Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)





diese Quarzsteine finde ich überall auf dem Berg.....

kleine Pilze.....

Freitag der 13. und Vollmond

Mit dieser Konstellation kann es nur gut kommen, oder ?! Für uns war es ein guter Tag. Wir haben viel am Haus machen können....ich will ja schon bald wieder  einziehen....obschon....

Seit Anfang April schlafe ich nun im Wohnwagen der ausserhalb unseres Gartenzauns steht, ca 20 Meter vom Haus weg. Es macht mir nichts aus da allein zu schlafen, im Gegenteil ich schlafe wunderbar. Urs schläft mit den Hunden im Haus, im Wohnzimmer. Wenn ich also so um 22.00 Uhr mit meinem Licht rüber zum Wohnwagen gehe, schaue ich immer noch ein paar Minuten in den Sternenhimmel oder bewundere - wie heute Abend - den Vollmond.


Für den Blick in den Himmel bleibe ich immer innerhalb des Gartenzauns stehen. Es ist komisch, seit wir Umbauen ist unser Grundstück hinter dem Haus offen, der Zaun ist unterbrochen und doch gibt er mir Sicherheit. Darum lasse ich auch das Gartentor immer offen stehen ... warum? Weiss ich auch nicht. :-)
Heute Abend wo ich vor die Haustür trete um mich auf den Weg zu meinem Nachtlager zu machen, heulen ganz plötzlich ein paar Kojoten in die helle Nacht. Ich bleibe unschlüssig stehen...probiere herauszuhören wo und wie nah, sie sein könnten. Dann ist es wieder ganz ruhig. Ich nehme mein kleines Licht und gehe die kurze Strecke zum Gartentor, schaue noch ein Mal in den Mond und gerade als ich durch das Gartentor trete, heulen sie wieder los.
Mir stellen sich die Nackenhaare. Es ist schwer einzuschätzen wie nah sie wirklich sind, aber mich dünkt, sie sind bloss ein paar -zig Meter weiter oben im Busch. Mit schnellem Schritt gehe ich zum Wohnwagen, mache die Türe auf, schlüpfe schnell hinein und schliesse die Türe schnell hinter mir zu. Innen Licht an, aussen Licht aus und nun fühle ich mich wieder sicher.
Natürlich fragt mich Urs öfters:" Honey soll ich mit kommen?" Ich signalisiere dann mutig, dass das überhaupt nicht nötig wäre.....dieses kurze Stück.....werde ich doch noch allein gehen können!! Ja dann halt......

jetzt geht es los......

 Letzten Herbst haben wir unser Umbauprojekt mit dem Dach gestartet. Seit ein paar Wochen 
geht es nun weiter. Schon das Ausräumen des Trailers hat uns viel Zeit gebraucht, vorallem die Küche. All die Schränke leer machen und wegnehmen, alle Lampen runter..... und vorallem wohin mit all dem Zeug? Vieles habe ich in Kisten gepackt und mit dem Schubkarren in die Werkstatt runtergefahren. Da können sie bleiben bis ich sie irgendwann wieder brauche. Wenn sie mir nicht fehlen, dann bringe ich sie später zur Heilsarmee...
Umbauen ist schlimmer als etwas neu Bauen oder ganz Umziehen. Man wohnt ja noch da und immer sind die Sachen die man gerade brauchen würde, an einem anderen Ort.....aber wo?





Jetzt muss der kleine, alte Trailer weg. Das ist die schlimmste Arbeit die Urs bis jetzt machen musste. All die alte Isolation rausreissen, die Wände und Fenster müssen raus.....einfach alles.
Meine Kleider und die Küchensachen habe ich zum grösstenteil im Wohnwagen verstaut. Kochen und essen tun wir jetzt da und ich schlafe schon seit Ostermontag im Wohnwagen .... allein. Urs schläft mit den Hunden im Haus. Solange sie ihren gewohnten Schlafplatz benutzen können, (ich meine die Hunde!!!) ist es für alle einfacher. Mal sehen wie es weitergeht.....ich bin offen und muss flexibel bleiben......besser für mich! :-)



Das war mal mein Schlafzimmer......Jetzt ist wohl definitv zu spät, sollte ich meine Meinung zum Umbau wechseln!!



