Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)




Menschen auf dem Sunny-Hill

Menschen auf dem Sunny-Hill
Ein Kojote.....

am Kootenay Lake.....

Ein lang gehegter Wunsch........

Manchmal trägt der Mensch eine Idee lange mit sich herum, bis sie sich erfüllt. Diese von einem eigenen Wohnwagen, hatte ich schon in der Schweiz. In meiner Vorstellung stand mein fahrbares Haus - idealerweise - an einem See, oder irgendwo in den Bergen. Aber ich hatte nicht mit den kleinen Parzellen gerechnet, die in der Schweiz als Stellplätze üblich sind. Das wollten wir uns nicht zumuten und so ist aus dieser Idee dann nichts geworden.

Inzwischen lebe ich in Kanada, aber die Idee vom Wohnwagen hatte ich immer noch im Kopf. Und seit ein paar Jahren, seit wir hier in BC im Sommer immer wieder diese Waldbrände haben, diskutieren Urs und ich immer öfters über die Anschaffung eines solchen. Es würde mich enorm beruhigen, wenn ich weiss, dass wir Einpacken und losfahren könnten, wenn wir denn müssten. Vorallem die Vorstellung, dass wir in einer Turn- oder Mehrzweckhalle schlafen müssten -- ohne die Tiere --  die werden meistens an einem andern Ort untergebracht, wäre für mich nicht denkbar.
So habe ich immer wieder die Augen offen gehalten um was passendes für uns zu finden, das gross genug sein würde (für Mensch, Hunde und Katzen), wo wir ein paar Tage leben könnten.

Im September machte ich wieder mal einen Rundgang bei RV Runner, in Cranbrook. Das ist eine Firma die Wohnwagen jeder grösse verkauft, manchmal eben auch Gebrauchte. Ich hatte schon ein paar "Besichtigungen" von diesen Luxusausführungen mit Ledersesseln und allem "Chi Chi" hinter mir, als ich ihn sah. 



Er war nicht mehr ganz neu, aber er sah gut aus......bisschen lang vielleicht....mmmm.....und auf der Rückseite kann man eine Verbreiterung rausschieben, damit das Wohnzimmer geräumiger wird.
Ich öffnete die Türe, trat ein und was ich sah, freute mich enorm. Genau so, ja, genau so sollte unser Wohnwagen sein. Ich setzte mich aufs Sofa und liess das ganze auf mich wirken. 



Das Interieur ist so hell und freundlich, die Küche super, ein Bad mit Dusche und ein Schlafzimmer.....Mensch Ursi, das wäre doch genau was wir bräuchten....


  Neben dem Fernseher (die Türe ist offen) ist das Badezimmer und hinter der geschlossenen Türe ist das Schlafzimmer.

Im Innern lag ein Informationsblatt mit allen Angaben und dem Preis....
Als ich so sass und mir ausmalte wie es sein würde, kam plötzlich die Lady die ich fragte, ob ich mich ein bisschen umsehen dürfte. Sie lächelte als sie mich so dasitzen sah und fragte, ob mir dieser Wohnwagen gefallen würde? "Oh der wäre perfekt für uns," war meine Antwort. Sie setzte sich zu mir und erzählte mir, dass das Ehepaar den Wohnwagen bei ihnen gekauft hätte, damals. Jetzt hätten sie ihn gegen einen grösseren eingetauscht, weil sie den Winter über nach Arizona fahren möchten und mehr Platz bräuchten. 
Sie sagte auch, dass sie eigentlich gern die Gebrauchtwagen vor dem Winter verkaufen möchten, da sie den Platz in der Halle für neue Wohnwagen brauchen würden. Sie sah mir wohl an, dass mir der Wohnwagen wirklich gefällt und ergänzte:"Wir könnten ihnen beim Preis entgegen kommen"!
Als wir uns verabschiedeten streckte sie mir ihre Hand entgegen und sagte; "My name is Sharon, call me......
So kam es, dass ich nach Hause fuhr und Urs voller Begeisterung von diesem idealen Wohnwagen erzählte. Er meinte nur:"Honey, wenn du denkst dass er für uns passt und der Preis stimmt, dann ruf an und mach was aus, sonst ist er womöglich weg." Ich habe nämlich immer die Tendenz zu lange zu warten um zu überlegen und so sind mir schon verschiedene Dinge durch die Lappen gegangen. 
Am andern Tag rief ich Sharon an und fragte, was sie meinte, "mit dem Preis entgegen kommen?" Nun, mit allem was bei uns in Kanada an Steuern und Gebüren anfällt, ist er bei weitem nicht auf den Preis gekommen, der auf dem Schild stand.
Also long story short......ich fuhr noch Mal nach Cranbrook und kaufte den Wohnwagen. Weil Urs aber unbedingt am Dach von unserem Haus weiterarbeiten wollte, holten wir den Hänger erst letzten Freitag den 12. Oktober in Cranbrook ab. Es war ein Abenteuer, denn Urs war vorher noch nie mit einem so langen Gefährt (mit Deichsel misst er fast 10 Meter) unterwegs, aber alles ist gut gegangen.



