Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)





Blick vom Berg übers Valley

der gwunderige Arly

einen Ausflug in den Winter

 Dienstagmorgen fuhr ich bei etwas durchzogenem Wetter los, mein Ziel: Banff,  im Banff Nationalpark (Alberta). Diese Big Horn Sheeps ( Dickhorn Schafe) leben in Radium, mitten im Dorf.


Ich treffe sie jedes mal an, wenn ich bei Radium durchfahre. Nur ein einziges Mal habe ich keine Big Horn Schafe gesehen, als wir Besuch aus Holland hatten und ich diese Attraktion zum Voraus versprach. An diesem Tag war kein Tier zu sehen, nichts!

Meine Lieblingsroute durch den Kootenay Nationl Park und dann auf der Alberta Seite durch den Banff National Park war zu früh um Bären anzutreffen. Der Löwenzahn ist gerade erst am Wachsen. Ausser ein paar Rehe, habe ich nichts gesehen.....ich meine an Tieren. Trotzdem, mir gefällt diese Strecke extrem. Durch die Rocky Mountains zu fahren, ist jedes Mal ein Erlebnis.



Fährt man durch die National Parks muss man nur bezahlen, wenn man im Park bleiben will, so wie ich, Übernachten in Banff. Es ist nicht teuer, ein Fahrzeug und 1 Person 8.-- Dollar.
Die Strasse ist grösstenteils sehr gut und die Rastplätze sind sauber und mit Bänken und Tischen versehen. Von Creston nach Banff sind es knapp 400 Km, also keine grosse Sache, wenn kein Mensch auf der Strasse ist. :-)



Brandwunden vom letzten Sommer. Im Park brennt es jedes Jahr, die Feuerwehr greift nicht ein, solange der Highway nicht betroffen ist. Letzten Sommer brannte ein grosses Stück bis an die Strasse und darum wurde gelöscht.


Hier kann man sehr schön sehen, sie sich ein paar Jahre nach dem Brand, der Wald erneuert....



Das ist der Columbia River. Auch hier gibt es Tische zum Pick Nick machen und verweilen, wenn man unterwegs ist. Man muss sich nur die Zeit nehmen......



In Banff hatte ich mir ein Hotelzimmer reserviert. Denn trotz immer noch winterlichen Verhältnissen, waren die Asiatischen Touristen schon voll da. :-) Viele junge Menschen waren noch mit Skis und Snowboards unterwegs.
Am Abend gab es dann auch einen Schneesturm, dass ich mir schon überlegte, noch eine Nacht zu bleiben, wenn die Strassenverhältnisse zu schlecht wären. 
Aber so schlimm wurde es dann nicht. Als ich mein Abendessen eingenommen hatte....es gabe eine Lasagne in einem italienischen Restaurant und einem guten Glas Rotwein dazu....man muss die Feste feiern wie sie fallen right?.....war das Gröbste schon wieder vorbei.


Am Mittwochmorgen war es zwar verschneit, aber ich wagte den Heimweg trotzdem. Ich wollte mir einfach genug Zeit nehmen.



So gondelte ich auf den menschenleeren Strassen durch den Park....hielt mal da und stoppte Mal there :-) Ich fahre sehr gern Auto und unter diesen Umständen, einfach nur schön.....



Auch wenn die Natur noch karg war, diese Creeks, Wasserläufe und Schluchten haben schon etwas besonderes......Unkontrolliert und wild sind sie zu dieser Jahrezeit......



Zurück in Radium Hot Springs.....mein Buick hatte es wieder Mal geschafft! Nicht selbstverständlich, hat er doch schon 15 Jahre auf dem Buckel.

Meine Osterwanderung in Bilder.....

