Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)




Die Kraft der Bäume



"Indem du dich bewusst 
mit dem Geist der Bäume verbindest, 
verbindest du dich mit der Kraft, 
die aller Schöpfung zugrunde liegt." 
(Alfred Zenz) 

Ist das nicht ein schöner Gedanke, den uns  Alfred Zenz da aufzeigt?

Vor ein paar Tagen --- ich bin am sortieren meiner Bücher und bringe sie ins neue Schlafzimmer --- kam mir zufällig eines meiner Baumbücher in die Hand. Zufällig? Nein natürlich nicht, es war wie eine Bestätigung. Seit ein paar Wochen habe ich wieder das Bedürfnis zu meinen Bäumen zu gehen. Beim Laufen mit den Hunden komme ich natürlich öfters bei ihnen vorbei. Ich bleibe dann stehen, grüsse sie und schaue, wies ihnen geht.
Je nach Bedürfnis nehme ich mir die Zeit und stelle mich für ein paar Minuten mit dem Rücken an den Stamm des Baumes, oder ich setz mich eine Viertelstunde darunter. Dann schliess ich die Augen und spüre, was der Baum mir an Energie abgeben will oder kann. Es liegt natürlich nicht nur am Baum...der Mensch, der die Energie sucht und spüren möchte, muss sich darauf Einstellen und sich die Zeit dafür nehmen. Mir tut es gut dem Baum meine Gedanken mitzuteilen. Es ist oft einfacher die Ideen, Bedenken und Pläne bei einem Baum vorzubringen, als bei einem Menschen. 
Da erübrigt sich die Frage: "Warum läufst du am liebste allein über den Berg," gell?! 
Und ja....ich war schon immer so......ich meine, sensibilisiert in diese Richtung. Hier, umgeben von all diesen Bäumen, bin ich natürlich in meinem Element. :-)



Probier es doch Mal aus und gib einem Baum der dir gefällt eine Umarmung und spüre nach, was mit dir passiert. Vielleicht passiert beim ersten Mal nicht viel, gib dir noch einen weiteren Versuch, es lohnt sich. Und vergiss nicht bevor du weggehst, dich bei "deinem" Baum zu bedanken.....und....nicht jeder Baum gibt dieselbe Energie ab. 
In diesem Sinn......gut Baum!

Bedrückend......

 Nach einer guten Woche, bin ich heute Nachmittag wieder Mal nach Creston zum Einkaufen gefahren. Schon etwas 3 Kilometer bevor man ins Town kommt, ist am Strassenrand ein grosses, blinkendes Schild aufgestellt, Text: please keep your distance!! (Nehmen sie Abstand)
Der Home Hardware (wie Baumarkt), liegt auf der anderen Seite von Creston, ich muss also erst durchs Dorf fahren. In Creston waren nur ein paar wenige Menschen auf den Strassen. Die meisten Geschäfte geschlossen, Restaurant und Cafes geschlossen......ghost town!
Bei diesem milden und sonnigen Frühlingswetter ist unser Städtchen ein sehr aktiver und gut besuchter Platz.....ein lebhaftes Kommen und Gehen an der Tagesordnung. Jetzt ist das ganz anders....man könnte sagen, die Menschen verhalten sich korrekt und bleiben zuhause. 
Ja korrekt, das stimmt schon, aber mich hat diese Situation bedrückt und traurig gemacht....
Vor dem Einkaufsladen sind meine Nachbarin und ich uns über den Weg gelaufen. Normalerweise stehen wir einen Moment zusammen und reden. Heute sind wir --- nach einem Zuwinken ---  mit Abstand nacheinander ins Geschäft rein. Die Menschen sind so verunsichert und benehmen sich sonderbar. Man kann diese Distanz auch gut fühlen.....sie ist nicht nur physisch. 
Auch hier sind viele Sachen nicht immer erhältlich, aber heute hatte ich Glück und habe ausser Mehl alles bekommen was auf meiner Liste stand.  
Aber beim letzten Einkaufen in Cranbrook vor 2 Wochen, habe ich eine so schöne Erfahrung gemacht. Im Einkaufsladen, in der Ecke wo man Blumen kaufen kann, stand ein grosses, buntes Schild das die Kunden wissen liess, dass die Tulpensträusse, anstatt acht Dollar, nur für zwei Dollar verkauft werden, damit man sich ein bisschen Freude nach Hause holen kann. Also das hat mich echt gefreut. Solche Gesten helfen in so schwierigen Zeiten enorm! Man konnte richtig sehen, wie viele stehenblieben und lächelnd nach einem Strauss Tulpen gegriffen haben.....ich auch!!


