AUSGEWANDERT




Mit 51 Jahren bin ich 2001 vom Bernischen Seeland (Schweiz) nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Es gibt verschiedene Gründe: 1. Kanada ist ein wunderschönes Land, viel Natur, Berge, Seen und Flüsse..... aber vorallem genug Platz!! Es gibt hier noch die Möglichkeit nach einer Facon zu leben und glücklich zu werden die in der Schweiz schlicht nicht bezahlbar ist. Aber der wichtigste Grund warum ich nach Kanada ausgewandert bin, ist Urs. Wir trafen uns irgendwo, irgendwann im Internet und tauschten in langen "Chatnächten" und Telefonstunden unser Ideen vom "etwas anderen Leben" aus. Im September 2000 flog ich dann zum ersten mal in meinem Leben nach Kanada und lernte Urs und einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse und Seen, die so klar waren.....die Rockies, Adler die im Winde segelten.....es war sehr eindrücklich und einfach nur schön. So beschloss ich mein "altes" Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern. Nur 6 Monate später, im April 2001 landete ich in Calgary. Das Leben in Kanada war am Anfang sehr hart für mich. Wir kauften uns ein Grundstück --- unseren Sunny-Hill --- und fingen als Homesteader an, uns ein Leben einzurichten. Auf dem Grundstück gab es weder Strom noch Wasser und unser Land war nur Busch und Bäume. Wir säuberten einen Platz um einen kleinen Wohntrailer hinstellen zu können. Die ersten 4 Monate machten wir eine einfache Einfahrtstrasse, bauten ein kleines Häuschen damit der Strom von der Highway zu unserem Grundstück verlegt werden konnte. Strom und TV! --- das wichtigeste !! --- hatten wir ende Sommer 2001, aber auf fliessendes Wasser musste ich zweieinhalb Jahre warten. Schon im Juni 2001 hatten wir nach Wasser bohren lassen und auch gefunden, aber dann ging uns das Geld aus und wir mussten mit der Anschaffung der teuren Wassserpumpe warten. Nur gut, wenn man nicht immer weiss, wie Lange die Projekte dauern können wenn man damit anfängt. Heute, 10 Jahre später haben wir uns gut eingerichtet und ich habe es nicht bereut den Schritt ins ferne Land gewagt zu haben. Im Moment verkaufen wir von unseren 150 Acre (60 ha) 3 kleine Grund- stücke von je 2 ha......wenn Sie also Lust haben nach Kanada zu kommen, dann melden Sie sich bei uns :-)


Menschen auf dem Sunny-Hill

Menschen auf dem Sunny-Hill
Auf einem Spaziergang auf dem Sunny-Hill mit Maite und Pax

Urs & Ursi

unser Haus im Januar...

unser Haus im Januar...

dieses Bild kommt mir vor wie im Film....ein Land vor unserer Zeit!

dieses Bild kommt mir vor wie im Film....ein Land vor unserer Zeit!

Chica

Am letzten Samstag (21. Jan.) besuchten wir einen Boxerzüchter in Creston mit dem ich Kontakt aufgenommen hatte. Er hatte eine Anzeige aufgegeben, dass er --- aus verschiedenen Gründen --- seine Zucht verkleinern möchte und Boxerhunde jedes Alters (verkaufen) möchte. Ich habe mich für ein 7 Monate altes Mädchen interessiert, weil ich nicht unbedingt ein kleines "Poppeli" haben wollte. Mit
7 Monate --- habe ich mir überlegt, --- sind die meisten Hundekinder normalerweise aus dem Gröbsten raus. Als wir dann aber beim Züchter waren und uns das Mädchen ansahen, wollte er es plötzlich nicht mehr hergeben. Dafür hüpften 7 kleine weitere Boxerkinder um unsere Hosenbeine. Ein kleines Mädchen wollte unbedingt von Urs auf den Arm genommen werden und als er es dann auf dem Arm hatte, wollte es partout nicht mehr runter. Mit grossen Augen bettelte das Hundekind: Nimm mich mit!! Also so haben WIR es verstanden :-)



Zitternd vor Kälte.....die Hunde waren alle draussen!! klein und mager sprang das Mädchen immer wieder an uns hoch. Obschon ich mir fest vorgenommen hatte nicht weich zu werden, konnte ich einfach nicht anders, wir nahmen das kleine Mädchen mit.
Die kleine Chica ist so dünn, dass man jeden Knochen an ihr sehen kann und es scheint, also ob sie sich auch ein bisschen erkältet hat.



Chica muss also tüchtig essen und viel schlafen, damit sie gross und stark wird :-)



Sie will auch ständig essen.....hat sehr schnell kapiert wie das bei uns abläuft!:-)



Chica bekommt im Moment 5 kleine Mahlzeiten und schläft sehr viel. Wenn sie für ihr Geschäft raus muss, dann tut sie das nur widerwillig.
Chica ist noch nicht stubenrein --- was sie mit 4 Monaten gut sein könnte --- und sie kennt auch keine Befehle. Innerhalb eines Tages hat sie gelernt auf "Sitz" zu reagieren und dass man nach draussen muss, wenn man MUSS!
Heute Nachmittag fahren Chica und ich zusammen in die Staaten zum Vet für eine Untersuchung. Irgendwie traue ich dem Züchter nicht ganz....normalerweise bekommen Puppies bevor sie plaziert werden einen Vet check. Dieser Züchter hat alle Impfungen die Welpen bekommen müssen selber gemacht. Ich hoffe sehr, dass mit der kleinen Chica alles o.k. ist.
Eigentlich sollte man keine Welpen von solchen Züchtern kaufen, aber ich wusste es vorher nicht und als ich die Hunde sah, tat es mir einfach nur leid. So kann ich wenigstens ein Hundekind glücklich machen!