Schöne Ostertage wünscht man sich überall und die Frage:"Was macht ihr denn über Ostern?" Ja, was mach ich denn an Ostern? Mmm.....kommt auf das Wetter an.
Heute am Ostersonntag war es wunderschönes, sonniges Wetter und so machte ich - was ich fast jeden Tag mache; - ich gehe mit meinen Mädchen auf einen Walk, heute nennen wir es einfach Osterwanderung. :-) 

Ich weiss, ich habe in meinen beiden Blogs schon sooooo viele Bilder von meinen Wanderungen über den Berg gepostet. Trotzdem, ich werde nie müde euch zu erzählen wie es uns ergangen ist und wie es ausgesehen hatte.  :-)




Dieses Bild sah beim Fotografieren richtig aus, aber jetzt, wenn ich ehrlich bin, ist es ein bisschen unklar, was, wo ist :-) Es  zeigt das Biotop, weiter oben auf dem Berg.....im Moment ist es randvoll mit Wasser und die Kanada Gänse sind gelandet. Aber durch Manus Gebell, war Grossaufbruch angesagt.....keine Chance zum Fotografieren. Aber heute und vorallem so weit oben im Busch, lasse ich sie bellen, so können alle Vierbeiner hören, dass wir kommen :-)
Wir haben dann auch ausser den Überresten von einem toten Hirsch, nichts gesehen.



Die anderen Beine waren im Umkreis von 4-5 m ausgelegt. Solche Knochen findet man öfters und auch die Hunde bringen manchmal Knochen aus dem Busch nach Hause.



Hier auf dieser Landing haben wir uns einen Moment hingesetzt und Pause gemacht, und einen Cornflex - Riegel geteilt. Wasser für die Hunde gibt es jetzt noch überall......und ich musste halt warten :-)


Dann ging es weiter.....ein bisschen höher wollen wir noch gehen...... da wo man freie Sicht über das Valley hat.



Auf dem Weg sehe immer wieder Baumstrunke, ich liebe diese verwetterten Baumresten......



Hier haben wir unser Ziel erreicht, hier werden wir sitzen, die Aussicht, die Ruhe und die Wärme der Sonne geniessen, bevor wir uns auf den Heimweg machen.




Was für eine tolle Wanderung wir gemacht haben, ohne unser Grundstück verlassen zu haben :-)



Unterdessen hatte Urs ein paar provisorische Stufen zum Ausprobieren gemacht. Chica mag die schmalen Stufen zum Wohnwagen nicht und wollte pardoux nicht reinkommen.
Wenn diese Art sich besser bewährt, dann können wir uns eine Alternative überlegen ......

.....als wäre es mein letzter!


Heute Morgen habe ich den Spruch gelesen: 
"Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter."


Diese Worte nahm ich dann mit auf meinen morgendlichen Walk mit den Hunden.  Ich dachte darüber nach, was ich denn machen würde, wenn ich wüsste, dass es mein letzter wäre?
Was macht man denn an so einem Tag? Gibt es etwas besonders wertvolles? Bestimmt ist das von Mensch zu Mensch verschieden.



Während ich in Gedanken bin, kommt Chica auf mich zugelaufen und bettelte für einen Gutz. Sie brachte mich mit ihrer Schneenase zum Lachen......ich bin glücklich. Wir laufen weiter, es ist kalt aber die Sonne scheint und es ist schön sie auf meinem Gesicht zu spüren. Einen Moment schliesse ich die Augen und höre auf die Stille die mich umgibt......sie macht mich dankbar und glücklich.......



Wir laufen weiter und mir fällt auf, dass die Hirsche die Büsche schon recht kurz abgebissen haben. Sie sind richtig ausgefranst. Als ich das, das erste Mal gesehen habe dachte ich bei mir, dass diese Büsche sicher kaputt gehen und den Winter nicht überleben werden, so drangsaliert wie die aussehen. Aber sie blühen jedes Frühjahr wieder neu, sind dazu da, um den Rehen und Hirsche als Winternahrung zu dienen. Wie gut doch die Natur eingerichtet ist...... und wie dankbar bin ich, dass ich hier leben darf und gesund bin, damit ich jeden Tag über den Berg wandern kann. 



Eine gute Stunde waren wir heute bei mins 10° Grad  unterwegs......und es sind nur noch ein paar hundert Meter bis zum Haus. 
Eine Antwort auf die Frage, was ich tun würde, wenn ich wüsste es wäre mein letzter Tag.....habe ich gefunden......
Ich würde wohl für einen Walk gehen so wie heute......so wie gestern und so wie morgen.