Nun steht er bei unserem Haus und wenn wir im nächsten Frühling umbauen, dann können wir da Kochen und Essen und die Hunde und ich werden auch im Wohnwagen Schlafen.
So, rundum eine gute Lösung.
Später werden wir einen schönen Platz machen wo er stehen kann, dann ist es wie Urlaub :-)














Wir rufen ihn Beni

Vor kurzem habe ich euch unser neues Familienmitglied, Kater Hugo vorgestellt.  Mit dem Hugo funktioniert das nun nicht wirklich. Rufe ich Huuugoooo, dann kommt Kater Nemo. Also habe ich mir überlegt, unser Bub braucht einen Namen der anders klingt. So heisst Hugo nun Beni. Das gefällt uns allen besser. :-)


Seit ein paar Wochen ist es "uuflätig" heiss und so sucht Beni auch den Schatten und die Kühle im Haus. Natürlich passt Chica auf den Kleinen auf.....damit er ja nichts tut was sie auch nicht darf! Es ist richtig amüsant die beiden zu beobachten, wie sie sich Kennenlernen und die gegenseitige Toleranzgrenze ausloten.  Aber unsere Chica, mag alles was Abwechslung und Fun bringt. Da hält sich Manu schon eher zurück, sie toleriert unsere Katzen zwar, aber sie bekommen schon mal ein leises Knurren zu hören, wenn sie zu aufdringlich werden.



Das war das Bild der letzten paar Tage. Wenn ich am PC sitze, liegt Chica meistens in meiner Nähe auf ihrer Decke. Jetzt hat der kleine Beni das Plätzli für sich in Anspruch genommen und die gute Chica liegt daneben......Sie isch eifach e liebi mini Chica.......

Sommerzeit.....

Es ist Sommer. Vielerorts ist es heiss mit Temperaturen über 30°. Uns wird gesagt, dass man viel trinken soll um gesund durch diese heissen Monate zu kommen. Wie ist es mit den Tieren die frei leben? Woher bekommen sie immer genug Wasser zum Trinken? 
Überall ist es jetzt so trocken, all die kleinen Creeks und natürlichen Wasserquellen sind leer.


Da wo bis Mai - Juni genug Wasser für die Tiere zur Verfügung stand --- wie hier auf dem Bild--- ist der Boden jetzt trocken und mit magerem Gras überwachsen. 
Bis auf eine stete, kleine Quelle die weiter oben am Berg ist, gibt es keine Möglichkeit mehr für die Tiere, zum Trinken.



Oft wandern sie bis auf die andere Seite des Highways, auf die Weiden der Pferde und Kühe wo auch Wasser steht.
Oder sie kommen bis zum Haus wo sie auch Wasser finden können. Wir möchten die Tiere aber nicht bei uns am Haus haben ---- besser für sie und für uns. Darum haben wir angefangen ihnen, weiter oben am Berg, mit Wasser gefüllte Becken und Kübel hinzustellen.



Am Abend wenn die Sonne untergeht fahren wir den Berg hoch und füllen die Becken und Kessel mit frischen Wasser auf.



