schon sind es fast wieder 2 Wochen, dass Christina in die Schweiz zurück geflogen ist.
Am 23. August holte ich meine Tochter in Calgary am Flughafen ab, damit wir am nächsten Tag über die Rockies zurück nach Hause fahren konnten. Wir machten einen Stopp beim Chateau Lake Louise und wanderten am Seeufer entlang. Das Wetter war toll und Christina tat die Bewegung nach der langen Reise richtig gut. Mir gefällt die ausnehmend kitschige Kullise von Lake Louise sowieso sehr gut. Diesmal habe ich keine Bilder gemacht....habe schon so viele davon ;-)
Als wir gegen Abend auf dem Sunny-Hill ankamen, wurden wir herzlich von zwei- und Vierbeiner Empfangen und alle freuten sich.
Mit unseren Tieren hat sich Christina schnell angefreundet, sogar Martha liess sich von ihr die Frühstücksflocken bringen. Das ist gar nicht selbstverständlich, denn Martha ist Fremden gegenüber ziemlich zickig.
In der 2. Woche fuhren wir Zwei in den Waterton Park auf der canadischen Seite und durch den Glacier Park (USA) was uns enorm beeindruckt hat......so viel Natur....einfach toll.
Ende August gab es auch noch eine kleine Party auf dem Sunny Hill mit Bratwurst, Tomaten- und Kartoffelsalat Bier, Wein und guter Musik. Zum Dessert hat uns Urs wieder seinen wunderbaren Apfelkuchen gebacken.

Die Tage vergehen immer so schnell wenn Christina bei uns ist.....zu schnell.
Ist Christina wieder weg, brauche ich ein paar Tage um mich wieder zu finden.
Jetzt hat uns der Alltag wieder eingeholt..... Urs und ich gehen den täglichen Arbeiten nach die jetzt im Herbst anstehen.

Ägschen (Action) auf dem Sunny-Hill

das Bild zeigt nicht wirklich wie es war ;-)



es ist noch ziemlich früh am Morgen, als ich mit den Hunden auf dem Berg unterwegs bin.
Mit zügigem Schritt gehe ich den Berg hinauf, in einer Hand einen Apfel in der anderen den Bärenspray. Maite und Cindy bleiben ein Stück zurück um ja jede Spur oder jedes Häufchen beschnuppern zu können. Nach einer Weile erreiche ich die Lichtung wo zwei Stühle stehen. Diese Stühle haben wir mitgebracht, weil Urs letzten Februar auf dieser kleinen Lichtung einen alten, moderigen Holzhaufen verbrannte. Das Feuer konnte man in der ersten Zeit nicht allein lassen, so haben wir da oben Lunch gegessen und das Feuer beobachtet.

Normalerweise bin ich aufmerksam wenn ich durch den Busch gehe, beobachte gut und vorallem höre ich auf Geräusche. Heute ist alles anders......in Gedanken versunken erreiche ich die Lichtung wo ich mir vorgenommen habe, meinen Apfel zu essen.
Ich gehe auf die Stühle zu, stelle meinen Spray ab und nehme mit einer Hand den Stuhl um ihn an die Sonne zu stellen. In dem Moment wo ich ihn mit voller Kraft herumschwenke, hopst nur ein paar Meter von mir, etwas in den Busch. Ich sehe nur noch einen dicken, zotteligen, dunkelbraunen Hintern im Busch verschwinden. Es knacken Äste und ich höre wie der Bär davon rennt. Erschrocken ....nein geschockt! schaue ich in die Richtung wo der Bär verschwand. Er muss sich wohl genauso erschrocken haben. Bestimmt hat er mich vorher schon gesehen und beobachtet. Wie ich dann aber diese brüske Bewegung mit dem Stuhl machte, dachte er wohl: nichts wie weg! ;-)