Das neue Jahr

Die Festtage sind vorbei und der Alltag hat uns wieder. Das neue Jahr ist noch jung und die Vorsätze die man gefasst hat, meistens noch am Laufen. Fürs neue Jahr nehme ich mir schon lange nichts mehr vor. Ausser,  ich arbeite an mehr Gelassenheit. Ich bewundere Menschen die in allen Lebenslagen ihre Ruhe bewahren können. Nicht kopflos und schusselig durch die Gegend rennen, wenn was unvorgesehenes passiert. In den Jahren die ich nun hier in Canada bin, habe ich - in dieser Beziehung - schon grosse Fortschritte gemacht. Aber mein schweizerisches Denken von "Sicherheit" und "kann man doch nicht einfach"......bis zu; "was werden die Leute denken"......drückt ab und zu immer noch durch. 
Aber wie gesagt, ich arbeite daran. 

Sonstige Pläne für das neue Jahr?
Ja, wir freuen uns auf unser nächstes Projekt, den Hausumbau (da wo wir wohnen). Es muss dringend gemacht werden und darum hat Urs im letzten Herbst schon mal das Dach neu gebaut.  Für die Pläne vom Innenausbau bin ich zuständig und daran arbeite ich im Moment. Es ist toll, wenn man sich so ausleben und einbringen kann. So viel als möglich möchten wir selber machen, nur für Strom- und Sanitäranlagen müssen auch hier Fachleute die Arbeit übernehmen, sonst wird es am Schluss von der Baukommission nicht abgenommen. Das ist hier nicht anders als in der Schweiz. 
Wir wissen nicht, wie weit wir dieses Jahr mit den Arbeiten kommen können, wir tun einfach unser Bestes. Da kommt dann die Gelassenheit ins Spiel! Es wird schon gehen und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter......Irgendwie geht es immer.



Heute Morgen war ich bei sonnigem Winterwetter mit den Mädchen unterwegs......hei, war das schön. Die Sonne schien durch die verschneiten Tannen und der Schnee glitzerte wie Kristall.......
Plötzlich werde ich auf eine Spur im Schnee aufmerksam. Was zum Kuckuck ist das denn? 
Von meinen Hunden kann sie nicht sein, sie ist doppelt so gross. Ich lege meine Hand darauf, mmmmm....... für einen Cougar ist sie fast zu klein.....oder es wäre ein jüngeres Tier. Die Spur könnte aber auch von einem Luchs sein, die haben wir hier in der Gegend oft. Noch einmal nehme ich Mass und schaue mir die Pfote gut an, zuhause will ich im Spurenbuch Nachsehen. Es ist für mich wichtig zu wissen, was für Tiere unseren Weg kreuzte und wer uns begegnen könnte.  Zuhause las ich nach was für ein Tier da oben vor uns den Weg entlang ging.....aber irgendwie war ich mir nun doch nicht mehr sicher. Den einzigen Unterschied war die Grösse und die grosse Balle der Pfote. 

Als ich im FB meine Nachrichten checkte, war eine dabei aus unserer Nachbargemeinde Yahk.
Da hiess es, dass wir vorsichtig sein sollen, wenn wir in den Busch gehen. Seit ein paar Tagen würde ein Wolfsrudel durch unser Tal ziehen. Das heisst, sie laufen ja nicht einfach nur durch und weg sind sie. Manchmal bleiben sie einige Zeit, je nach Futterangebot.
Auch das noch, denke ich. Meinen Spray habe ich zwar immer dabei, aber den Wölfen möchte ich mit meinen Hunden nicht in die Quere kommen.
Aber auf meine Spur passt das nicht. Erstens war es nur ein einzelner und zweitens für einen Wolf zu gross.



Ich ziehe mir meine Schneestiefel an und laufe noch einmal die Strecke durch den Schnee zurück, wo ich die Spur entdeckt hatte. Jetzt sehe ich den Unterschied genau......die mittlere grosse Balle der Pfote, ist gut sichtbar und genau daran kann man den Unterschied sehen. 
Jetzt war ich mich sicher, ein junger Cougar muss an diesem Morgen hier seinen Weg gegangen sein. 


