Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)




Menschen auf dem Sunny-Hill

Menschen auf dem Sunny-Hill
unser Haus im Winter.......

Es wird Winter auf dem Sunny-Hill

Ja well........alles ist "normal"

Wie ihr wisst, leben Urs und ich mit unseren Tieren auf einem grossen Grundstück --- unserem Sunny-Hill --- etwa 30 Kilometer von Creston entfernt. Hier draussen gibt es viel "Wildlife: Rehe, Elche, Koyoten, Bären aber vorallem Hirsche. Im Winter kann man die Nester im Schnee sehen, wo sie geschlafen haben. Ich habe schon über ein Dutzend gezählt...schön beieinander. Sie laufen kreuz und quer über den Berg, gehen sogar bis zum Highway und auf die Flats (die grosse Ebene ennet der Strasse). Als Dusty --- ein Nachbar von uns --- noch seine Pferde auf der Ebene weiden liess, hatte er im Winter zusätzlich grosse Dratbehälter aufgestellt, wo er Heuballen reinstellen konnte. Als ich einmal gegen Abend --- es war schon dämmerig --- nach Hause kam, sah ich an den Heuballen über dreissig Hirsche fressen. Die Pferde standen abseits und mussten den Tieren, die fast ihre Grösse hatten und in der Überzahl waren, den Vortritt lassen. Einmal vor Jahren, hatten wir weiter oben auf dem Berg, auch Heu für die Rehe ausgelegt. Man sollte das nicht machen, aber wenn der Winter so taff ist?


leider habe ich kein Bild mit Hirschen, dafür mit Alpacas :-)

In letzter Zeit hatte ich keine Hirsche mehr gesehen, nur ihre Spuren. Das liegt auch an meinen Hunden mit denen ich unterwegs bin, vorallem an Manu.....sie ist ein Kläffer!!

Manu, ein Border Collie - Blue Heeler Mischling.....
ständig will sie arbeiten und dazu muss man halt auch Bellen, right?

Wohin ich mit dieser Geschichte will......
Letzten Samstagabend war in Creston das alljährliche Weihnachtskonzert, das Urs und ich auch immer gern besuchen. Es war schon dunkel als wir in Creston ankamen. Seit Anfang Dezember leuchten die Christmas Lichter an den Häuser, in den Gärten und sogar die Bäume stehen in farbigem Licht. Es war fast kein Verkehr und wir konnten uns erlauben extra langsam und gemütlich zu fahren, um die Lichterpracht zu geniessen. Ganz plötzlich stand ein grosser Hirsch vor uns auf der Strasse vor unserem Auto. Ich rief ganz spontan aus: Ach hier seid ihr nun, kein Wunder habe ich euch nicht mehr gesehen! Wir warteten etwa 30 Sekunden, bevor sich der Hirsch entschloss, weiter zu gehen. Nicht etwa in einem Sprung, fluchtartig, nein gemütlich, als ob es nichts normaleres geben würde, als ihn mitten im Dorf auf der Strasse anzutreffen! Wie schön hier zu leben.......






Besinnliche Zeit, was meint das?

Bei uns hat es zur Zeit noch nicht viel Schnee. Auch ein richtiger Kälteeinbruch wie in anderen Jahren, blieb bis jetzt aus. Der Winter kam einmal im Oktober bei uns vorbei um zu sehen, ob wir noch auf dem Sunny-Hill leben und ob wir ihn willkommen heissen würden. Pech gehabt, solange meine Blumen blühen, ist es definitiv zu früh für Schnee ;-)





Als Urs beim Holzen im Busch diesen alten Baumstamm sah, hatte er gleich die Idee: Da könnten wir doch das Vogelhaus daraufstellen? Ja klar.....super! Pax hatte da wohlt an etwas anderes im gedacht ;-)


Der Baum war dann doch schwerer als Urs angenommen hatte :-)


Jetzt steht der Baumstamm an seinem Platz. Das Vogelhaus ist montiert, mit Futter gefüllt und die Gäste lassen auch nicht lange auf sich warten.