Wenn ich hier auf unserem Berg bin, ist die Welt einfach in Ordnung. Nichts erinnert uns hier an diesen Virus der uns langsam stinkt, und über den wir am liebsten nicht mehr reden möchten.
Die Bäume singen wie immer ihr Lied.....die ersten Kanadagänse sind aus ihrem Aufenthaltort im Süden zurück gekehrt.....wir hören ihr lautes Geschnatter, die Sonne scheint, der Rhabarber steckt seine roten Köpfchen aus der Erde und die Natur erfreut uns jeden Tag mit etwas Neuem......alles ist wie immer......
Nur noch ein bisschen Geduld, etwas Gottvertrauen, viele positive Gedanken  und vorallem Distanz  und es wird schon wieder.....ich glaube fest daran.
In diesem Sinn; herzliche Grüsse aus Kanada und bleibt gesund.......

Mein Besuch bei den Wolfshunden......


Yamnuska Sanctuary ist eine Auffangstation für Wolfshunde in Cochrane, in der Province Alberta. Vor ein paar Wochen habe ich nach der Webseite von Northern Lights Wolfcentre in Golden gesucht, weil ich einen Besuch zu den Wölfen geplant hatte. Jetzt leitet mich Google auf die Seite von Yamnuska und da bleibe ich dann fasziniert hängen. Ich lese und klicke mich durch Informationen und Bilder der Wolfshunde.

In Kanada ist das Züchten von Hybriden verboten. Für Wolfshunde gibt es keine Papiere und sie sind beim Hundezüchterverband auch nicht anerkannt. Diese Tiere werden auf dem Schwarzmarkt verkauft....für viel Geld....

So werden Hündinnen mit Wölfen gedeckt und daraus entstehen die Wolfshunde, die dann irgendwann, irgendwo wieder freigelassen, abgegeben oder eingeschläfert werden müssen, weil die Besitzer sie nicht handeln können.

Tierheime sind nicht für diese Tiere eingerichtet und können sie aus Sicherheitsgründen meistens gar nicht aufnehmen. Aus diesem Bedürfnis entstand auch das Yamnuska Sanctuary für Wolfshunde. 

Ich hoffte auf 3 - 4 sonnige Tage und dann fuhr ich letzten Mittwoch (4. März)  nach Cochrane (in der Nähe von Calgary) um die Wolfshund Station zu Besuchen. Anstatt zu den Wölfen nach Golden, ging es kurzentschlossen nach Cochrane.

Die Sonne schien wie bestellt und ich freute mich auf meinen 3-tägigen Trip.  Aber kalt war es und sehr windig als ich durch die Prärie Richtung Calgary fuhr. Diese Strecke auf dem Highway 22 ist besonders schön. Die Rockies auf der einen Seite und die flache Prärie auf der anderen Seite.....




Ich übernachtete in Cochrane und fuhr erst am nächsten Tag zur Auffangstation raus.
Für 14.00 Uhr hatte ich mich für eine Tour und einen Vortrag einschreiben lassen. Aber ich war schon viel früher da und ich durfte auf eigene Faust das Gelände (das eingezäunt war) durchwandern......ich war natürlich auf der anderen Seite vom Zaun! 
Die Tiere leben wie in freier Wildbahn im Rudel oder in Familien, jedoch mit sicherster Umzäunung. Wölfe seien Ausbrecher, habe ich mir erklären lassen, ein normaler Zaun sei für die Tiere kein Hindernis. 
Die Wolfshunde haben überall die Möglichkeit sich in den Busch zurück zu ziehen, aber ein paar kamen dann doch neugierig zum Zaun, als ich vorbeispazierte. Ich habe jeden einzelnen begrüsst und mich bei ihm bedankt, dass er sich mir zeigte.


dieser good looking boy.....schenkt mir etwas mehr von seiner Aufmerksamkeit und er schien sich bei meinen schmeichelnden Worte auf Berndeutsch wohlzufühlen......hat er nicht ein kleines Lächeln auf dem Gesicht?.....oder bilde ich mir das nur ein......