Zu mir selber sagte ich dann: wow.....Ursi, jetz hesch aber Glück gha.
Erneut ergreife ich den Stuhl schwenke ihn herum und dabei schaue ich nun doch in die Runde
bevor ich den Stuhl an den vorgesehen Platz stelle.
Ich fasse es nicht!! Da sitzt ja noch einer. Nicht übertreiben, nur ein paar lausige Meter von mir entfernt sitzt im Schatten eines herunter hängenden Astes ein zweiter Schwarzbär.
Wir sehen uns eine Sekunden Länge an und der Bär macht mit seinem grossen Kopf eine schwenkende Bewegung in meine Richtung und dazu gibt er grunzende Laute von sich, macht aber keine Anstalten weg zu gehen. Ich entnehme daraus, dass er sich wohl über mein Auftauchen eher nervt als fürchtet. Langsam stelle ich den Stuhl auf den Boden, nehme den Bärenspray und dabei rede ich ruhig aber sinnlos vor mich hin, während ich rückwärts den gleichen Weg zurück gehe den ich gekommen bin. Immer wieder wiederholte ich: alles ist o.k. ich gehe ja schon......good boy......dabei weiss ich gar nicht ob es wirklich ein Boy war! War mir aber eigentlich auch egal und ich denke dem Bär auch.
Ich beschloss auf der unteren "Landing" meine Apfelpause zu zelebrieren. Mein Herz pochte immer noch schneller als normal, als ich mich auf einen am Boden liegenden Baumstamm setzte.
Die Hunde waren mir nach unten gefolgt und legten sich in meiner Nähe in den Schatten.
Erleichtert und gleichzeitig erfreut das ich diese Begegnung mit den Bären hatte, biss ich endlich in meinen Apfel. Kauend schaute ich nach links und mir bleibt fast der Biss im Hals stecken.
Nicht mehr als einen Steinwurf von mir entfernt sitzt ein Kojote und beobachtet mich. Ich vermute es ist immer der das gleiche Tier, das uns schon mehrmals folgte.
Ich klatschte in die Hände und sagte laut: geh weg! Hopp geh weg! Aber anstatt weg zu gehen
markierte er sein Revier.
Mein Klatschen war aber für die Hunde ein Zeichen zum Angriff....egal um was es geht.
Sie stürzten sich in Richtung Kojote und die Jagd begann. Die Drei rannten den Berg hinunter und ich denke nur noch.....was ist bloss heute los? Kurzum kamen Maite und Cindy mit hängenden Zungen zu mir zurück. Weit unten hörten wir den Kojote reklamieren und jäppen.
Erschöpft machte ich mich auf den Heimweg.....den Apfel ass ich beim Gehen.
Kamera? Nein, leider hatte ich meine Kamera nicht mit dabei.......

Geschichten um Martha



Vor 3 Wochen habe ich geschrieben, dass die Gans Martha bei uns abgesetzt wurde. Nun, Martha ist immer noch bei uns und ich denke es geht ihr gut und sie hat sich mit allen ---na ja sagen wir mal mit fast allen --- "arrangiert". Schon nach 3 Tage wusste sie genau, wenn es etwas zu futtern gibt. Komme ich am Morgen mit dem frisch geschnitten Gras zu den Alpacas und rufe sie zum Fressen, kommt Martha mit ausgebreiteten Flügel, laut schnatternd im Laufschritt um ihre Portion abzuholen. Rufe ich: "Martha", das gleiche Spiel.....Martha kommt mit wehenden Fahnen angelaufen um ihre Handvoll Körner entgegen zu nehmen.
Natürlich probierte ich sie mit hartem Brot zu locken. Am Anfang musste ich ihr die kleinen Brocken ins Wasser werfen und sie hat sie aufgesammelt. Aber bereits nach einer Woche nahm sie mir die kleinen Brotstücke aus der Hand. Sind die Alpacas im unteren Gehege --- da wo Martha abgesetzt wurde --- bleibt sie allein zurück, denn da geht sie nicht mit hin. Sieht sie mich bei Haus, schlüpft sie kurzerhand unter dem Zaun durch und watschelt leise vor sich hin glucksend zu uns hoch und wo sie genug Grünzeug finden kann. Im Gegensatz zu Maite, ist Cindy unser Berner kein Freund von ihr. Wo immer sie die Gans auftauchen sieht, ist Cindy weg. Maite dagegen hat in Martha einen neuen Spielkameraden gefunden und die Beiden haben ein Spiel....wer den andern zuerst am Schwanz erwischt. Manchmal drehen sich die Zwei im Kreis bis sie stehen bleiben müssen. Dann schauen sie sich an als ob sie sagen würden, lass uns einen Moment anhalten....dann geht das Rennen von neuem los.
Den Alpacas gegenüber ist Martha sehr selbstbewusst. Wehe einer der sechs wagt sich zu nahe an ihre Körner. Den schnappt sie kurzerhand am "Schübel" und verschafft sich so den nötigen Respekt.
Also ich bin begeistert von der smarten Gans Martha und mich freut es dass sie unabhängig und mutig unser Grundstuck erforscht.
Bestimmt werde ich noch mehr von Martha schreiben.