Urs ist jedenfalls voll Entschlossen.........das alte Zeug muss weg........



Auch nach dem Motto: Bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt!
Es wird schon.....sagt man doch so oder? :-)


Stress mit dem Buick



Mein Buick Jahrgang 2004, kaufte ich im März 2013.....ich liebe ihn und kann mich auf ihn verlassen, bis jetzt wenigstens.
Seit ein paar Monaten streikt ab und zu der Autocomputer. Den ersten Anfall bekam er, als ich auf einem Parkplatz in Creston stand und nach dem Einkaufen nach Hause fahren wollte. Am Armaturenbrett, blinkten abwechselnd alle Warnlampen auf, die der Computer hergibt und der Motor liess sich für eine Weile nicht starten. Verunsichert fuhr ich --- als er sich Starten liess ---  zur GM Garage, die nur ein paar hundert Meter entfernt war. 
Der Mechaniker kratzte sich am Kopf und meinte;"mmmm.....das muss der Computer sein, der hat einen Error oder Kurzschluss oder what ever!"
Da nichts am Motor falsch war, fuhr ich trotzdem die dreissig Kilometer nach Hause. Auf der Fahrt dahin, normalisierte sich auch mein Dashboard wieder und alles schien nur ein kurzes Intermezzo gewesen zu sein.
Trotzdem brachte ich den Buick ein paar Tage später zur Kontrolle in die Garage zurück. Nach Stunden, als ich ihn abholte, hatten sie keine Diganose für das Verhalten meines Buicks. So bekam er nur einen Oil Change und die Filter wurden ausgetauscht. Sie müssten mehr Zeit haben um die Ursache herauszufinden......aber es schien nicht dringend zu sein.
Meistens funktionierte ja alles richtig, wie es sein sollte und manchmal blinkten die Warnlichter auf das ich Tanken muss, ein Technischer Fehler sei, die Türen nicht richtig zu seien und so weiter. Aber die meiste Zeit, no Problem. So fuhr ich denn nach Banff, Canmore und zurück (900 km ) und es gab keinen einzigen An- oder Ausfall. 
Vor 3 Wochen häuften sich die Anfälle wieder und ich kam nicht drum herum für den Buick ein Appointment in der GM Garage in Cranbrook zu machen. Ich wählte extra Cranbrook, auch wenn ich jedes Mal eine Stunde hin und zurück fahren muss. Diese Garage ist grösser, besser eingerichtet und die Chancen rauszufinden was der Fehler sein könnte, viel grösser  als in Creston.......dachte ich!
Das Auto wurde also untersucht, und nach ein paar Stunden --- ich schlürmte derweilen im Shopping Center herum --- hatten sie eine Idee, was das Problem sein könnte.....eine Fehlzündung irgendwo.....aber der Computer sei nicht defekt. O.k. 
Ich fuhr wieder nach Hause mit einem neuen Termin für Anfang der nächsten Woche. 
Es sollte keine grosse Sache werden und mir wurde versprochen, dass ich auf mein Auto warten könnte. Das war denn auch so. Nach drei Stunden holte ich meinen Buick in der Garage ab und fuhr zum Einkaufen ---- ein paar hundert Meter, auf der anderen Seite vom Highway. Ich kam vom Einkaufen zurück, setzte mich in mein Auto und wollte Starten. Nichts rührte sich.....
Ich probierte und probierte um leicht frustriert aufzugeben und die Garage anzurufen. Der Mechaniker, der den Buick bearbeitet hatte kam, und nahm sich dem Problem an. Aber auch er wusste nicht wirklich was Sache ist. Aber plötzlich liess sich mein Buick starten......aber SO wollte ich die 85km nach Hause nicht wagen. Ich fuhr das Auto zurück zur Garage und gab die Schlüssel erneut an der Rezeption  ab. Sie würden mich dann anrufen......o.k.
Nun stand ich ohne Auto da und musste Urs anrufen, damit er mich in Cranbrook abholen kommt. Ich setzte mich fürs Warten und für einen Kaffee zu Tim Hortens. Urs wird mindestens eine Stunde brauchen und dann auch einen Kaffee trinken wollen......