Mit Führungen, Vorträgen zum Aufklären und einem kleinen Geschenk Shop und vorallem Spenden, finanziert sich die Station. Was ich eine ganz lustige Idee finde, im Laden gibt es von jedem Wolfshund eine spezielle Teemischung mit seinem Namen zu kaufen. Natürlich habe auch ich eine Teemischung gekauft:"Lark's Blend," plus einen Kalender. Ich werde die Station auch mit einer regelmässigen kleinen Spende unterstützen und bestimmt war ich nicht zum letzten Mal da........


meine Teemischung..... :-)

Wie gesagt, ich hatte mich für einen Vortrag im Wolfshundgehege Einschreiben lassen, wo die Tiere noch mehr als 85 Prozent Wolf im Blut haben. Diese Gehege sind abseits und für Besucher nicht zugänglich. Die Wölfe --- was sie mit diesem Prozentsatz immer noch sind --- würden zu sehr gestresst. Bevor man mit Begleitung ins Gehege geht, werden die Verhaltensregeln erklärt: keine brüsken Bewegungen, kein berühren der Tiere und so weiter. Aber.....damit man die Tiere trotzdem aus der Nähe sehen kann....wenigstens einen Teil von ihnen.....werden sie bestochen! Die höchstens 7-8 Besucher bekommen ein paar spezielle Leckerli in die Hand, die man dann den Wölfen offerieren darf. Die Besucher sitzen ruhig in einer Ecke und die Tiere kennen den Vorgang natürlich und sie wissen auch, dass sie was zum knabbern bekommen. Unser Begleiter erzählte uns, dass je nach dem woher die Wölfe kommen, sie gar keinen Kontakt zu den Menschen suchen, auch nicht für Leckerlis. Aber dann gibt es welche, die würden für ein kleines Guddi, eben schon mal den wölfischen Stolz ablegen und herkommen.


Diese ältere, scheue Wölfin zeigte sich den Besuchern nur schnell um sich gleich wieder zurück zu ziehen. Ich war berührt, von der Schönheit dieser Tiere......


Aber mein Herz zum Klopfen brachte diese schon betagte Lady. Unser Begleiter sagte, dass der weisse Wolf --- sie stand da ganz weit weg --- sich selten den Besuchern nähern würde, sie sei eine Einzelgängerin. Irgendwann während unseres 40zig minütigen Aufentaltes im Gehege, kam sie langsam hergetrabt. Sie blieb vor mir stehen und sah mir eine ganze Weile direkt ins Gesicht......ich offerierte ihr eines meiner Leckerli und sie nahm es vom Boden auf und ging zurück zu ihrem Platz. Wow.....sagte unser Begleiter nur.....  mich hat diese Aug in Aug Begegnung tief berührt.

ein bisschen erinnert sie mich an Pax.......

Als nächstes, begaben wir uns in ein Gehege mit Wolfhunde die "nur noch" 49 Prozent Wolfsblut insich tragen. Ihr "hündisches Benehmen" war offensichtlich und für Guddis taten sie alles! Wenn die Tiere es zuliessen, durfte man sie sogar streicheln....nicht über den Kopf, sondern am Hals. Da kam ich dann doch noch auf meine Rechnung, obschon es ein sehr bescheidenes Knuddeln war......


Aber auch diese scheinbar schon fast "normalen" Hunde, werden nicht zur Adoption freigegeben. Es gäbe Situationen wo sie für Hunde (unter 37Prozent Wolf)  einen Platz suchen. Aber die Auflagen und Kosten die auf einen Halter zukommen sind enorm. So sehr ich diese Wesen liebe, ich würde mir die Haltung eines Wolfhundes nicht zutrauen.......

Durchgefroren aber total glücklich fuhr ich nach fast 4 Stunden Yamnuska weiter nach Canmore, wo ich über Nacht blieb.....

So, die Küche ist fertig

So dass ich nicht jedem einzelnen Bilder von unserer neuen Küche schicken muss, mache ich es als Blogbeitrag......

Seit letztem April (2019) bauen wir unser Haus um. Die ganze hintere Hälfte unseres Hauses wird neu gemacht, so auch die Küche. Da wir ganz vieles selber machen, dauert es halt auch länger als "normal," was immer das heisst. Die Küche war ein grosses Projekt, wo wir nur die Holzdecke und den Fussboden selber gemacht haben.....und  natürlich die Wände und die Farbe. :-) 



So sah es bis vor ca 3 Wochen aus.....langsam kam eines zum Anderen......



Und das ist nun also meine neue Küche...... Die Küchenschränke hat uns ein Schreiner aus Creston gemacht.  Wie man sieht, sind die Hunde und Katzen auch schon eingezogen......