Beautiful British Columbia


Bank of Montreal in New Denver....

Auf Nebenstrassen zum Bear Lake......


letzte Woche fuhr ich nach Enderby um Freunde zu besuchen. Es war eine traumhafte Fahrt ins Okanagan Valley. In der ersten Etappe auf dem Kootenay Pass, lag immer noch Schnee und der kleine See beim Rastplatz war zugefroren, aber sobald ich aus den Bergen kam, stand alles in voller Blüte. Die Sonne schien warm --- fast zu warm --- der Himmel war blau und wolkenlos und ich liess mir sehr viel Zeit um an's Ziel zu kommen. Immer wieder stoppte ich, um mich an der erwachenden Natur zu freuen. Beobachtete ein Adlerpaar beim Jagen nach Futter für ihre Jungen, einmal musste ich mitten auf der Strasse anhalten, weil die Rehe sich von mir nicht wegscheuchen liessen und weiter den noch salzigen Belag der Strasse ableckten.......ich konnte warten und stehen bleiben, es kam ja keiner.
In New Denver machte ich Pause und ass in dem kleinen Cafe eine Suppe. New Denver hat nur etwas über 600 Einwohner und ist fast wie in einem Museumsdorf. Wunderschön eingebettet zwischen Bergen liegt es am Slocan Lake. Ein bisschen erinnert mich die Gegend an den Brienzersee.
Erst am Abend traf ich bei Sylvia und Don ein, wo ein wunderbares Nachtessen auf mich wartete.
Sylvia und Don haben in Enderby eine Alpacafarm http://www.yellowstarranch.com/ und erwarten zur Zeit ein paar Crias....so nennt man die jungen Alpacas. Schon im letzten Jahr wollte ich mal zu ihnen fahren, aber es hat nie geklappt. Zwei Muttertiere hatten schon vor meinem Besuch geboren und die Restlichen liessen dann auf sich warten. Leider konnte ich bei keiner Geburt dabei sein. Wäre ich einen Tag länger geblieben, dann hätte es geklappt. Denn kaum hatte ich mich von meinen Gastgebern verabschiedet, wurde ein Cria geboren. Trotzdem solche Ausflüge geniesse ich wirklich und es macht mir nichts aus, allein unterwegs zu sein. Diesmal kam noch dazu, dass ich mal so richtig Fachsimpeln konnte und das hat mir gut getan.....Sylvia sei Dank ;-)

Old Mac Donald has a farm.......