dies ist ein Steller's Jay

In dieser Jahreszeit hört man oft das Sagen: Die besinnliche Zeit. Was meint das eigentlich?
Was macht man in der besinnlichen Zeit? Was gibt der Zeit die Qualität der Besinnlichkeit?
Sind es die Düfte? Die Wärme im Haus? Die kürzeren Tage und mehr Dunkelheit? Die Stille, die genau in dieser Zeit so schwer zu finden ist? 
Ich denke dabei an den Kachelofen in der Stube meiner Grosseltern. Sie lebten in einem kleinen, alten Bauernhaus.....einem Heimetli. Das Dach reichte hinter dem Haus fast bis zum Boden. Gedrungen stand es da, das alte Holzhaus, das grosse Dach tief ins Gesicht gezogen, kleine Fenster, rund der Türeingang.
Für mich strahlte es Ruhe und Geborgenheit aus. Im Winter auf dem warmen Ofen zu sitzen, über mir baumelten Säcke mit Baumnüssen und getrockneten Apfelschnitzen. Gehörte das zur besinnlichen Zeit, wenn meine Grossmutter mir bei einer Tasse Goldmelissentee und einem Stück Gugelhopf eine Geschichte vorlas? Ich denke, es ist das Gefühl das man im Herzen spürt, es ist auch Dankbarkeit.

Der Geburtstagsmuffel

           Dies ist unsere Bernerin Cindy, leider haben wir sie schon vor mehreren Jahren verloren......

Zum ersten Mal wurde ich mit einem Geburtstagsmuffel konfrontiert, als ich noch in Nidau, also in der Schweiz lebte. Beim Einkaufen traf ich auf meine Bekannte Bethli mit ihrem Mann Kobi. Wir haben uns begrüsst und ein paar Neuigkeiten ausgetauscht, wir hatten uns schon ein Weilchen nicht gesehen. Da kam mir in den Sinn, dass Kobi doch gestern Geburtstag hatte und ich sagte zu ihm:"Du Kobi, gestern war doch dein Geburtstag? Du da wünsche ich dir noch alles Gute, Gesundheit und viel Freude im neuen Lebensjahr." Kobi zog ein Gesicht, als ob ich ihm weiss Gott was gewünscht hätte und machte mit seiner Hand eine Bewegung als ob er eine lästige Fliege wegscheuchen müsste. "Geburtstag, ah....das ist ein Tag wie jeder andere auch, da braucht man kein Tamtam machen. Ich überhörte diese Bemerkung und machte mir keine weiteren Gedanken mehr.  Soll er doch muffeln.
Jetzt hat sich kürzlich die gleiche Situation am Telefon abgespielt: Ich hatte von einer Bekannten erst gerade erfahren, dass am Vortag ihr Geburtstag war und darum wünschte ich ihr nachträglich alles Gute und was man sich sonst noch so wünscht. Was kam zurück? "Ach das!" Geburtstag, das ist für mich absolut nicht wichtig. Ich feiere seit Jahren meinen Geburtstag nicht mehr!"
Jetzt kam ich nicht mehr drum herum und ich überlegte mir, warum Menschen so etwas sagen? Warum soll der Tag, an dem sie geboren worden sind, nicht wichtig sein? Wenn ich mir selber nicht mehr wichtig bin, warum sollen mich die anderen wichtig nehmen? Und was ist mit dem Spruch: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wenn ich für mich nicht mehr wichtig bin, kann ich mich denn überhaupt noch lieben? Wenn nicht, wie wirkt sich das auf den Umgang  mit meinen Mitmenschen aus? Muss man nicht mit allem erst bei sich selber anfangen, um es weitergeben und teilen zu können? Es gibt noch einen anderen Spruch der passt: Kehre erst vor der eigenen Tür, bevor du den anderen sagst wo der Dreck liegt. Es hat doch was wahres nicht? Also für mich ist klar, nur wenn ich mich selber lieben kann, mich wichtig nehme und respektvoll mit mir umgehe, nur dann kann ich genau das, an meine Mitmenschen weitergeben. Es gibt noch ein anderes, sehr wahres Sprichwort: Wie man in den  Wald ruft, so kommt es zurück. In diesem Sinn.....herzliche Grüsse Ursula



14.00 Uhr oder 2.00 pm?

Chica ist es egal wie ich der Zeit sage, wenn nur das
Essen pünktlich im Teller ist ! :-)