Da Urs ein "ganztagskaffeetrinker" ist, wird das die Kaffeeecke sein. Seit vielen Jahren rede ich von einer anderen Kaffeemaschine.....eine mit Kanne und Kapseln. Denn manchmal möchte man (ich) nur eine Tasse, dafür ein bisschen stärker.....die werde ich uns noch besorgen.



Mein Kochherd.....Kochplatte....bis jetzt bin ich noch nicht soooo begeistert.....mochte eigentlich meinen alten Herd mit Backofen auch sehr gern......aber ich liess mich überreden...... 



Für mich habe ich diesen kleinen Sitzplatz an der Bar kreiert. Von da habe ich den Blick ins Wohnzimmer, zum Cheminee, durch die Wohnzimmerfenster und auch in unser "altes" Wohnzimmer.
Ich werde sozusagen im Mittelpunkt des Hauslebens sitzen wenn ich Geschichten schreibe :-) 



Auf der anderen Seite an der Wand, steht der Wunschfridge von Urs.....mit Eiswürfeldispender! Daneben der Backofen......
Die Öffnung (gelb, wird noch eine Türe angebracht) führt zu meinem Trackt! :-) Schlafzimmer, Bad und das Arbeitszimmer das noch im alten Hausteil ist. Hier in Kanada ist es üblich, dass es mehrer Bäder gibt, ich hatte schon vorher mein eigenes Bad. 
Im Moment arbeiten wir am neuen Badezimmer.....Urs verputzt die Wände und ich bin dann für die Farbe zuständig. Dann wird der Boden verlegt und so geht es immer weiter :-)
Die Öffnung gleich neben dem Kühlschrank- Schrank geht runter zum Eingang......

Kleine Glücksmomente


In irgend einer  Zeitschrift habe ich gelesen, dass die Zufriedenheit die kleinere Version vom Glück sei. Diese kleinen Glücksmomente habe ich hier auf dem Berg so richtig spüren und schätzen gelernt. 
Heute zum Beispiel, als ich mit den Hundemädchen durch den Schnee den Berg hinauf wanderte, war alles noch grau in grau. Gedämpft und leise habe ich dadurch die Welt  wahrgenommen. Ab und zu hat sich ein Baum von seiner Schneelast befreit, was sich durch eine Staubwolke bemerkbar machte.  Für unseren kleinen Zwischenhalt habe ich mich auf einen Baumstumpf gesetzt und im selben Moment rissen die grauen Nebelschleier auf und machten der Sonne Platz. 



Der Himmel wechselte von Grau auf strahlendes Blau, der Schnee glitzerte und blendete die Augen. Sanft spürte ich die wärmende Sonne auf meinem Gesicht. Zufrieden schob ich mir eine Ecke Schockolade in den Mund, schloss die Augen und genoss den Moment.
Ein wohliges Gefühl von Zufriedenheit durchrieselte meinen Körper und mein Herz fühlte sich leicht an....das muss Glück sein, dachte ich bei mir. So wenig braucht es also um dieses kleine, grosse Glücksgefühl zu spüren. Ich denke, dass wir oft einfach zuviel erwarten, wenn wir uns Glück wünschen......