Anderthalb Wochen später ein Anruf von der Garage:"Hello Örschela, your Buick is ready to go!!"
Super! Urs fuhr mich also wieder nach Cranbrook und wir holten mein gutes Stück in der Garage ab. Mir wurde genau erklärt was sie gemacht hätten und dass sie denken, dass es nun passt. Sie hätten ihn Probegefahren und mehrmals gestartet und immer hätte alles geklappt. Na also.....das klingt doch gut.
Auch ich konnte mein Auto problemlos starten und fuhr nun zum Tanken und Einkaufen mit Urs im Schlepptau. Als sich der Buick an der Tankstelle wieder ohne Probleme Starten liess, fuhr Urs schon mal nach Hause. Denn am Himmel türmten sich Gewitterwolken auf und unsere Hunde waren allein zuhause. Ich würde ja auch bald nachkommen, verprach ich.
Als ich vom Einkaufen zurück kam und starten wollte, machte dieses blöde Auto keinen Wank.
Also nicht schon wieder!!!!  Nur schön ruhig bleiben, vielleicht geht es ja doch......
Nein, es ging nicht! Wieder rief ich in der Garage an und war froh, dass --- weil es Freitag war --- dass überhaupt noch jemand da war. Der junge Mann kam und holte mich ab. Den Buick musste ich schwerzen Herzens auf dem Parkplatz zurücklassen. Der werde später abgeholt.
Was nun? Urs war unterwegs nach Hause......und ich brauche ein Auto!
In der Garage fühlte man doch ein bisschen "sorry" für mich und meine Situation, so organisierten sie mir einen Leihwagen. 


Mit diesem schnittigen Mazda, fuhr ich dann zwei Stunden später bei uns zuhause vor.
Es war sehr ungewohnt für mich, als man mir bei Budget einen Anhänger ohne Schlüssel in die Hand drückte. Damit öffnet man das Auto, aber starten lässt er sich mit einem Knopf! Also wir kommen vom Land.....wir starten unsere Autos immer noch mit Schlüssel und wir sitzen auch lieber etwas höher als fast auf dem Boden. Aber ich will nicht lästern, bin ich doch froh, dass ich ein Auto habe das überhaupt fährt!!!!!
Mein Buick wird nun doch einen neuen Computer bekommen und dann werden wir noch viele Jahre zusammen kutschieren.....hoffe ich!!



einen Ausflug in den Winter

 Dienstagmorgen fuhr ich bei etwas durchzogenem Wetter los, mein Ziel: Banff,  im Banff Nationalpark (Alberta). Diese Big Horn Sheeps ( Dickhorn Schafe) leben in Radium, mitten im Dorf.


Ich treffe sie jedes mal an, wenn ich bei Radium durchfahre. Nur ein einziges Mal habe ich keine Big Horn Schafe gesehen, als wir Besuch aus Holland hatten und ich diese Attraktion zum Voraus versprach. An diesem Tag war kein Tier zu sehen, nichts!

Meine Lieblingsroute durch den Kootenay Nationl Park und dann auf der Alberta Seite durch den Banff National Park war zu früh um Bären anzutreffen. Der Löwenzahn ist gerade erst am Wachsen. Ausser ein paar Rehe, habe ich nichts gesehen.....ich meine an Tieren. Trotzdem, mir gefällt diese Strecke extrem. Durch die Rocky Mountains zu fahren, ist jedes Mal ein Erlebnis.



Fährt man durch die National Parks muss man nur bezahlen, wenn man im Park bleiben will, so wie ich, Übernachten in Banff. Es ist nicht teuer, ein Fahrzeug und 1 Person 8.-- Dollar.
Die Strasse ist grösstenteils sehr gut und die Rastplätze sind sauber und mit Bänken und Tischen versehen. Von Creston nach Banff sind es knapp 400 Km, also keine grosse Sache, wenn kein Mensch auf der Strasse ist. :-)



Brandwunden vom letzten Sommer. Im Park brennt es jedes Jahr, die Feuerwehr greift nicht ein, solange der Highway nicht betroffen ist. Letzten Sommer brannte ein grosses Stück bis an die Strasse und darum wurde gelöscht.


Hier kann man sehr schön sehen, sie sich ein paar Jahre nach dem Brand, der Wald erneuert....



Das ist der Columbia River. Auch hier gibt es Tische zum Pick Nick machen und verweilen, wenn man unterwegs ist. Man muss sich nur die Zeit nehmen......