Es ist wieder so weit



Es ist wieder so weit, Weihnachten steht vor der Türe und schon bald verabschieden wir das alte Jahr. 
Ich will keinen Jahresrückblick schreiben, ich habe euch in meinem Blog teilhaben lassen an dem was bei uns an wichtigem (oder auch weniger wichtigem) war.
Das Jahr 2018 war durchzogen wie das Leben so ist. Wir sind dankbar, wenn das Leben es auch im neuen Jahr so gut mit uns meint. 
Ich möchte hier ein Gedicht zitieren, es passt zu dem was ich sagen möchte;



Ich möcht' dir heut' mal "danke" sagen.
Für uns'ren Weg in all den Tagen.
Durch viele Dinge wurd' mir klar,
wo da mein eig'ner Schatten war.
Ich hab' gelernt, geliebt und gelitten.
Oft war's nicht leicht - ganz unbestritten

Allen Leser und Leserinnen von meinem Bärenstark Blog, 
wünsche ich eine geruhsame Zeit und 
viele sonnige Momente fürs neue Jahr.
Eure Ursula aus Kanada 
und alle wo dazugehören!


Just in Time.....ein grosses Projekt ist fertig geworden


Dieser Herbst war streng, denn wir brauchten unbedingt ein neues Dach und zwar für alles! Ende August startete Urs mit der Maurerarbeit.....ja ich weiss, normalerweise braucht ein Dach keine Maurerarbeiten. BUT.....unser Plan ist, den alten Trailer im nächsten Frühjahr abzureissen und darum hat Urs jetzt gleich das Dach für den Neubau gebaut.
Dieses Dach musste ja auf etwas zu stehen kommen und darum die Maurerarbeit.



Das wird auch gleich die Aussenwand für den Neubau. 

Dieses neue Dach war Schwerarbeit für uns. Klar wir hätten jemanden anstellen können um das Dach zu Bauen, aber wir hatten Hilfe bei der ersten Haushälfte und DIE Arbeit war alles andere als professionell.....also so ---- meinte Urs ---- so können wir es auchgrad selber machen . Gesagt, getan!



Eine grosse Hilfe war uns die neue Hebebühne die wir extra zum Traktor kauften. Damit konnte ich Urs und das benötigte Matereial aufs Dach heben. Ich bin in der Zwischenzeit eine geübte Hubstaplerfahrerin.  :-)



Die schwerste Arbeit war die zweiundfünfzig "Räfters" auf Dach zu bringen. Sie sind massiv, lang (20') und sehr schwer. Aber Traktor sei Dank, haben wir.....Urs, auch das geschafft. Wir sagten immer, wer nicht so viel Kraft hat, der braucht mehr Kopf!



Dann kamen diese Plywoodplatten (im Wörterbuch als: Furniersperrholz bezeichnet) aufs Dach und wurden festgeschraubt.



Urs hat sich nie beschwert, aber ich glaube manchmal war auch er k.o. Doch er fand immer Zeit um ein bisschen den Clown zu spielen :-)


Jetzt wird ein Plastikschutz ausgerollt und festgemacht.........


und mit Schindeln gedeckt. So, das Dach vom neuen Anbau --- der zweiten Haushälfte --- wäre fertig, nun kommt noch das alte Dach dran.


Also, das gleiche noch einmal.......neues Plywood --- die alten Räfters waren noch o.k., dann neues Plastik und neue Schindeln.......et voila!


und über den Eingang hat Urs nun ein kleines Vordach gebaut. Ich bin stolz auf ihn, dass er das alles noch vor dem ersten Schnee geschafft hat.
Gestern und heute haben wir nun das alte Holz vom alten Schuppen verbrannt......der musste dem Neubau weichen.