Physio für Chica


Das ist mein kleines Chica Mädchen. Chica war noch kein Jahr alt, als sich urplötzlich beim Laufen Probleme zeigten. Mein erster Gedanke war, dass was mit dem Knie passiert sein könnte. Junge Boxer sind sehr aktiv, Rennen und Hochspringen, das machen sie sehr gern und mein Mädchen war keine Ausnahme. Als es nicht besser werden wollte, ging ich mit ihr nach Cranbrook zum Vet und Chica wurde geröntgt. Das Röntgenbild zeigte, dass die Knie und Hüfte normal entwickelt waren und keine Abnormalitäten zeigten. Man hatte auch noch ein Bild von ihrem Rücken gemacht und da schien das Problem zu liegen. Die ersten Anzeichen einer Spondylosis waren gut erkennbar. Damals war ich verzeweifelt, denn niemand kann sagen, wie schnell sich diese Kochenverwachsung entwickeln wird. Ulli, meine damalige Tierärztin wollte nichts versprechen, aber es gäbe viele Fälle, da werde die Spondylosis erst im Alter wieder ein Thema.
Chica wurde gegen die Schmerzen mit Meloxicam behandelt und ich musste darauf achten, dass es beim Spielen mit den anderen Hunden nicht zu heftig wurde . 
Nach etwa 2 Wochen, schienen die Symptome abzuklingen und Chica bewegte sich wieder ganz normal.
Vor etwa zwei Jahren begann Chica komisch zu laufen und ich merkte, dass sie das rechte Hinterbein etwas schonte. Diese Spondylosis hatte ich in der Zwischenzeit fast vergessen. Wieder dachte ich zuerst an die Hüfte oder das Knie. Also ging ich mit Chica nach Creston in die Tierklinik, wo Dr. Rob, seit Jahren unsere Tiere betreute.  Wieder wurde geröntgt und wieder waren Knie und Hüfte in Ordnung. Aber die Spondylosis war jetzt weit fortgeschritten. Über dem Rückgrat, hatte sich ein zusätzlicher Knochen gebildet der Chicas Mobilität stark einschränkt. Machen kann man nichts, denn eine Operation könne bei diesem Stadium ausgeschlossen werden, meinte Rob. Das einzige was bleibt ist, mein Mädchen so Schmerzfrei wie möglich zu halten und probieren mit einer Cartrophen Kur ihre Gelenke zu unterstützen. Das hatte Pax für Jahre gespritzt bekommen und ihm hatte es für die Gelenke sehr gut geholfen. Die Kur beginnt mit dem Aufbau eines Cartrophendepot, was heisst, vier Mal --- im Abstand einer Woche --- eine Injektion unter die Haut (zwischen den Schultern) zu machen. Dann wird im Abstand von 6-10 Wochen eine Nachbehandlung mit einer Cartrophen Injektion gemacht und dann immer wieder wenn nötig. Ich setzte grosse Hoffnung in diese Behandlung, um Chica Schmerzfrei zu halten. Aber schon nach den ersten wöchentlichen Behandlungen ging es Chica für Tage schlecht. Sie erbrach sich, bekam Durchfall und Schüttelfrost und ihr Herz schlug viel zu schnell. Die Behandlung musste abgebrochen werden.



Jetzt ist Chica fast 8 Jahre alt und vor 3 Monaten hatte sie einen heftigen Schub der Krankheit. Ihr Geschäft konnte sie nur unter heftigen Schmerzen machen, immer wieder hörte ich sie wimmern. Ich hatte den Eindruck, als ob in ihrem Rücken ein Nerv eingeklemmt war.
Ich war so deprimiert....wie lange konnte ich sie unbeschadet mit Schmerzmittel behandeln? Was dann?
In Creston wurde Chica dieses Mal von einer junge Ärztin behandelt, die neu in der Klinik ist. Während sie Chica untersuchte schlug sie mir vor, doch eine Kollegin von ihr anzurufen. Joanna sei  Physiotherapeutin für Menschen, praktiziere aber seit ein paar Jahren auch mit Tieren und das mit gutem Erfolg.
So kam es, dass wir im November 2019 Joanna die Physiotherapeutin kennenlernten, die sich für Menschen und Tiere einsetzt. Joanna behandelte Chica eine ganze Stunde mit Massage, Dehnungen und Laser.......Als wir die Praxis verliessen, war Chica wie ein junger Hund. Nichts mehr von Schmerzen beim Kauern oder Laufen, es war wie ein Wunder. Joanna gab mir Anleitung für ein paar Griffe, wie ich Chica auch zuhause massieren kann, was ich nun regelmässig mache.....Chica geniesst die Zuwendung sehr.
Heute (3. Januar 2020) kam die junge Frau  auf ihrem Weg nach Creston bei uns vorbei um Chica noch Mal mit Massage und Laser zubehandeln. Sie war sehr positiv überrascht, wie gut sich Chica heute anfühlte. Ihre Muskeln in den Hinterbeinen sind dank unseren täglichen Spaziergägen wieder kräftig, kein Hinken und kein Schonen mehr.  Ich bin sehr dankbar, dass ich Joanna kennen lernen durfte.....sie ist eine junge Frau mit einem super Gschpüri für Mensch und Tier und auch Chica mag sie gern. :-)

Merry Christmas, schöne Weihnachtstage.....


Gerne möchte ich mich auch in diesem Jahr bei meinen Leserinnen und Leser bedanken und allen ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen.