In Banff hatte ich mir ein Hotelzimmer reserviert. Denn trotz immer noch winterlichen Verhältnissen, waren die Asiatischen Touristen schon voll da. :-) Viele junge Menschen waren noch mit Skis und Snowboards unterwegs.
Am Abend gab es dann auch einen Schneesturm, dass ich mir schon überlegte, noch eine Nacht zu bleiben, wenn die Strassenverhältnisse zu schlecht wären. 
Aber so schlimm wurde es dann nicht. Als ich mein Abendessen eingenommen hatte....es gabe eine Lasagne in einem italienischen Restaurant und einem guten Glas Rotwein dazu....man muss die Feste feiern wie sie fallen right?.....war das Gröbste schon wieder vorbei.


Am Mittwochmorgen war es zwar verschneit, aber ich wagte den Heimweg trotzdem. Ich wollte mir einfach genug Zeit nehmen.



So gondelte ich auf den menschenleeren Strassen durch den Park....hielt mal da und stoppte Mal there :-) Ich fahre sehr gern Auto und unter diesen Umständen, einfach nur schön.....



Auch wenn die Natur noch karg war, diese Creeks, Wasserläufe und Schluchten haben schon etwas besonderes......Unkontrolliert und wild sind sie zu dieser Jahrezeit......



Zurück in Radium Hot Springs.....mein Buick hatte es wieder Mal geschafft! Nicht selbstverständlich, hat er doch schon 15 Jahre auf dem Buckel.

Meine Osterwanderung in Bilder.....

Schöne Ostertage wünscht man sich überall und die Frage:"Was macht ihr denn über Ostern?" Ja, was mach ich denn an Ostern? Mmm.....kommt auf das Wetter an.
Heute am Ostersonntag war es wunderschönes, sonniges Wetter und so machte ich - was ich fast jeden Tag mache; - ich gehe mit meinen Mädchen auf einen Walk, heute nennen wir es einfach Osterwanderung. :-) 

Ich weiss, ich habe in meinen beiden Blogs schon sooooo viele Bilder von meinen Wanderungen über den Berg gepostet. Trotzdem, ich werde nie müde euch zu erzählen wie es uns ergangen ist und wie es ausgesehen hatte.  :-)




Dieses Bild sah beim Fotografieren richtig aus, aber jetzt, wenn ich ehrlich bin, ist es ein bisschen unklar, was, wo ist :-) Es  zeigt das Biotop, weiter oben auf dem Berg.....im Moment ist es randvoll mit Wasser und die Kanada Gänse sind gelandet. Aber durch Manus Gebell, war Grossaufbruch angesagt.....keine Chance zum Fotografieren. Aber heute und vorallem so weit oben im Busch, lasse ich sie bellen, so können alle Vierbeiner hören, dass wir kommen :-)
Wir haben dann auch ausser den Überresten von einem toten Hirsch, nichts gesehen.



Die anderen Beine waren im Umkreis von 4-5 m ausgelegt. Solche Knochen findet man öfters und auch die Hunde bringen manchmal Knochen aus dem Busch nach Hause.



Hier auf dieser Landing haben wir uns einen Moment hingesetzt und Pause gemacht, und einen Cornflex - Riegel geteilt. Wasser für die Hunde gibt es jetzt noch überall......und ich musste halt warten :-)


Dann ging es weiter.....ein bisschen höher wollen wir noch gehen...... da wo man freie Sicht über das Valley hat.



Auf dem Weg sehe immer wieder Baumstrunke, ich liebe diese verwetterten Baumresten......



Hier haben wir unser Ziel erreicht, hier werden wir sitzen, die Aussicht, die Ruhe und die Wärme der Sonne geniessen, bevor wir uns auf den Heimweg machen.




Was für eine tolle Wanderung wir gemacht haben, ohne unser Grundstück verlassen zu haben :-)



Unterdessen hatte Urs ein paar provisorische Stufen zum Ausprobieren gemacht. Chica mag die schmalen Stufen zum Wohnwagen nicht und wollte pardoux nicht reinkommen.
Wenn diese Art sich besser bewährt, dann können wir uns eine Alternative überlegen ......

.....als wäre es mein letzter!


Heute Morgen habe ich den Spruch gelesen: 
"Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter."