Als ich 2001 nach Kanada kam, musste ich mich auch zeitlich Umstellen. Ich meine nicht nur den Zeitunterschied von 8 Stunden (9 Std im Sommer), nein, ich meine die Benennung der Uhrzeit.
In der Schweiz, wie auch in den übrigen deutschsprachigen Europäischen Ländern, sagt man nach 12.00 Uhr am Mittag, 13.00, 14.00, oder 15.00 Uhr bis es nach 24.00 Uhr wieder bei 1.00 Uhr anfängt. 1.00 Uhr kann also nie am Mittag sein, einverstanden?
Hier benennt man die Zeit anders. Es gibt AM = Vormittag und PM = Nachmittag. Diese Bezeichnungen kommen ursprünglich aus dem Lateinischen und sind Abkürzungen von:  Ante meridiem = AM, also Vormittag und Post meridiem = PM also Nachmittag. Hat man aber eine Verabredung zum Lunch für 12.00 Uhr, dann sagt man "noon" und für Mitternacht ist es dann halt "midnight".  Trifft man sich aber erst um 12.15 Uhr zum Lunch, sagt man einen Viertel nach 12.00 PM nicht nach noon.......
Ich weiss, die Leser die schon mal in den Staaten oder Kanada waren, die kennen das. Aber viele wissen es halt nicht und ich habe mir gedacht, vielleicht könnte es von Interesse sein. :-)

Vor zehn Jahren......


Am 7. November 2007 habe ich --- mit etwa 60zig anderen Anwärter/innen --- den Eid abgelegt und nun bin ich eine Kanadische Staatsbürgerin. Die Feier war schön und wir wurden von einem Richter und Persönlichkeiten aus der Gemeinde, herzlich willkommengeheissenSchulkinder sagten Gedichte auf  und sangen Lieder. Man würdigte die Veteranen, lobte Kanada als der schönste Platz wo man als Mensch leben kann. Die Kanadier sind wirklich Patrioten und irgendwie fand ich es sehr schön und passend für diesen speziellen Anlass.
Hat oder wird sich nun für mich in Zukunft etwas ändern? Nicht wirklich und doch - mehr gefühlsmässig halt. Ich lebe in diesem Land, hier fühle ich mich wohl und ich möchte mich als angenommen und integriert sehen. Was ist also näherliegend als sich um die Staatsbürgerschaft zu bewerben? Ich darf nun auch wählen und in allen Dingen mit Abstimmen.
Ich musste meine Schweizerbürgerschaft nicht abgeben, ich bin jetzt einfach Doppelbürger: Kanada-Schweiz ;-) und darüber freue ich mich!

Das hatte ich vor zehn Jahren in meinen Blog geschrieben. Jetzt bin ich schon siebzehn Jahre in Kanada.....manchmal scheint mir die Schweiz so weit weg. Oft bin ich seitdem nicht zurück geflogen in meine alte Heimat.....drei Mal glaube ich. Aber Heimweh habe ich trotzdem nicht.
Sehr oft schaue ich mir die Landfrauenküche DVD's an, die ich mir alle gekauft habe. Ich wundere mich über die modernen Landwirte, die aufgeschlossenen Bäuerinnen, geniesse die Wunderschönen Bilder der verschiedenen Regionen in der Schweiz. 
So gut es geht probiere ich den Kontakt zur Schweiz up to date zu halten und doch denke ich, würde ich vieles nicht mehr erkennen. Urs war seit 1979, seit er damals nach Kanada gekommen ist, nicht mehr in der Schweiz gewesen. Aber immer noch erzählt er jedem von "seiner Schweiz". Wenn ich ihn dann korigiere, weil es sich in den letzten --- fast 38 Jahren --- geändert hat, wurde ich auch schon korrigiert.....mein Erlebtes ist auch schon überholt. Je nu.....so vergeht die Zeit. 



Loslassen.......


                              Was habe ich alles und was brauche ich wirklich?