Bei uns auf dem Sunny Hill hat sich dieses Jahr viel bewegt, wir haben Um- und Angebaut.
Im vorigen Herbst hatten wir mit dem Bau vom neuen Dach unser Projekt gestartet. Dieser Umbau war bitternötig und wir sind happy und stolz auf uns, dass wir so viel erreicht haben.
Wenn man älter wird, gehen all diese Arbeiten ein bisschen langsamer vor sich und man braucht längere Pausen dazwischen. Das waren wir uns bewusst und darum sind wir froh, dass bis zum Spätherbst alle Wände oben waren, Fenster und Türen eingebaut und alles dicht und isoliert.
Zur Zeit sind wir immer noch am Innenausbau und vielleicht wird auch die neue Küche noch im alten Jahr eingebaut. Nur keinen Stress, es kommt wenns kommt, ich habe mich provisorisch eingerichtet.




Im Januar 2020 werden es zwei Jahre sein, dass Pax nicht mehr mit uns ist......Jedesmal wenn ich an seinem Plätzchen vorbeikomme, sage ich meinem Boy "Hi." Er fehlt mir, aber ich kann jetzt an ihn denken, ohne gleich traurig zu werden.....
Meinen beiden Mädchen geht es gut und dafür bin ich dankbar.


Ansonsten wünschen wir uns nur, dass es auch im neuen Jahr so gut weitergeht und wir gesund bleiben. Ich nehme mir nichts vor für das neue Jahr, ausser, dass ich im Januar noch einmal nach Golden zu den Wölfen fahren möchte. Das wird mein Geburtstagsgeschenk an mich sein :-) Bestimmt werde ich einen Blogeintrag darüber machen!

Bis dahin wünschen ich euch allen 
Frohe Weihnachten, Merry Christmas 
und nur das Beste für das komende neue Jahr.....
Herzlichst Ursula













Raus in die Natur.....


Was für ein schöner Herbsttag! Für gute zwei Stunden habe ich mich nach dem Lunch von der Arbeit im Haus gedrückt und bin mit den Mädchen über den Berg gewandert. 


Natürlich haben wir durch die Rennerei der beiden nichts gesehen......ausser der wunderbaren Natur. Ein ganz gewöhnlicher Stein, bei genauem Hinsehen habe ich festgestellt, es ist ein Quarz. Dieses Mal habe ich ihn liegen lassen, soviele habe ich schon zuhause. :-) Gefreut hats mich trotzdem.



Oder diese Moosbüschel an den kahlen Birken......Nahrung für Hirsch und Elch im Winter......



Die Pfade benutzen die wir über die Jahre ausgetreten haben.....ein vertrautes Gefühl.
Aber an den Spuren sehe ich, dass auch das Wild unseren Wanderweg benutzt. 

Bei der ganzjährigen Wasserstelle, habe ich eine noch feuchte Hinterlassenschaft gefunden -- also Chica hatte sie entdeckt und war sehr interessiert. Für einen Kojote war "es" zu gross, typisch, die lang gezogenen, spitz zulaufenden Enden :-) Das ist das "Häufchen" von einem Cougar (Berglöwe oder Puma). Ja well......gesehen habe ich kein Büsi, es hatte sich wohl schon verzogen.....gut für uns!

Nach zwei Stunden war ich zurück und half Urs wieder beim Arbeitn :-)
Genau das ist was ich hier so liebe.......ich muss nirgendwo hinfahren.....zur Haustür raus und den Berg hoch......und ich bin mitten drin......lucky me!!!

Das Wohnwagenleben ist vorbei

Die letzen sieben Monate war mein Alltag ein wenig koplizierter als üblich......wenn mein Leben überhaupt je kompliziert ist !!! :-)
Ab Ostermontag schlief ich allein im Wohnwagen und Urs blieb mit den Hunden im Haus. Ich freute mich wirklich auf diese Auszeit, es war ein bisschen wie Urlaub......aber eben, nur ein bisschen.

Dann zügelten wir auch die Küche aus dem Haus und ich benutzte oft den Barbecue und natürlich die Küche im Wohnwagen. Wir assen wann immer möglich draussen und es war super. Es war ein besonderer Sommer -- kreativ, lebendig, arbeitsreich und mit vielen neuen Erfahrungen und Herausforderungen.



Viele schöne Begegnungen .....eben ein bisschen wie Urlaub....
hier mit meiner Freundin Herta.