Diese Worte nahm ich dann mit auf meinen morgendlichen Walk mit den Hunden.  Ich dachte darüber nach, was ich denn machen würde, wenn ich wüsste, dass es mein letzter wäre?
Was macht man denn an so einem Tag? Gibt es etwas besonders wertvolles? Bestimmt ist das von Mensch zu Mensch verschieden.



Während ich in Gedanken bin, kommt Chica auf mich zugelaufen und bettelte für einen Gutz. Sie brachte mich mit ihrer Schneenase zum Lachen......ich bin glücklich. Wir laufen weiter, es ist kalt aber die Sonne scheint und es ist schön sie auf meinem Gesicht zu spüren. Einen Moment schliesse ich die Augen und höre auf die Stille die mich umgibt......sie macht mich dankbar und glücklich.......



Wir laufen weiter und mir fällt auf, dass die Hirsche die Büsche schon recht kurz abgebissen haben. Sie sind richtig ausgefranst. Als ich das, das erste Mal gesehen habe dachte ich bei mir, dass diese Büsche sicher kaputt gehen und den Winter nicht überleben werden, so drangsaliert wie die aussehen. Aber sie blühen jedes Frühjahr wieder neu, sind dazu da, um den Rehen und Hirsche als Winternahrung zu dienen. Wie gut doch die Natur eingerichtet ist...... und wie dankbar bin ich, dass ich hier leben darf und gesund bin, damit ich jeden Tag über den Berg wandern kann. 



Eine gute Stunde waren wir heute bei mins 10° Grad  unterwegs......und es sind nur noch ein paar hundert Meter bis zum Haus. 
Eine Antwort auf die Frage, was ich tun würde, wenn ich wüsste es wäre mein letzter Tag.....habe ich gefunden......
Ich würde wohl für einen Walk gehen so wie heute......so wie gestern und so wie morgen.

Das neue Jahr

Die Festtage sind vorbei und der Alltag hat uns wieder. Das neue Jahr ist noch jung und die Vorsätze die man gefasst hat, meistens noch am Laufen. Fürs neue Jahr nehme ich mir schon lange nichts mehr vor. Ausser,  ich arbeite an mehr Gelassenheit. Ich bewundere Menschen die in allen Lebenslagen ihre Ruhe bewahren können. Nicht kopflos und schusselig durch die Gegend rennen, wenn was unvorgesehenes passiert. In den Jahren die ich nun hier in Canada bin, habe ich - in dieser Beziehung - schon grosse Fortschritte gemacht. Aber mein schweizerisches Denken von "Sicherheit" und "kann man doch nicht einfach"......bis zu; "was werden die Leute denken"......drückt ab und zu immer noch durch. 
Aber wie gesagt, ich arbeite daran. 

Sonstige Pläne für das neue Jahr?
Ja, wir freuen uns auf unser nächstes Projekt, den Hausumbau (da wo wir wohnen). Es muss dringend gemacht werden und darum hat Urs im letzten Herbst schon mal das Dach neu gebaut.  Für die Pläne vom Innenausbau bin ich zuständig und daran arbeite ich im Moment. Es ist toll, wenn man sich so ausleben und einbringen kann. So viel als möglich möchten wir selber machen, nur für Strom- und Sanitäranlagen müssen auch hier Fachleute die Arbeit übernehmen, sonst wird es am Schluss von der Baukommission nicht abgenommen. Das ist hier nicht anders als in der Schweiz. 
Wir wissen nicht, wie weit wir dieses Jahr mit den Arbeiten kommen können, wir tun einfach unser Bestes. Da kommt dann die Gelassenheit ins Spiel! Es wird schon gehen und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter......Irgendwie geht es immer.



Heute Morgen war ich bei sonnigem Winterwetter mit den Mädchen unterwegs......hei, war das schön. Die Sonne schien durch die verschneiten Tannen und der Schnee glitzerte wie Kristall.......
Plötzlich werde ich auf eine Spur im Schnee aufmerksam. Was zum Kuckuck ist das denn? 
Von meinen Hunden kann sie nicht sein, sie ist doppelt so gross. Ich lege meine Hand darauf, mmmmm....... für einen Cougar ist sie fast zu klein.....oder es wäre ein jüngeres Tier. Die Spur könnte aber auch von einem Luchs sein, die haben wir hier in der Gegend oft. Noch einmal nehme ich Mass und schaue mir die Pfote gut an, zuhause will ich im Spurenbuch Nachsehen. Es ist für mich wichtig zu wissen, was für Tiere unseren Weg kreuzte und wer uns begegnen könnte.  Zuhause las ich nach was für ein Tier da oben vor uns den Weg entlang ging.....aber irgendwie war ich mir nun doch nicht mehr sicher. Den einzigen Unterschied war die Grösse und die grosse Balle der Pfote. 