Je mehr Platz man zur Verfügung hat, je mehr wird aufbewahrt......man weiss ja nie.  Seit ein paar Jahren probiere ich regelmässig ---- wenn ich in Stimmung bin, sonst geht es schlecht ---- auszumisten. Sei es im Kleiderschrank, in der Küche, zugeschickten Weihnachts- und Geburtstagskarten, kleinen Schachteln die man immer wieder brauchen könnte! oder mit Büchern. Mit letzterem tue ich mich echt schwer. Ich bringe sie zur Bibliotheke oder ins Brockenhaus, wegwerfen geht gar nicht. Auch all die anderen Sachen, finden meistens in einem Secondhand Store einen Platz und hoffentlich einen Abnehmer. Aber ich muss gestehen, ein paar kleine Schwächen für Mal- und Schreibsachen (besonders Füllfederhalter und Bilderrahmen) schleppe ich immer noch mit mir herum. Ich habe noch nicht heraus gefunden wo der Ursprung liegt, ich liebe diese Sachen einfach.
Aber was ist mit den Gegenständen die man sich kaum traut auszusortieren? Das Silberbesteck zum Beispiel, das seit Urzeiten in irgend einer Schublade in einem Etui liegt und vor sich hin oxidiert. Es war das jährliche "Gottigeschenk" bis ich konfirmiert wurde. Ich hätte es längst verschenkt, aber keiner will es haben!
Was ist mit all den Fotos die früher noch richtigen Briefen beigelegt wurden und dann in einer Schachtel verschwanden? Was soll ich mit all diesen Bildern von fremde Menschen, Babyfotos der Kinder, dessen Eltern man mal kannte, aber längst aus den Augen verloren hat......Blumen-, Hunde- und Katzenbilder? In einem passenden Moment habe ich die Schachtel durchgesehen, die meisten Bilder wieder zurück gelegt......Masche um die Schachtel und dann habe ich sie liebevoll dem Feuer übergeben. Dasselbe habe ich mit E-Mails gemacht, die ich für Jahre in einem Ordner eingebunden hatte...... ich habe sie liebevoll losgelassen, samt Ordner!
Loslassen heisst das Zauberwort und ich merke immer mehr, es lebt sich besser mit leichtem Gepäck.  

Cougar Alarm in Creston

                           Dieses Bild ist gestohlen, ich würde mich nie trauen........

Seit letzter Woche ist in Creston Alarm......Cougar Alarm. Man ist nicht sicher ob es sich immer um das gleiche Tier handelt, oder ob mehrere die Gegend unsicher machen. Letzteres ist eher wahrscheinlich. Verschiedentlich wurde ein Cougar nahe bei den Häusern gesichtet......dann wieder mehr in der Nähe von einer Farm. Der Hunger und die Kaloriensuche für den Winter,  treibt die Tiere noch einmal auf Futtersuche. Mit Pumas ist nicht zu Spassen, sie kommen auf leisen Sohlen angeschlichen und greifen meistens aus dem Hinterhalt an. Höchste Vorsicht ist geboten. Eine Frau schrieb, dass sich ihre Hunde ganz verrückt benehmen würden, weil ein Cougar umherschleicht.

In diesem Herbst ist alles ein bisschen anders. Wegen der vielen Waldbrände, die es in diesem Sommer überall gab, mussten die Tiere immer wieder fliehen und verloren so oft ihre natürliche Nahrungsquellen. Gerade die Bären suchen jetzt vermehrt die Fruchtbäume und Gärten auf ,wo sie noch etwas zum Fressen finden können.  Zwar werden jedes Jahr diesbezügliche Verhaltensregelungen in Zeitungen und Fernsehen wiederholt. Dass man doch die Bäume von den restlichen Früchten säubern soll, das Obst am Boden einsammeln und den Garten leer machen. Aber nicht immer ist es damit getan. Immer wieder liest man, dass Bären in Abfallkontainer (die auf dem Land fast bei jedem Haus stehen) einsteigen, dann festsitzen und aus eigener Kraft nicht mehr rauskommen. Also auch da; Kette dran! Noch ein paar Wochen, je nach dem wann der Schnee und die Kälte kommt, dann wird Ruhe einkehren, was die Mutzen betrifft. Der Cougar wird weiterhin auf Pirsch gehen müssen.

Wenn Vollmond ist........