So haben wir heute den Lunch neben dem Feuer eingenommen. Morgen soll es schneien......von mir aus kann der Winter nun kommen!! Noch während ich das Schreibe (Mittwoch, 14. Nov.) hat es angefangen zu schneien.....perfektes timing!

eine coole Begegnung

Heute Morgen --- es war grau und regnerisch --- ging ich wie jeden Tag mit meinen beiden Mädchen zum Laufen. Etwa auf halbem Weg von unserem Rundgang, blieb Chica (Boxer) plötzlich stehen, stellte ihre Rückenhaare auf und knurrte. Ich blieb ebenfalls stehen und horchte .....nur Stille. Für mich dachte ich, dass wohl ein paar Rehe in der Nähe sind, deren Duft Chica in die Nase bekommen hat. Wir gingen weiter und Chica lief vor mir her. 



 Auf diesem Weg, der durch den Wald führt und nicht wirklich übersichtlich ist, kann man schon beobachtet werden, ohne dass man etwas davon bemerkt.

Ich hatte Chica aus den Augen verloren, weil der Weg da eine Biegung macht. Als ich die Biegung erreichte und der Weg wieder übersichtlich war, stockte mir für einen Moment das Blut in den Adern. Chica stand mitten auf dem Weg und vor ihr stand --- vielleicht zwei- drei Meter zwischen ihnen --- ein ausgewachsener Koyote. So schnell ich konnte ging ich laut gestikulierend auf die beiden zu. In dem Moment kommt ein anderer Koyote von links aus dem Busch auf den Weg und ein dritter von rechts. Die drei Tiere standen nun um Chica herum und starrten mich, das unbekannte Wesen, irritiert an. Chica's Alarmglocken schienen ausgeschaltet zu sein, sie stand einfach nur da und alle vier sahen in meine Richtung. 
Nicht mal mein Näherkommen und mein Rufen schien die Koyoten zum Rückzug zu bewegen.
Ich entfernte die Sicherung von meinem Bärenspray und ging weiter auf die Gruppe zu und rief Chica zu mir. Gemütlich trabte sie auf mich zu und danach verschwanden auch die Koyoten langsam im Busch. Aber ich spürte ihre Anwesenheit noch eine ganz Weile, während wir denselben Weg zurück gingen. Ich bin mir sicher, dass sie uns schon öfters gefolgt sind, das machen sie lautlos und sehr geschickt.


Dieses Bild machte ich mal bei uns zuhause zum Fenster raus........

Eigentlich fühlte ich mich nicht bedroht, aber ich weiss nicht was passiert wäre, wenn Chica länger allein mit ihnen gewesen wäre, oder ihnen den Rücken zugekehrt hätte.
Die Koyoten sind jetzt sehr schön....ihr Fell ist dicht und hat eine graubraun Farbe, sie sind sehr gut getarnt. Es war nicht die erste Begenung mit diesen Gesellen......sie kommen auch nah zum Haus und in Mondhellen Nächten kann man ihr jäppen und rufen hören. Sie haben ein grosses Repertoire an Laute und manche gehen einem durch Mark und Bein........

So ein Frechdachs.......



Unser Kater Beni ist nun schon ein paar Monate fest bei uns. Er wurde operiert und hat sich nun gut bei uns eingelebt,  Beni kennt die morgendliche Essenzeit ganz genau und auch sonst weiss er gut Bescheid. Tagsüber schläft er im Haus, geht ein und aus grad wie es ihm beliebt. Er hat seine Heugefüllten Schlafkistchen und ich denke, es geht ihm gut bei uns.
 Als es aber nachts kühler wurde (um 0°), liess ich ihm die Wahl im Haus zu schlafen. Aber das funktioniert bis jetzt noch nicht wirklich, er will draussen bleiben. So liess ich für ihn die Türe zu meinem Malstübli einen kleinen Spalt offen, da steht auch noch ein Schlafplatz für ihn. Vorsorglich stellte ich ihm auch ein Schälchen mit Trockenfutter und Wasser hin. So dachte ich mir, haben wir die perfekte Lösung gefunden.
Für ein paar Wochen hat das auch wunderbar funktioniert. Aber vor ein paar Tagen fand ich am Morgen eine Unordnung vor, dass ich erst dachte, dass Beni wohl hinter einer Maus hergejagt sein musste. Die Schälchen lagen umgekehrt am Boden,  das Wasser war ausgeleert und Heu war aus dem Körbchen überall am Boden verteilt.
Vorgestern, ich war schon im Bett, als Chica plötzlich unruhig wurde. Ich hörte  sie im Nebenzimmer - wo die zwei Hundemädchen schlafen - unruhig vor der Türe zum Malstübli rumschnuppern. Ich bin aufgestanden um sie zu beruhigen....."Chica, das ist nur Beni, das ist o.k.".  Aber da sie normalerweise auf unsere Katzen nicht so reagiert, wollte ich doch nachsehen.
Ich machte Licht - der Schalter ist im Zimmer nicht aussen im Malstübli - und schaute durch das Fenster in der Türe.........es war nicht Beni der sich am Katzenfutter gütlich tat, es war ein kleines Stinktier.