Vor Jahren lissen wir da oben eine Wasser - Well bohren, so ist das Auffüllen kein Problem. 
Oft schmunzeln Leute wenn ich erzähle, was wir machen. Mir ist das egal. Wir sehen, dass die Becken immer leer sind und die Spuren rundherum sagen uns auch, dass die Wasserversorgungs Stelle gut frequentiert wird.



Es gibt Grosse Becken, kleine Becken für jeden zugänglich. Einfach immer daran denken einen Stein oder Ast ins Gefäss zu legen, damit die kleinen Tieren sich festhalten und wieder rausklettern können, sonst wird die Trinkstelle zur Todesfalle.



Einen guten Sommer für uns alle, das wünsche ich mir........

Hugo? Wer ist Hugo?




Letzten Februar haben wir ihn zum ersten Mal gesehen, den schlanken, getigerten, jungen Kater. Er kam wohl wegen Esther, unserem Katzenmädchen. Esther ist zwar sterilisiert, aber das kann die liebes hungrigen Kater nicht abhalten. Immer wieder schleichen sie in bestimmten Zeiten ums Haus. Normalerweise verschwinden sie dann auch wieder.....normalerweise. 



Vor zwei Jahren war es Leo, der für Wochen immer wieder zu unserem Haus kam. Da es kalt war, habe ich ihn in unserem kleinen, geheizten Powerhouse gefüttert und da durfte er dann auch nachts sein. Aber er hatte sich mit unserem Kater Nemo, überhaupt nicht arrangieren können. Oft hatte ich die beiden Streithälse getrennt, wenn sie sich wieder gegenüber standen wie zwei Boxer im Ring.
So habe ich Kater Leo nach Wochen des Kampfes, in unser Tierheim nach Creston gebracht. 



Letzten Februar tauchte wie gesagt dieser junge Kater auf. Im Gegensatz zu Leo schien er sehr friedlich zu sein und Nemo duldet ihn um sich, ja sie liegen sogar zusammen auf dem Rasen im Schatten. 
Am Anfang war er sehr scheu und ich bekam ihn immer nur von hinten zu sehen. Ich wollte ihn auch nicht gleich füttern, soll er doch nach Hause zurück. Manchmal habe ich ihn auch für Tage nicht mehr gesehen. Aber eigentlich wusste ich immer, dass er noch da war. Darum stellte ich ihm dann doch im Schopf -- weg vom Haus -- ein Schälchen mit Wasser und Trockenfutter hin. Das ist nicht immer eine gute Idee, weil man damit auch andere Tiere anlockt. 
Ab und zu liess ich das Tellerchen aber leer in der Hoffnung, dass er doch weiterziehen würde.



Aber anstatt wegzuziehen, kommt der Kater, dem wir den Namen Hugo gegeben haben zum Haus, um zu zeigen, dass er noch da wäre und Hunger hat. Er setzt sich dann --- um vor Chica sicher zu sein -- ins Vogelhaus. Natürlich ist Chica Katzen gewohnt, aber das ist halt ein fremder Katzenbub. Sie müssen sich erst aneinander gewöhnen. Hugo ist zutraulich geworden und zeigt sich nun regelmässig bei uns. Esther scheint ihn auch zu akzeptieren und so kann er bleiben. Nur eines müssen wir noch bevor es Winter wird und Hugo ins Haus darf.....er muss kastriert werden. Sonst markieren die beiden Buben im ganzen Haus. Dieses Problem hatten wir schon Mal, als der Bruder von Nemo noch lebte. Beiden waren kastriert und haben trotzdem im Haus markiert. Aber wir können ihn im Winter nicht einfach draussen in der Kälte stehen lassen.
In der Zwischenzeit haben wir auch raus gefunden woher Kater Hugo kommt. Aber da wo er eigentlich zuhause wäre, vermisst ihn keiner......darum bleibt er bei uns, solange er denn mag.

Der Schmetterlingsmann

Nach dem Mittagessen zog ich mich für meine Siesta zurück und Urs fuhr mit seinem kleinen Gefährt den Berg hoch, mal nachsehen! Seit Pax nicht mehr vor dem Haus liegt und wacht, kann man bei uns unbeobachtet Rein- und Rausfahren. Aber heute hatte sogar Chica ein paar Mal den Berg hochgebellt. 
Nach einer Viertelstunde ist Urs zurück und erzählt aufgeregt, dass da weiter oben auf dem Berg, ein fremdes Auto geparkt sei. Versteckt hinter Büschen. "Honey, du musst mitkommen.....wenn da was passiert ist, was machen wir dann?" In den Nachrichten suchen sie ständig nach vermissten Menschen......oder solche die von der Polizei gesucht werden.
Also, wir fuhren wieder den Berg hoch und ich -- wie ich das immer mache -- den Bärenspray im Gepäck -- sicherheitshalber.