 

Ein Mal im Monat, wenn der Mond die Nacht zum Tag macht..... ist bei uns auf dem Sunny-Hill regelmässig ein unruhiges Treiben. Nicht der helle Mond raubt mir den Schlaf, nein es ist Pax, der in solchen Nächten ganz viel Arbeiten muss! Er verbellt all die Tiere die genau so unruhig den Berg rauf oder runter ziehen. Er schimpft mit den heulenden, kläffenden und jäppenden Kojoten, die in solchen hellen Nächten genau so aktiv sind und ihm dann Antworten.  Auch die Hunde in der Nachbarschaft kommunizieren untereinander. Wird es dann zu viel, muss Pax ins Haus kommen, dann ist Ruhe. Man kann nicht mit ihm schimpfen, er ist ein Schutzhund und tut nur seinen Job. Ist er im Haus, ist er vom Job befreit und wir können auch noch ein paar Stunden Schlaf bekommen.
Einmal als Christina meine Tochter bei uns in den Ferien war --- ich glaube es war über Weihnachten --- hatten wir auch eine so helle Vollmondnacht. Kurz vor Mitternacht zogen wir beide uns warm an und gingen zu Fuss durch den Schnee, den Berg hinauf. Auf einer Lichtung standen wir dann, als plötzlich, ganz in unserer Nähe ein paar Kojoten anfingen zu heulen. Eigentlich hofften wir, ein paar Hirsche im Mondlicht zu sehen. Als das Heulen und Jäppen immer näher kam, gingen wir zurück. Plötzlich hatte es überall Schatten......bewegten sich Büsche.....hörte man sonderbare Geräusche.......
Unsere Schritte wurden immer schneller und wir drehten uns erst wieder um, als wir das Haus im Blick hatten. Angst? Nein, natürlich nicht!!

John's dritte Zähne

Diese kleine und wahre Storey von John, hatte ich vor ein paar Wochen in meinem Mundart Blog geschrieben. Ich habe dann ein paar Zuschriften von enttäuschten Lesern meiner Bärenstark Seite bekommen, was ich total verstehen kann. Die "Bärner Mundart Geschichten" sind wirklich nur für Schweizer lesbar. Trotzdem schreibe ich zwischendurch gern in meinem Dialekt und bitte um Verständnis dafür.....danke.


Vor ein paar Tagen habe ich mich mit meiner Freundin Ursula am Telefon unterhalten. Sie kommt ursprünglich auch aus der Schweiz, lebt aber schon viele Jahre mit ihrer Familie auf einer Farm in der Nähe von Smithers. Das liegt im Norden von unserer Province. Ursula erzählte mir unter anderem, dass sie auch an der alljährlichen 1. Augustfeier waren. Diese Party organisiert der Schweizer Club von Smithers, zur Ehre des Nationalfeiertages der Schweiz. Feste dieser Art werden von Auslandschweizern sehr gerne besucht. Man trifft alte Bekannte genau so, wie Neuzugezogene. Will man etwas erfahren, dann ist das genau der richtige Platz. Jeder weiss irgend etwas zu Neues zu erzählen, so auch Hans --- hier in Kanada heisst er John. John, ein rüstiger Senior Mitte achtzig, ist ein alter Bekannter der Familie. So fragte ihn Ursula, wie es ihm denn so gehe? John setzte sich zu ihr und fing an zu erzählen. Jetzt gehe es ihm wieder viel besser, seit er seine dritten Zähne wieder habe. Ja was denn passiert sei, fragte Ursula. Well.....fing John an, sein Zahnersatz sei kaputt gegangen und der Zahnarzt hätte ihm  auf sein Nachfragen geraten, die Zähne nach Prince George in ein Zahnlabor einzuschicken. Die würden sie reparieren und nach getaner Arbeit, an John zurück schicken. Alles kein Problem! Gesagt, getan. John packte seine Zähne sorgfältig ein und schickte sie an die Adresse, die sein Zahnarzt ihm aufgeschrieben hatte. Nun hiess es warten......und John wartete und wartete.  Nach ein paar Wochen meinte er doch, dass seine Zähne eigentlich fertig sein müssten. Er meldete sich noch ein Mal beim Zahnarzt und fragte nach, wie lange denn so eine Reparatur normalerweise dauern würde? Die nette Lady an der Rezeption anerbot sich, die Klinik in Prince George anzurufen und abzuklären, warum das so lange dauert, mit Johns Zähnen. Das Telefon war auf Speaker Phon gestellt und John konnte mithören. Das Girl auf der anderen Seite der Leitung lachte und meinte nur: oh ist das auch einer von denen! Sie hätten schon ein paar Dutzend Zähne, die nicht an ihre Eigentümer zurück geschickt werden konnten, weil der Absender fehlte und auch sonst keinen Namen mit dabei war. Da gibt es nur eine Lösung: John muss nach Prince George kommen (gute viereinhalb Stunden Fahrzeit) und sich durch die namenlosen Zähne probieren. Irgend ein paar wird dann bestimmt passen. :-)                                                 Ich fand die Story so lustig, dass ich sie weitererzählen musste. Ich hatte John vor meinen inneren Augen, wie er sich durch ein paar Dutzend Zahnprothesen probiert, bis es "klick" macht und er seine gefunden hat. Einen schönen Herbst wünsche ich euch! 
 