So ein Frechdachs, dachte ich mir......er liess sich weder durch das Licht noch durch meine Anwesenheit stören. Na ja.....dann wird der kleine Skunk heute mit vollem Bauch schlafen können. Ab Morgen mein Lieber, bleibt die Türe zu und das Katzenfutter kommt wieder weg.
Jetzt muss halt Beni lernen, im Haus zu schlafen wenn es richtig kalt wird.
Irgendwie musste ich doch lachen.....der Kleine war kein hastiger Esser, genüsslich zerbiss er langsam das Trockenfutter......und.....Stinktiere kann man normalerweise riechen, auch wenn sie sich nur in der näheren Umgebung aufhalten. Sie tragen diesen intensiven Geruch mit sich herum, nicht der kleine Frechdachs. Auch nach seinem Besuch konnte ich nichts riechen.

Ein lang gehegter Wunsch........

Manchmal trägt der Mensch eine Idee lange mit sich herum, bis sie sich erfüllt. Diese von einem eigenen Wohnwagen, hatte ich schon in der Schweiz. In meiner Vorstellung stand mein fahrbares Haus - idealerweise - an einem See, oder irgendwo in den Bergen. Aber ich hatte nicht mit den kleinen Parzellen gerechnet, die in der Schweiz als Stellplätze üblich sind. Das wollten wir uns nicht zumuten und so ist aus dieser Idee dann nichts geworden.

Inzwischen lebe ich in Kanada, aber die Idee vom Wohnwagen hatte ich immer noch im Kopf. Und seit ein paar Jahren, seit wir hier in BC im Sommer immer wieder diese Waldbrände haben, diskutieren Urs und ich immer öfters über die Anschaffung eines solchen. Es würde mich enorm beruhigen, wenn ich weiss, dass wir Einpacken und losfahren könnten, wenn wir denn müssten. Vorallem die Vorstellung, dass wir in einer Turn- oder Mehrzweckhalle schlafen müssten -- ohne die Tiere --  die werden meistens an einem andern Ort untergebracht, wäre für mich nicht denkbar.
So habe ich immer wieder die Augen offen gehalten um was passendes für uns zu finden, das gross genug sein würde (für Mensch, Hunde und Katzen), wo wir ein paar Tage leben könnten.

Im September machte ich wieder mal einen Rundgang bei RV Runner, in Cranbrook. Das ist eine Firma die Wohnwagen jeder grösse verkauft, manchmal eben auch Gebrauchte. Ich hatte schon ein paar "Besichtigungen" von diesen Luxusausführungen mit Ledersesseln und allem "Chi Chi" hinter mir, als ich ihn sah. 



Er war nicht mehr ganz neu, aber er sah gut aus......bisschen lang vielleicht....mmmm.....und auf der Rückseite kann man eine Verbreiterung rausschieben, damit das Wohnzimmer geräumiger wird.
Ich öffnete die Türe, trat ein und was ich sah, freute mich enorm. Genau so, ja, genau so sollte unser Wohnwagen sein. Ich setzte mich aufs Sofa und liess das ganze auf mich wirken. 



Das Interieur ist so hell und freundlich, die Küche super, ein Bad mit Dusche und ein Schlafzimmer.....Mensch Ursi, das wäre doch genau was wir bräuchten....


  Neben dem Fernseher (die Türe ist offen) ist das Badezimmer und hinter der geschlossenen Türe ist das Schlafzimmer.