Erst hatte ich das Auto gar nicht gesehen, es war da parkiert, wo ich morgens mit den Hunden meistens beim Laufen vorbei komme, unter den Bäumen. In die andere Richtung, etwas weiter weg, lagen 2 nasse Betttücher über den Rosenbüschen. Ein paar Meter weiter davon, 2 paar Turnschuhe verschiedener Grösse. "What the heck is going on?"
Verunsichert schauten wir uns um, auf alles gefasst. Ich ging zum Auto und schaute durch die Fenster, konnte aber fast gar nichts erkennen, ausser dass das Auto vollgepackt war. 
Ich traute mich aber nicht die Türe zu öffnen.....wehe wenn da was rausfällt......ich lese ab und zu einen Krimi. :-) 
So merkten wir uns die Marke des Autos und die Nummern auf dem Schild....es war in Ontario registriert. Ontario liegt auf der anderen Seite von unserem grossen Land, also nicht bloss um die Ecke.
Wir fuhren zurück zum Haus und ich rief bei der Crestoner Polizei an und erzählte von den mysteriösen Dingen, die wir entdeckt haben. Die Lady schien das gar nicht so aufregend zu finden, sie stellte erst mal so viele Fragen, bis ich sagte; es spielt doch absolut keine Rolle ob der Wagen 2 oder 4 türig ist und ob wir Land zu verkaufen haben und ob er bei unserem Haus hätte vorbei fahren müssen. Vielleicht passieren da Oben gleich die furchtbarsten Sachen!!!!
Es werde jemand vorbei kommen, versprach sie, so bald als möglich eben. 
Urs stellte sich also an den Highway, damit er den Polizisten zeigen konnte wo das Auto steht. Von der Strasse aus war es ja nicht sichtbar.
Nichts passierte.......   drei Stunden später rief Urs noch einmal bei der RCMP (Polizei) an und eine andere Lady war am Telefon. Sachlich nahm sie den Report auf, verglich die Angaben mit dem ersten und versprach, dass gleiche eine Streife vorbei kommen werde.
Urs stand also wieder am Highway, als er von weitem jemanden zu Fuss in seine Richtung kommen sah. Als der Mann auf seiner Höhe war, wollte er an Urs vorbei gehen, unsere Einfahrtstrasse rauf. Urs stoppte ihn und fragte, ob er was suche, dies hier wäre privat property. Ganz erstaunt sah der junge Mann Urs an und dann sagte er, dass er seit Stunden sein Auto suche......und nun glaube er, dass er die richtige Einfahrt gefunden hätte. 
Also mal ehrlich, wer läuft ohne Wasser, Bärspray, ohne Irgendwas im Busch herum, in einer Gegend wo er sich überhaupt nicht auskennt? Genau darum gehen so viele Menschen verloren.....was denken die sich? Zudem sind die Bären immer noch überall mit ihren Jungen anzutreffen. So etwas ist einfach nur verantwortungslos.
Urs fuhr den etwas verwirrten Burschen  zum Auto.....das da seit Stunden stand.



Da erzählte der junge Mann, er studiere in Ontario Naturwissenschaft und hier in BC, speziell in unserer Gegend gäbe es eine Schmetterlingsmotte und er suche nun nach den Raupen, darum die nassen Bettlaken. AHA......das kann der Mensch ja nicht wissen.
Urs sagte ihm, dass er jetzt aber warten müsse bis die Polizei käme, wir hätten uns halt Sorgen gemacht. Nur ein paar Minuten später war die RCMP da und sie durchsuchten sein Auto, wollten wissen woher er kommt und wohin er als nächstes gehen wird. Alles schien also o.k zu sein.
Als mir Urs dies erzählt hatte - ich war ja nicht dabei - kam bei mir die Frage; und warum standen da zwei paar Turnschuhe? Nicht in der gleichen Grösse? Hatte er noch jemand mit dabei???  Immer diese Phantasie im Hinterkopf!!

manchmal knockt es einem out.....