Auch die "Wohnwagenschlaferfahrungen" waren speziell. Nachts bin ich oft wegen diesen ungewohnten Geräuschen aufgewacht. Es ist ein besonderes Gefühl wenn der Regen laut auf's Wohnwagendach trommelt, als ob man unter der Dusche steht. Oder wenn Kojoties jaulend und jäppend den Berg hochziehen. Einmal bin ich aufgewacht, weil ein Hirsch ganz nahe am Wohnwagen stand und seine schnauzende Laute von sich gegeben hat. Oder wenn Tannzapfen auf's Dach fielen..... 
Oft habe ich mich ab diesen Geräuschen erschrocken, habe im Bett gelegen und in die Dunkeheit gestarrt und gehorcht ob ich was ausmachen kann. Aber wirkliche Angst hatte ich nie. Oder die Mondhellen Nächte, wenn das Mondlicht genau durch mein Schlafzimmerfenst schien und mich für eine kurze Zeit am Weiterschlafen hinderte.

Mein Plan war, dass ich ab November wieder im Haus schlafen würde. Zwar nicht im neuen Hausteil, noch nicht in meinem neuen Schlafzimmer, aber trotzdem im Haus. Letzten Dienstag, als ich im kühlen, feuchten Wohnwagen aufgestanden bin, habe ich mir gesagt; so, that's it! Jetzt mag ich nicht mehr. Nachts ist es doch schon recht kalt und wenn ich die Heizung auf eine angenehme Wärme stelle, dann gibt es Kondensierung an den Fenster und zweitens kommt die Heizung alle zwanzig Minuten an und das stört mich.  Zudem wurde meine Wärmeflasche bis so um vier Uhr auch kalt und dadurch war es echt ungemütlich.

So, jetzt schlafe ich wieder im Haus und gehöre auch wieder mehr zur Familie. Zwar habe ich in meinem Gästezimmer ein ein paar Sachen eingelagert und es ist deswegen ein bisschen eng und nicht so heimelig wie es sonst. Aber was solls.....auf dem Futon schlafe ich für die paar Wochen auch noch gut und vorallem.....es ist warm. :-)


Weil das Grillen an dunklen, kühlen Herbsttagen auch nicht mehr lustig ist, haben wir den alten Kochherd in die zukünftige Küche gestellt, provisorisch Wasser anschliessen lassen und nun koche ich (provisorisch) im neuen Hausteil. Meine neue Küche kommt irgendwann im Dezember....oder so.
Ich habe mir Zeit gelassen mit dem Designe der neuen Küche und darum dauert es ein bisschen länger, dafür so wie ich es haben möchte. 

Mein Schlafzimmer ist bereit für die Farbe, danach machen Urs und ich die Holzdecke rauf und verlegen den Boden, den ich gestern ausgesucht habe......ich freue mich auf unsere neue Haushälfte und es ist schön an der Wärme und im Trockenen zu Arbeiten. 



Heute haben wir uns diese elektrische Feuerstelle bestellt, darauf freue ich mich besonders.....eine gemütliche Sitzecke wo man die Beine hochlagern, lesen und einfach ruhig sitzen und die Seele pflegen kann. In diesem Raum wird es keinen Fernseher geben......

Der Um- und Anbau unseres Hauses


Mit diesem kleinen, älteren Trailer haben wir 2002, hier auf dem Berg angefangen. Im Sommer 2004 vergrösserten wir unser Haus mit einem Anbau. Aber immer stand die Idee, dass wir als nächstes den Trailer wegnehmen und unser Haus mit einer zweiten Haushälfte vervollständigen.



Aber wie es oft so geht.....man arrangiert sich mit der Wohnsituation und man verschiebt und verschiebt, bis es dann nicht mehr geht. Der alte kleine Trailer wies immer mehr Schlupflöcher für Mäuse und anderes Getier auf, das Sommer wie Winter - vorallem unter dem Dach - ein Zuhause fand.
So geht es nicht mehr weiter! Darum haben Urs und ich im Herbst 2018 mit dem Neubau der zweiten Haushälfte begonnen. Für viele war unser Projekt nicht so durchschaubar, weil wir den Trailer stehenliessen und ein Dach über das ganze bauten. 



So konnte ich die Küche und mein Schlafzimmer mit Bad, das im Trailer war, weiterhin benutzen und das neue Dach gab dem Trailer etwas Schutz.
Der Herbst 2018 war perfekt für unser Vorhaben. Die ganze Zeit war es trocken, mild und sonnig. Urs machte die letzte Schindel fest und am nächsten Tag kam der Schnee.