Als ich im FB meine Nachrichten checkte, war eine dabei aus unserer Nachbargemeinde Yahk.
Da hiess es, dass wir vorsichtig sein sollen, wenn wir in den Busch gehen. Seit ein paar Tagen würde ein Wolfsrudel durch unser Tal ziehen. Das heisst, sie laufen ja nicht einfach nur durch und weg sind sie. Manchmal bleiben sie einige Zeit, je nach Futterangebot.
Auch das noch, denke ich. Meinen Spray habe ich zwar immer dabei, aber den Wölfen möchte ich mit meinen Hunden nicht in die Quere kommen.
Aber auf meine Spur passt das nicht. Erstens war es nur ein einzelner und zweitens für einen Wolf zu gross.



Ich ziehe mir meine Schneestiefel an und laufe noch einmal die Strecke durch den Schnee zurück, wo ich die Spur entdeckt hatte. Jetzt sehe ich den Unterschied genau......die mittlere grosse Balle der Pfote, ist gut sichtbar und genau daran kann man den Unterschied sehen. 
Jetzt war ich mich sicher, ein junger Cougar muss an diesem Morgen hier seinen Weg gegangen sein. 


Es ist wieder so weit



Es ist wieder so weit, Weihnachten steht vor der Türe und schon bald verabschieden wir das alte Jahr. 
Ich will keinen Jahresrückblick schreiben, ich habe euch in meinem Blog teilhaben lassen an dem was bei uns an wichtigem (oder auch weniger wichtigem) war.
Das Jahr 2018 war durchzogen wie das Leben so ist. Wir sind dankbar, wenn das Leben es auch im neuen Jahr so gut mit uns meint. 
Ich möchte hier ein Gedicht zitieren, es passt zu dem was ich sagen möchte;



Ich möcht' dir heut' mal "danke" sagen.
Für uns'ren Weg in all den Tagen.
Durch viele Dinge wurd' mir klar,
wo da mein eig'ner Schatten war.
Ich hab' gelernt, geliebt und gelitten.
Oft war's nicht leicht - ganz unbestritten

Allen Leser und Leserinnen von meinem Bärenstark Blog, 
wünsche ich eine geruhsame Zeit und 
viele sonnige Momente fürs neue Jahr.
Eure Ursula aus Kanada 
und alle wo dazugehören!


Just in Time.....ein grosses Projekt ist fertig geworden


Dieser Herbst war streng, denn wir brauchten unbedingt ein neues Dach und zwar für alles! Ende August startete Urs mit der Maurerarbeit.....ja ich weiss, normalerweise braucht ein Dach keine Maurerarbeiten. BUT.....unser Plan ist, den alten Trailer im nächsten Frühjahr abzureissen und darum hat Urs jetzt gleich das Dach für den Neubau gebaut.
Dieses Dach musste ja auf etwas zu stehen kommen und darum die Maurerarbeit.



Das wird auch gleich die Aussenwand für den Neubau. 

Dieses neue Dach war Schwerarbeit für uns. Klar wir hätten jemanden anstellen können um das Dach zu Bauen, aber wir hatten Hilfe bei der ersten Haushälfte und DIE Arbeit war alles andere als professionell.....also so ---- meinte Urs ---- so können wir es auchgrad selber machen . Gesagt, getan!



Eine grosse Hilfe war uns die neue Hebebühne die wir extra zum Traktor kauften. Damit konnte ich Urs und das benötigte Matereial aufs Dach heben. Ich bin in der Zwischenzeit eine geübte Hubstaplerfahrerin.  :-)



Die schwerste Arbeit war die zweiundfünfzig "Räfters" auf Dach zu bringen. Sie sind massiv, lang (20') und sehr schwer. Aber Traktor sei Dank, haben wir.....Urs, auch das geschafft. Wir sagten immer, wer nicht so viel Kraft hat, der braucht mehr Kopf!