Letzten Sonntag war ich noch o.k und konnte mit meinen Mädchen auf einen zügigen Walk gehen.
Dann am Montagmorgen, wachte ich mit einem ekligen Schmerz in der rechten Kniekehle auf. Den ganzen Montag über humpelte ich herum und hoffte, dass ich mich irgenwie falsch bewegt hätte  und sich alles von allein einrenken wird.
Am Dienstagmorgen keine Besserung, der Schmerz zog sich nun bis zum Fuss runter.  
Natürlich googlen Menschen wie ich dann irgendwann, um auf diese Symptome eine Antwort, eine Erklärung oder wenigstens einen Hinweis zu finden. Es gab verschiedene Hinweise zu Beinschmerzen, Schmerzen in der Kniekehle, dann kam noch erschwerend dazu, dass mich der Ischiasnerv schon öfters plagte, was es auch diesmal hätte sein können.
Ich wollte sicher gehen, dass nichts mit den Venen falsch ist und rief bei unserem Hausarzt an. Normalerweise muss man mindesten 2-4 Tage, oder auch schon mal eine Woche warten, bis am einen Termin bekommt. Aber meine Beschreibung hat wohl Alarm ausgelöst und ich konnte zu einem der Ärzte gehen, der eine Cancellation hatte. Nur 2 Stunden später stand ich in der Praxis und Dr Jordan untersuchte mein Bein, vor allem die Beweglichkeit vom Knie. Er war sich nicht sicher was da anging. Keine Geschwulst, keine wirkliche Beeinträchtigung der Bewegungen des Kniegelenkes....nur die Kniekehle war extrem empfindlich, aber da war keine Flüssigkeit spürbar. So tippten wir gemeinsam auf meinen Freund Ischias der wieder mal auf Besuch war. Ausser dass ich den Schmerz mit Ibuprofen in Schach halten soll, wollte er mich in einer Woche wieder sehen......wenn es nicht schlimmer wird.
Am Samstag hatte ich ein Appointment bei meiner Masseurin. Ich erhoffte mir von ihr Erleichterung, denn sie ist eine Frau mit viel Gespür, nicht nur für die körperlichen Belange. Auf mein Knie gab sie nur von der schmerzstillenden, homöopathische Salbe Traumeel und sonst arbeitete sie vorsichtig an meinem Rücken und meinem Freund Ischias.
Ich kam zuversichtlich zu Hause an, verrichtete noch ein paar kleine Dinge, machten den Teig für den obligaten Sonntagszopf, dann setzte ich mich doch einen Moment auf das Sofa im Wohnzimme und wartete bis der Zopfteig parat zum Flechten war.
Nach einer Dreiviertel Stunde stand ich auf und nahm die drei Stufen vom Wohnzimmer zur Küche. Auf dem obersten Tritt, gab einen stechenden Schmerz in mein Bein....Kniekehle.....und dann ging gar nicht mehr. Der Schmerz nahm mir die Luft und ich hechelte als ob ich in Wehen liegen würde. Erschrocken wollte Urs mich zum nächsten Stuhl führen, was nicht möglich war. Es war mir absolut nicht möglich mich zu bewegen. Dieser Schmerz......hinsetzen war nicht möglich, denn der Schmerz kam hoch bis zur Pobacke. Urs wollte mich gleich in die Emergence nach Creston fahren, aber ich wollte mich erst einen Moment sammeln und mich spüren, was das vor sich ging. Dann  musste doch die Züpfe geflochten und in den Ofen geschoben werden und die Hunde warteten auch auf ihr Abendessen......
Also Urs machte den Zopf fertig und wir hatten eine Halbestunde Zeit um zu überlegen, ob ich gleich eine Tasche packen soll, wenn ich dableiben müsste.....was wirklich nicht in meinem Sinn gewesen wäre......aber es würde ja nicht nach meinem Sinn gehen, das war mir klar.
Es war wirklich kein einfaches Unterfangen, als Urs probierte mich bis zum Auto zu bringen. Wie ein nasser Mehlsack hing ich an seinem Arm und die Tränen rannen mir die Wangen runter. Wir können nicht bis direkt bis vors Haus fahren und es war mir absolut nicht möglich mein Bein zu belasten. 
Aber wir schafften die 30 Kilometer bis nach Creston ins Spital. Dort holte Urs einen Rollstuhl und ich wurde in die Emergence gerollt. Nur kurze Zeit später kam Dr. Johnson, ein uns bekannter Arzt und nahm sich meinem Bein an. Jetzt war mein Knie erwärmt, an der Innenseite geschwollen und in der Kniekehle war ein Kissen fühlbar. Dr. Johnson tippte auf eine Baker Zyste und ich bekam eine Spritze ins Knie gegen den Schmerz und die Entzündung. 
Ich hatte eine gute Nacht und heute Sonntagmorgen geht es mir schon wieder ein bisschen besser.
Jetzt muss ich Ibuprofen schlucken gegen die Entzündung und mich in Geduld üben, während Urs mit den Mädchen über den Berg laufen wird.