 
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Facebook sei Dank


Bist Du auch bei Facebook? Ja aber nur ab und zu mal. Viele geben nur ungern zu, dass sie im FB rumhängen.
Ich steh dazu, ich bin bei Facebook und zwar ziemlich aktiv. Ich engagiere mich in ein paar Gruppen und finde die meisten davon auch gut. Ich poste, ich kommentiere,  ich like, wow'e und ich weine auch ab und zu. Es gibt Post's die überspringe ich ungelesen - einfach weil ich sie nicht ertrage oder weil sie mich nicht interessieren. Man muss ja nicht alles lesen um eine Meinung zu haben.
Durch die Gruppenbeteiligung habe ich auch viele neue "Freunde" gewonnen. Die meisten kenne ich nicht persönlich.  Dennoch haben sich wirkliche Freundschaften ergeben. Wir telefonieren oder schreiben "richtige" Briefe und mit Einzelnen habe ich mich sogar getroffen. Es ist also nicht alles nur oberflächlich und anonym wie man es erwarten könnte.

Natürlich, gibt es auch die anderen Reaktionen. Die, wo man sich dann einfach wieder mit jemandem auf der Liste "entfreunden" muss. Aber ist das im richtigen, realen Leben oft nicht auch nötig?
Und----es gibt Missverständnisse! Ja die gibt es vielleicht mehr, als wenn man sich gegenüber stehen würde. Wenn der Ton die Musik macht und nicht ein paar Worte so gelesen werden, wie sie vielleicht gar nicht gemeint waren. Entschuldigungen werden dann oft gar nicht mehr angenommen oder übersehen, was bei all den vielen neuen Posts schnell mal passieren kann.                               Besonders den "likes" stehe ich eher neutral gegenüber. Viele lesen doch gar nicht um was es eigentlich geht......sie liken einfach alles....... und ich bin nicht die Ausnahme! Obschon ich mir viel Zeit nehme die Bilder und Posts zu lesen, besonders von Mitgliedern die ich kenne.

Aber eines habe ich auch gelernt: nicht alles so persönlich zu nehmen.  Gerade wenn man sich aktiv in einer Gruppe bewegt, tut man sich selber Gutes,  nicht auf herbe Sprüche und eine ungehobelte Sprache zu reagieren. Man muss akzeptieren können, dass Menschen die man noch nie gelesen hat, sich plötzlich auf einem sprachlichen Level gegen einem stellen, dass man nur noch "ja Hallo" sagen kann. Spätestens dann wenn ich mich anfange zu hinterfragen, ob ich noch am richtigen Platz bin, spätestens dann höre ich auf, in dieser Gruppe zu posten. Denn ich habe ja die Wahl! Nicht bei allem was man macht  im Leben hat man die Wahl, bei FB schon.  Ohne Probleme kann ich Menschen den Rücken kehren, die meine Zeit und Beachtung nicht verdienen!
Nur gut, dass mich das wirkliche Leben nie vergisst....... :-)

In diesem Sinn danke und Feedback ist sehr willkommen!