Dann kamen diese Plywoodplatten (im Wörterbuch als: Furniersperrholz bezeichnet) aufs Dach und wurden festgeschraubt.



Urs hat sich nie beschwert, aber ich glaube manchmal war auch er k.o. Doch er fand immer Zeit um ein bisschen den Clown zu spielen :-)


Jetzt wird ein Plastikschutz ausgerollt und festgemacht.........


und mit Schindeln gedeckt. So, das Dach vom neuen Anbau --- der zweiten Haushälfte --- wäre fertig, nun kommt noch das alte Dach dran.


Also, das gleiche noch einmal.......neues Plywood --- die alten Räfters waren noch o.k., dann neues Plastik und neue Schindeln.......et voila!


und über den Eingang hat Urs nun ein kleines Vordach gebaut. Ich bin stolz auf ihn, dass er das alles noch vor dem ersten Schnee geschafft hat.
Gestern und heute haben wir nun das alte Holz vom alten Schuppen verbrannt......der musste dem Neubau weichen.


So haben wir heute den Lunch neben dem Feuer eingenommen. Morgen soll es schneien......von mir aus kann der Winter nun kommen!! Noch während ich das Schreibe (Mittwoch, 14. Nov.) hat es angefangen zu schneien.....perfektes timing!

eine coole Begegnung

Heute Morgen --- es war grau und regnerisch --- ging ich wie jeden Tag mit meinen beiden Mädchen zum Laufen. Etwa auf halbem Weg von unserem Rundgang, blieb Chica (Boxer) plötzlich stehen, stellte ihre Rückenhaare auf und knurrte. Ich blieb ebenfalls stehen und horchte .....nur Stille. Für mich dachte ich, dass wohl ein paar Rehe in der Nähe sind, deren Duft Chica in die Nase bekommen hat. Wir gingen weiter und Chica lief vor mir her. 



 Auf diesem Weg, der durch den Wald führt und nicht wirklich übersichtlich ist, kann man schon beobachtet werden, ohne dass man etwas davon bemerkt.

Ich hatte Chica aus den Augen verloren, weil der Weg da eine Biegung macht. Als ich die Biegung erreichte und der Weg wieder übersichtlich war, stockte mir für einen Moment das Blut in den Adern. Chica stand mitten auf dem Weg und vor ihr stand --- vielleicht zwei- drei Meter zwischen ihnen --- ein ausgewachsener Koyote. So schnell ich konnte ging ich laut gestikulierend auf die beiden zu. In dem Moment kommt ein anderer Koyote von links aus dem Busch auf den Weg und ein dritter von rechts. Die drei Tiere standen nun um Chica herum und starrten mich, das unbekannte Wesen, irritiert an. Chica's Alarmglocken schienen ausgeschaltet zu sein, sie stand einfach nur da und alle vier sahen in meine Richtung. 
Nicht mal mein Näherkommen und mein Rufen schien die Koyoten zum Rückzug zu bewegen.
Ich entfernte die Sicherung von meinem Bärenspray und ging weiter auf die Gruppe zu und rief Chica zu mir. Gemütlich trabte sie auf mich zu und danach verschwanden auch die Koyoten langsam im Busch. Aber ich spürte ihre Anwesenheit noch eine ganz Weile, während wir denselben Weg zurück gingen. Ich bin mir sicher, dass sie uns schon öfters gefolgt sind, das machen sie lautlos und sehr geschickt.


Dieses Bild machte ich mal bei uns zuhause zum Fenster raus........

Eigentlich fühlte ich mich nicht bedroht, aber ich weiss nicht was passiert wäre, wenn Chica länger allein mit ihnen gewesen wäre, oder ihnen den Rücken zugekehrt hätte.
Die Koyoten sind jetzt sehr schön....ihr Fell ist dicht und hat eine graubraun Farbe, sie sind sehr gut getarnt. Es war nicht die erste Begenung mit diesen Gesellen......sie kommen auch nah zum Haus und in Mondhellen Nächten kann man ihr jäppen und rufen hören. Sie haben ein grosses Repertoire an Laute und manche gehen einem durch Mark und Bein........