Jeder braucht sein Plätzchen

Es ist eine Weile her seit meiner letzten Geschichte.....irgendwie mochte ich nicht so recht schreiben. Nicht dass mir was fehlt, nein, nicht wirklich. Gesundheitlich geht es mir gut und der Frühling tut das seine dazu.
Zu dieser Jahreszeit passiert in der Natur so viel, nur bei mir im Herzen, fühlt es sich wie Stillstand an. Die Projekte die ich in Arbeit habe, wollen nicht so recht von der Hand und ich lasse mich gern Ablenken.  
Zwar gehe ich jeden Morgen mit meinen Mädchen über den Berg, freue mich an den Birken, die jetzt schon fast in ihrem lichten Grün stehen. Die Wiesen die durch den Löwenzahn langsam gelb werden, und den ersten Bärenhaufen habe ich auch schon gefunden.
Die Welt ist in Ordnung, wenigstens soweit ich das hier feststellen kann. 
In letzter Zeit suche ich auch nicht mehr nach einem anderen Hund, der die Lücke von Pax einnehmen soll. Für Wochen habe ich die Seiten der SPCA (Tierheime) durchgeklickt. Hunde gibt es viele, aber nicht alle passen zu unserer Familienkonstellation. Aber schon von denen die gepasst hätten, hätte ich ein Dutzend nehmen wollen.....denn so viele suchen ein gutes Zuhause. Am Ende klickte ich die Seite weg und ich bleibe traurig zurück. Also ist erst mal Ruhe.
Dafür habe ich - da wo ich mit den Hunden oft auf unserm Spaziergang sitze - für Pax ein kleines Erinnerungsplätzchen gemacht. 
Von keinem der vier Hunde die ich verloren habe, habe ich die Asche zurück genommen. Aber ich habe für Gina, Cindy und Maite einen Baum und einen Platz ausgesucht, wo ihre Seele ruhen soll. Einen Platz wo ich mit ihnen in Kontakt bleiben kann, so jetzt auch für Pax.



Dies zu tun hat mir gut getan, jeder braucht einen Ort wo er hingehen kann um an die Seelen die gegangen sind, zu denken. Rituale sind hilfreich, spenden Trost und tun uns gut. 
Jetzt haben die Bäume nach dem langen Winter auch  wieder ihre Kraft zurück, Zeit für einen Energieaustausch. Die Umarmung eines Baumes ist heilend für die Seele und nimmt uns den Kummer und die Angst aus dem Herzen......probier es doch einmal. Es kann nichts passieren, als dass du dich erleichter wieder dem Leben stellen kannst.

Am 4. April 2001


Dieses Foto beschreibt ohne viele Worte, mein Leben in Kanada. Es beschreibt mein Lebensgefühl. Wir leben hier in und mit der Natur....und fast auf jedem Bild wo ich bin, sind auch Tiere mit drauf. Nur durch sie bin ich was ich bin.


                 ....und das ist Urs, mein crazy husband :-)  Wir lernten uns im Internet kennen.