Es ist noch ziemlich früh am Morgen (22. Mai) als Urs auf dem Weg zu seiner Werkstatt am Alpaca - Gehege vorbei geht. Ein paar Minuten später steht er wieder aufgeregt in der Küche und erzählt mir, dass im Gehege eine Gans gelandet sei. Ich schnappte meine Kamera und spurte runter zum Gehege und wirklich......da watschelte ganz relaxed eine Gans dem Zaun entlang. Als sie keine Anstalten machte wegzufliegen und ich mich satt gesehen hatte, kehrte ich zu meiner Tagesroutine zurück. Als ich vom "walk" mit den Hunden zurück kam, war die Gans immer noch da. Urs meinte, dass wir sie einfangen sollten und in das Gehege bringen wo wir ein größeres Wasserbecken haben. Wir probierten die Gans in eine Ecke zu treiben um sie einzufangen. Erst wollte sie das aber gar nicht. Sprang Urs an oder machte einen langen Hals und gab zischende Laute von sich. Aber irgendwie hatte ich nicht den Eindruck, dass sie scheu oder Menschenfremd war. Sie kannte uns nur nicht und war sich nicht sicher was wir vorhatten.
Mutig packte Urs zu und konnte sie festhalten. Einmal unter dem Arm geklemmt liess sie sich streicheln und sie war auch ganz ruhig. Urs setzte sie ins Wasserbecken und liess sie los. Was jetzt kam, hat mich total überrascht. Die Gans schüttelte sich genüsslich, warf sich mit dem Schnabel immer wieder Wasser übers Gefieder, tauchte ins Becken ein und spreitete dann ihre Flügel aus. Das machte sie für mehr als 20 Minuten, dann kam sie raus, stellte sich in die Sonne und fing an sich zu putzen. Sie sah zwar immer wieder zu uns rüber, war aber überhaupt nicht scheu.
Nun machten wir uns doch Gedanken woher der Gast den wohl gekommen war. Fliegen kann sie nicht, dass haben wir schnell mal gesehen. So muss uns jemand den Zweibeiner ins Gehege gesetzt haben. Wie auch immer, wir freuen uns an unserem neuen Familienmitglied und irgend wann werden wir rausfinden von wo sie kam.
Noch am gleichen Tag haben Urs und ich ein Häuschen für Martha --- so nennen wir die Gans --- gezimmert. Aber sie ist lieber im Stall zusammen mit den Alpacas.
Ich nehme an, es gefällt ihr bei uns und es geht ihr gut, denn am vergangenen Dienstag hat Martha ein Ei gelegt.
Im Internet habe ich später nachgelesen, dass Martha eine Hausgans ist und eigentlich in einer Gruppe lebt. Also habe ich kleine Zettel beim Briefkasten, Tankstelle und Country Store hingehängt wo man lesen kann, dass Martha eine Freundin sucht. Mal sehen ob wir ein
"Gschpänli" für sie finden. Bis dahin muss sie sich halt den Alpacas anschliessend.

Was steht denn da auf der Weide??


Ohhhh was ist denn da passiert? Heute morgen sahen alle noch so kuschelig aus und nun sind
sie fast nackt und so dünn!
Schon letztes Jahr haben wir für die Schur einen Termin ausgemacht. Den wollte ich dann im März verschieben weil es noch so kalt war. Das Problem vom Verschieben war, dass Dave dann wohl erst ende Mai wieder in unsere Region kommen würde. Er fährt im Frühling von Anfang März bis ende Mai durch BC und Alberta um Schafe und Alpacas zu Schären. Ende Mai Anfang
Juni, das wäre für meine Tiere zu spät. Wir haben im Mai schon ziemlich warm und die Wolle muss ja lang genug nachwachsen können, damit sie im Winter nicht frieren.
Also habe ich nicht verschoben und Dave kam gestern zu uns um unsere sechs Alpacas zu Schären. Die letzten paar Tage waren auch richtig mild und sonnig und ich über das frühe Datum
beruhigt.
Als ich meine Sweeties so kahl geschoren vor mir stehen sah, taten sie mir echt leid. Sie haben sich untereinander auch erst wieder kennenlernen müssen.
Ja....... wenn man sooo aussieht ;-)
Nächstes Jahr werde ich Dave bitten sie nicht mehr so kurz zu Schären.
Die Wolle werde ich nach Ostern in die "Wool Mill" nach Carstairs (bei Calgary) bringen wo sie
gereinigt und gekartet wird, damit ich danach gleich mit Spinnen anfangen kann.

Wasser, Dreck und Cabin fever



März.....das Wasser kommt!

Es ist unglaublich, wie schnell die Schneehaufen weg schmelzen. Urs hatte seit dem ersten Schnee im Dezember, regelmässig unsere Einfahrtstrasse (400m) mit dem Traktor gepflügt. Nach ein paar Tagen konnte er den Schnee nicht mehr nur auf die Seiten schieben, er musste den Schnee Traktorschaufelweise auf verschiedene Haufen verteilen. Der Schneeberg bei unserem Powerhouse war mindestens 4 m hoch!