Hätten wir es in diesem Herbst machen müssen, es wäre schlicht unmöglich gewesen. Denn dieses Jahr war es schon im September kalt und wir hatten ständig Regen. 
Es scheint fast so, als ob wir das O.K. von oben bekommen haben, denn auch die Finanzierung stand. Innerhalb von 10 Monaten verkauften wir 2 von unseren Lots.....aber davon in einer der nächsten Geschichten. :-)

Im Herbst 2018 kauften wir uns dann den Wohnwagen (sieh Bloggeschichte: Ein lang gehegter Wunsch) damit ich wieder ein Bett und eine Küche habe. Gegessen haben wir meistens draussen und ich habe meine Kreativität beim Kochen auf dem Grill ausgelebt. Erstaunlich was man mit einem einfachen Grill alles machen kann.....meine Pizza's  für unsere Helfer waren sehr beliebt,
Der Sommer war super für uns...nicht zu heiss, keine Feuer wo man ständig ans evakuieren denken muss....einfach ideal....ich sage ja, wir hatten das O.K. von oben!


Im Mai, als es nachts nicht mehr so kalt war, hatte Urs angefangen, den Trailer auseinander zu nehmen....Stück für Stück. Es war nicht immer angenehm, wenn überhaupt. All die alte Isolation, Teppiche die in Lagen immer wieder darüber geklebt wurden, die alten Röhren und Kabel...... aber es musste gemacht werden. Diese Arbeit hätte niemand für uns gemacht, auch nicht gegen Bezahlung!



Im Juni dann, endlich konnten wir mit dem Neuaufbau beginnen. Ich habe immer mitgeholfen so gut es ging. Als uns dann unser junger Nachbar Kirk, (vom verkauften Grundstück) seine Hilfe anbot (er hat beruflich mit Häuserbau zu tun) waren wir sehr dankbar. 
Es ist unglaublich,  wirklich wie eine Fügung des Himmels, alles passte wunderbar und der Hausbau gedieh.


Als der Boden fertig war, haben Urs und ich mit dem "Framing" weitergemacht. Das war viel Abmessen und Zuschneiden. Damit komme ich in der Zwischenzeit ziemlich gut zurecht,  auch wenn wir alles in Inch und Fuss messen. In Kanada wird seit den 70ziger Jahre auch in Metric gelehrt, aber alle messen und reden immer in, und von Inch und Fuss (1 Fuss = 30.4 cm)


Um die Spanplatten an den Aussenwänden anzubringen kam uns Kirk wieder zu Hilfe. Urs hatte manchmal Mühe mit dem Arbeitstempo des jungen Mannes Schritt zu halten. Aber ich habe dann immer wieder Wasser oder einen Kaffee angeboten um sie zu einer Pause zu zwingen. Wir haben oft verglichen, um wie vieles einfacher es uns beim Bauen des Anbaues vor 15 Jahren doch ging. :-) 



Unglaublich wieviel Holz man da verbaut und das ist auch in Kanada nicht billig. 


Aber die unangenehmste Arbeit war dann doch das Isolieren aller Wände und der Decke. Oft musste ich die Isoliermatten auf ein Mass zuschneiden und das war mehr als Mühsam. Erstens juckt das Zeug auf der Haut und auch für die Atemwege ist es belastend....ich meine im Moment wo man damit arbeitet. Dieses neue Material soll ja nicht mehr so schlimm sein wie das von früher .....what ever!



So, jetzt ist das Haus eingepackt für den Winter und die Fenster sind auch montiert. Jetzt müssen noch die Türen die nach draussen führen eingepasst werden, dann sind wir vorerst sicher. Letzte Woche war der Elektriker jeden Tag da und hat alles verkabelt. Nächste Woche soll der Plumber (Sanitärinstallateur) kommen und dann wird das Badezimmer und die Küche am Wasser angeschlossen......es wird schon.....und es wird gut!



Urs hat mir anfang Oktober den alten Kochherd in die zukünftige Küche gestellt, so dass ich jetzt wieder im Haus kochen kann. Vorallem freue ich mich auf den sonst obligaten Sonntagszopf, der aber seit Abbruch des Trailers nicht mehr auf den Tisch kam. Meine neue Küche wird ende November installiert....hoffe ich. :-)
Schlafen tue ich immer noch im Wohnwagen, aber auch das ist nur noch eine Frage von ein paar Wochen......


.......und das ist der Kommentar von Urs zur ganzen Geschichte!!!!