Im Frühjahr 2001 kauften wir unseren Sunny-Hill (151 Acre = 61 Hektaren) Es war für uns wie ein Traum......und ist es auch heute noch. Jeden Tag gehe ich mit meinen Hunden über den Berg, bei jedem Wetter. Was ich schon alles gesehen habe.....nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich einmal so leben würde. Von einem Hochhaus in Nidau, ins Landleben nach Canada.


Dieser Sommer wird mein achtzehnter sein, in Kanada und auf unserem Sunny-Hill. Mein PC quillt über mit Aufnahmen von Tiere und der Natur die ich hier finde. Fotografieren ist auch eines meiner vielen Hobbies.
Nicht nur mein Leben hat sich in den Jahren verändert, auch mein Bewusstsein, meine Prioritäten und meine Art die Dinge zu sehen. Ich habe angefangen zu Malen, ich schreibe mehr als je zuvor, habe gelernt Wolle zu Spinnen und ich habe viel gelernt über Pflanzen und Tiere in meiner Umgebung.
Herbst  2001  

                                                                    Sommer     2016

Unser Anfang war  bescheiden, mühsam und mit viel Arbeit verbunden.....jeder Schritt musste gut überlegt werden, unser Budget war überschaubar. Für fast zwei Jahre hatten wir kein fliessend Wasser, dafür Fernsehen, was für Urs sehr wichtig war :-) Was ich aus dieser Zeit gelernt habe ist, dass der Mensch so viel unnötiges mit sich herumschleppt. Was haben wir doch alles was wir eigentlich gar nicht bräuchten. Je weniger man hat, je weniger kann man verlieren........Ich vermisse nichts.....oder sagen wir mal....sehr wenig. Es ist die innere Zufriedenheit die glücklich macht. 

          Wir hatten Alpacas, ein Schaf mit dem Namen Frieda und Martha eine Hausgans.......

                                      Marthas erstes Bad nach dem langen Winter.......´

Mein Leben ist ausgefüllt mit Leben jeder Art und ich bin offen für alles was auf mich zukommt. 
Manchmal denke ich daran, dass wir unseren Berg gegen etwas kleineres, weniger Arbeitsaufweniges, näher beim Dorf, eintauschen sollten. Ich schau mir auch regelmässig die Häuser an, die auf dem Markt sind. Was glaubst du nach was ich dann suche? Ein einfaches Haus, etwas Land sollte schon mitdabei sein.....nicht gleich im Town......keine direkten Nachbarn......Ja aber das haben wir doch hier schon alles!!



Hier sind wir zuhause, hier haben wir so viel Kraft und Arbeit reingesteckt und solange es unsere Gesundheit erlaubt, solange bleiben wir hier auf unserem Sunny-Hill......
Ich bin dankbar, dass mich das Schicksal hier her "verschlagen" hat.....so dankbar!

Das Kochbuch

Gestern wollte ich etwas Zeit überbrücken und ging in meinen Lieblings "Krim's & Kram's" Laden in Creston. Nichts bestimmtes hatte ich im Kopf, einfach mal so durchgehen. Ich war an diesem Regal schon fast vorbei, als ich erst begriff, was meine Augen da gerade glesen hatten: Food that really schmecks. Ich ging nochmal zurück und nahm das Buch - das einsam auf einer Ablage lag - in die Hand. Schon der Titel gefiel mir gut und es kam noch besser je länger ich darin blätterte.


Zugegeben, das Buch ist abgegriffen, was mir zeigt, dass es ein Kochbuch ist, das gerne und oft benutzt wurde.
Im Vorwort erzählt die Autorin, dass ihre Mennonitischen Vorfahren (um 1800) aus der Schweiz, dem Elsass und dem Deutschen Rheinland nach Waterloo County Ontario, Kanada gekommen waren. Sie sammelte Rezepte ihrer Freundinnen, Verwandten und Nachbarn und fasste sie in einem einfachen Kochbuch zusammen...... Food that really schmecks!