Im Innern lag ein Informationsblatt mit allen Angaben und dem Preis....
Als ich so sass und mir ausmalte wie es sein würde, kam plötzlich die Lady die ich fragte, ob ich mich ein bisschen umsehen dürfte. Sie lächelte als sie mich so dasitzen sah und fragte, ob mir dieser Wohnwagen gefallen würde? "Oh der wäre perfekt für uns," war meine Antwort. Sie setzte sich zu mir und erzählte mir, dass das Ehepaar den Wohnwagen bei ihnen gekauft hätte, damals. Jetzt hätten sie ihn gegen einen grösseren eingetauscht, weil sie den Winter über nach Arizona fahren möchten und mehr Platz bräuchten. 
Sie sagte auch, dass sie eigentlich gern die Gebrauchtwagen vor dem Winter verkaufen möchten, da sie den Platz in der Halle für neue Wohnwagen brauchen würden. Sie sah mir wohl an, dass mir der Wohnwagen wirklich gefällt und ergänzte:"Wir könnten ihnen beim Preis entgegen kommen"!
Als wir uns verabschiedeten streckte sie mir ihre Hand entgegen und sagte; "My name is Sharon, call me......
So kam es, dass ich nach Hause fuhr und Urs voller Begeisterung von diesem idealen Wohnwagen erzählte. Er meinte nur:"Honey, wenn du denkst dass er für uns passt und der Preis stimmt, dann ruf an und mach was aus, sonst ist er womöglich weg." Ich habe nämlich immer die Tendenz zu lange zu warten um zu überlegen und so sind mir schon verschiedene Dinge durch die Lappen gegangen. 
Am andern Tag rief ich Sharon an und fragte, was sie meinte, "mit dem Preis entgegen kommen?" Nun, mit allem was bei uns in Kanada an Steuern und Gebüren anfällt, ist er bei weitem nicht auf den Preis gekommen, der auf dem Schild stand.
Also long story short......ich fuhr noch Mal nach Cranbrook und kaufte den Wohnwagen. Weil Urs aber unbedingt am Dach von unserem Haus weiterarbeiten wollte, holten wir den Hänger erst letzten Freitag den 12. Oktober in Cranbrook ab. Es war ein Abenteuer, denn Urs war vorher noch nie mit einem so langen Gefährt (mit Deichsel misst er fast 10 Meter) unterwegs, aber alles ist gut gegangen.



Nun steht er bei unserem Haus und wenn wir im nächsten Frühling umbauen, dann können wir da Kochen und Essen und die Hunde und ich werden auch im Wohnwagen Schlafen.
So, rundum eine gute Lösung.
Später werden wir einen schönen Platz machen wo er stehen kann, dann ist es wie Urlaub :-)


Wir rufen ihn Beni

Vor kurzem habe ich euch unser neues Familienmitglied, Kater Hugo vorgestellt.  Mit dem Hugo funktioniert das nun nicht wirklich. Rufe ich Huuugoooo, dann kommt Kater Nemo. Also habe ich mir überlegt, unser Bub braucht einen Namen der anders klingt. So heisst Hugo nun Beni. Das gefällt uns allen besser. :-)


Seit ein paar Wochen ist es "uuflätig" heiss und so sucht Beni auch den Schatten und die Kühle im Haus. Natürlich passt Chica auf den Kleinen auf.....damit er ja nichts tut was sie auch nicht darf! Es ist richtig amüsant die beiden zu beobachten, wie sie sich Kennenlernen und die gegenseitige Toleranzgrenze ausloten.  Aber unsere Chica, mag alles was Abwechslung und Fun bringt. Da hält sich Manu schon eher zurück, sie toleriert unsere Katzen zwar, aber sie bekommen schon mal ein leises Knurren zu hören, wenn sie zu aufdringlich werden.



Das war das Bild der letzten paar Tage. Wenn ich am PC sitze, liegt Chica meistens in meiner Nähe auf ihrer Decke. Jetzt hat der kleine Beni das Plätzli für sich in Anspruch genommen und die gute Chica liegt daneben......Sie isch eifach e liebi mini Chica.......