Doch innert der letzten 2 Wochen hat die Sonne grosse Flecken in die Schneedecke gefressen. An exponierten Stellen, kann man schon die ersten kleinen Grasbüschel sehen. Ich habe festgestellt, hier wächst alles ein bisschen schneller. Vielleicht weil die Saison kürzer ist? Kaum ist der Schnee weg, kommen nach ein paar sonnigen Tagen schon die ersten Veilchen und innert kurzer Zeit blüht der Berg in den leuchtensten Farben.
Jetzt, ende März, kommt das Schmelzwasser gurgelnd den Berg hinunter.
Urs hat seine liebe Mühe, damit er es von der Strasse weghalten und in dafür vorgesehene Kanäle leiten kann. Jedes Jahr das gleiche Spiel. Das Wasser kommt und der Kies auf der Strasse geht.

Die häufigste Krankheit im März ist nicht die Grippe, es ist Cabin fever. Sie macht sich dadurch bemerkbar dass man anfängt Schränke auszuräumen, Wände neu zu streichen, sich von längst fälligem Plunder trennt und neue Bilder aufhängt.
Urs und ich haben diesen März im Wohnzimmer endlich die Holzdecke montiert und wenn es wärmer wird, bekommen die Wände einen neuen Anstrich. Wenn alles fertig ist, werde ich noch neue Kissen für das Sofa nähen und mir Stoff für die Vorhänge besorgen. Das ist Cabin fever --- so lästig und doch so nützlich um den Märzfrust zu ertragen.
Der Monat März ist der Monat den ich nicht besonders mag, genauer, den ich überhaup nicht mag! Es ist nicht mehr richtig Winter aber auch nicht Frühling.
Einen Tag kann es in dicken Flocken 20cm schneien und am nächsten Tage tropft das Wasser wieder vom Dach. Alles ist nass, überall ist Dreck und will man mit sauberen Schuhen irgendwo hinkommen, nimmt man besser ein zweites Paar mit. Die vielen kleinen und grossen Pfotenspuren die ich in meiner Küche probiere in Schach zu halten, sind ein typisches Märzproblem!
Je nu......das gehört wohl auch zum Leben im Paradis!

Ich kann's nicht lassen!


Wer klopft an mein Haus? Immer wieder und immer wieder? Maite läuft aufgeregt hin und her um die Klopfgeräusche zu orten. Ich gehe mit ihr um's Haus herum und zeige ihr den Specht.
Der klopft --- ohne sich von uns stören zu lassen --- weiter mit seinem harten Schnabel Löcher in die Holzverkleidung. Maite findet das gar nicht richtig..... will auf ihn zu laufen, ihn verjagen. Sie kommt nicht weit. Der Schnee ist so weich, dass sie immer wieder bis zum Bauch einsinkt. Erbost überlässt sie dem Specht das Territorium und kehrt leise knurrend ins warme Haus zurück.
Beim nächsten Klopfen hebt sie nur leicht den Kopf, schaut mich an und als ich nicht reagiere
legt sie sich wieder schlafen....blöder Vogel blöder!

Eigentlich wollte ich im Moment keine Geschichten mehr erzählen.....aber das Blog-Geschichten
Schreiben macht mir zu viel Spass........
Also wie gehabt....ab und zu gibt es eine Geschichte vom Sunny Hill
Bis dann......
Grüsse hinaus in die Welt vom Sunny-Hill
Ursi und Co

Mein Frauchen schreibt....


ohhh, ihr wisst es noch nicht? Mein Frauchen schreibt jetzt an einem Buch ueber unseren Alltag auf dem Sunny Hill und was wir Vierbeiner so alles anstellen. Aus diesem Grund gibt es hier im Moment keine Blogg Geschichten. Natuerlich halten wir euch auf dem Laufenden wie es weitergeht...o.k.

Bis dann...liebe Grüsse an alle Freunde von uns allen vom Sunny-Hill
Cindy