Als ich das Buch durchblätterte stellte ich fest, wie viele der Titel und Worte in Deutsch geschrieben waren. Ich musste  dieses Buch haben, es kostete mich vier Dollar und ich trug es stolz nach Hause.
Zuhause habe ich dann nach der Autorin Edna Staebler gegoogelt. Sie verstarb erst kürzlich im Alter von 101 Jahren. ich hätte ihr so gern geschrieben und gesagt, wie gut mir ihr Kochbuch gefällt. 
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich in einem früheren Leben mit den Mennoiten, Hutterern oder Amischen verbunden war. Ich fühle mich ihnen so nah und vertraut.....




Ja oder nein, oder vielleicht einfach später?

Auf den Tag genau vor 2 Monaten, haben wir Pax gehen lassen. Er hinterliess tiefe Spuren. Chica zog sich traurig zurück, sogar vom Laufen wollte sie möglichst schnell zurück nach Hause. Sie denkt, dass wir Pax zurück gelassen hätten. Komme ich vom Einkaufen nach Hause, springt sie nach der Begrüssung zum Auto.... um nachzusehen ob Pax noch nachkommt. Er war halt oft mit mir "Autofahren." Ich habe ihr Bachblüten gemischt und langsam geht es etwas besser. Aber auch wir fühlen uns irgendwie nicht mehr komplett.....was wir auch nicht mehr sind. Uns fehlt aber auch ein Hofhund, jemand der ein bisschen aufpasst. So habe ich die Tierheime von BC übers Internet angeklickt und abgeklärt, was für Hunde im Moment auf ein "forever Home" warten. Aber entweder waren es Mädchen, was bei uns - wegen Manu - keine Alternative wäre, oder die Buben die auf ein Zuhause warten, sind nicht mit Katzen oder anderen Hunden kompatibel. 
Zwischendurch habe ich mich dann immer wieder gefragt, ob es überhaupt die richtige Entscheidung wäre, schon nach so kurzer Zeit wieder ein neues Mitglied in unsere Familie aufzunehmen. Bin ich bereit für eine neue Hundebeziehung? Dann wurde mir bewusst, dass sich mein Herz nach einem neuen Pax sehnt. So habe ich ganz gezielt nach einem Maremma Ausschau gehalten. Ich bin mir voll bewusst; ein weisser Maremma macht noch keinen Pax. Aber die Rasse, der Charakter, das Temparament und die liebevolle Art dieser Hunde, passt einfach gut zu uns. Zudem würde mir so ein Hund zusätzliche Sicherheit auf meinen Spaziergängen über den Berg geben. 



Nun habe ich über sieben Ecken erfahren, dass jemand jemanden kennt, der einen Freund hat, wo der Nachbar einen Pyrenäen Berghund hat, den er - wegen Familienzuwachs - abgeben muss. Natürlich habe ich mich bei diesen Menschen gemeldet und erfahren, dass dieser Bub im Juli 3 Jahre alt wird und der Besitzer mehr als glücklich, wenn wir ihn nehmen könnten. Es hätten sich ganz viele Interessenten für den Hund gemeldet, aber entweder hätten sie zuwenig Platz, keinen Auslauf, keine Zeit oder es hätte einfach so nicht gepasst.
Diese Pyrenäenhunde gehören in die gleiche Familie wie die Maremmas, sind aber deutlich grösser. Dieser Bube ist auch nicht kastriert, das müssten wir machen lassen bevor er überhaupt zu uns kommen könnte. Ich kann es nicht verantworten, dass dieser big boy meine Mädchen belästigen würde. 
Wir sind nicht reich und mit einem so grossen Hund kommen Mehrkosten für Futter und Vet auf uns zu, dass ich es mir gut überlegen möchte. Mein Herz sagt ja, mein Verstand sagt nein, wenigstens nicht jetzt gleich. Würde es nach Urs gehen, dann besser heute als gar nicht.  Ob man manchmal zu viel überlegt?

Nachtrag:
Die Entscheidung ist gefallen. Es hat sich jemand aus der Nähe gemeldet - ich hätte gute 600km fahren müssen um ihn zu uns zu holen. So ist es auch für den Transport einfacher. Es ist gut wie es ist. Wäre ich mir ganz sicher gewesen, dann hätte ich mir keine Bedenkzeit ausgebeten.
Es kommt wies kommt und mich wird schon wieder so ein Hundebub finden und dann wird alles wieder gut.....danke für eure Anteilnahme.....