Nur ein Traum!!


Heute morgen bin ich punkt 7.00 Uhr aufgewacht, wie wenn jemand einen Schalter umgelegt hätte. Ich realisierte, dass ein schriller Ton der Grund meines aufwachens war. Der schrille Ton schien in meinem Ohr zu sein.... oh mein Gott! Jetzt habe ich einen Tinitus! Wie ein Blitz schoss mir dieser Gedanke durch mein noch schlafendes Hirn. Das Pfeifen schien nicht weniger zu werden.....es war da.... laut und aufdringlich. Während ich mir mein zukünftiges Schicksal ausmalte, bin ich wieder eingeschlafen....trotz Pfeifen. In diesem kurzen Schlaf ist mir mein Handycap erst richtig bewusst geworden. Überall wurde mir gesagt, dass ich in Zukunft mit diesem Pfeifen leben müsste. Ich war richtig deprimiert, als ich von Urs aufgeweckt wurde. Ohhh Wunder....das Pfeifen war weg. Mein Tinitus hatte eine Spontaheilung gehabt! Urs sagte zu mir, Honey, du hast vergessen Wasser in die Kaffeemaschine zu füllen. Ich habe es bemerkt, weil sie gepiept hat!
Ich mach jeden Abend bevor ich schlafen gehe, die Kaffeemaschine parat. Sie ist vorprogamiert, so dass sie um 7.00 Uhr anfängt Kaffee zu kochen. Wenn ich dann aufstehe, riecht es schon schön nach frischem Kaffee.....was für ein Leben!!! Gestern Abend habe ich also vergessen, Wasser in den vorgesehenen Tank aufzufüllen und darum das Pfeifen..... dann habe ich kein Tinitus? Wieso Tinitus? Urs war leicht irritiert über diese Frage und für mich ist alles wieder gut:-)
In diesem Sinn wünschen Urs und ich euch allen ein gutes, gesegnetes, gesundes und friedliches Jahr 2012!!!

das isch Natur....truurigs und luschtigs grad näben ang!

Ich habe leider kein Turkey Bild.....aber dieses Hörnchen ist ja auch härzig!

Gestern habe ich über eine traurige Erfahrung geschrieben und heute, nur 2 Tage später möchte ich was lustiges weitergeben....so isches haut im richtige Läbe!!
Als ich heute vom Kootenay Lake nach Hause fuhr, habe ich die "Back Road" genommen --- also "hintenrum". Es spart mir ungefähr 10 km und ich nehme diese Strecke gerne, weil es meistens was zu sehen gibt! Heute sorgte eine Schar wilder Turkey's für Aufruhr! Schon von weitem sah ich, das Türkey's über die Strasse springen und im angrenzenden Feld rannten die Tiere auch wild durcheinander. Das ist nicht aussergewöhnlich, ist halt einfach ihre Art. Ich fuhr bis auf ein paar Meter auf das nervöse Treiben zu und hielt an. Ein paar der Turkey's hatten was im Schnabel und hinter jedem Vogel mit etwas im Schnabel, rannten 2 andere hinter her. Erst konnte ich nicht erkennen, was die Tiere im Schnabel trugen. Dann sah ich, dass ein paar Meter von der Strasse weg ein Apfelbaum stand und im Baum hingen immer noch ein paar Früchte. Ich verstand immer noch nicht, warum die Tiere um den Baum herum so aufgeregt hin und her rannten. Bis ich sah, dass im Baum ein Türkey sass und probierte die Äpfel gleich vom Baum zu verspeisen. Jedesmal wenn er einen Apfel anpickte, fiel der aber vom Baum runter und die, die unten standen warteten auf diese Früchte. Ich fand es uluschtig! Da schnappt sich einer wieder einen Apfel und rannte mit langem Hals davon!
Ich fahre oft auf dieser kleinen Nebenstrasse und es gibt dort im Sommer sehr viele Turkeyfamilien. Auf längeres Warten muss man sich einstellen, wenn eine Gruppe mit Jungtieren probiert die Strasse zu überqueren. Ich habe mal beobachtet.....Erst rannte eine erwachsene Tante voraus über die Strasse --- wohl um zu zeigen dass es sicher ist:-) Dann rannte die Mutter mit einem Teil der Kinder rüber. Während dessen, rannte die Tante wieder zurück um die restlichen Jungen zu holen. Das hat die Mutter die mit einem Teil der Kinder schon am anderen Rand stand, missverstanden und rannte mit den Kindern wieder zurück. Das verunsicherte die Tante, die mit dem 2 Teil der Jungmannschaft unterwegs war......dann wieder die Mutter, dann wieder die Kinder.....hin und zurück....
Du kannst es glauben oder nicht, aber das kann für 10 Minuten oder auch länger so weitergehen. Ich stand mal eine Viertelstunde und schaute dem Treiben amüsiert zu.
Gottseidank hat es fast keinen Verkehr und wir haben ja ---- meistens ---- Zeit!

Da tut mir das Herz weh.....


Gestern am späteren Nachmittag, ging ich mit Pax noch eine kurze Runde spazieren. Das Wetter war so toll.....und der Himmel in malerischen Farben. Schnee haben wir im Moment noch nicht viel, aber es war doch schon recht kalt als die Sonne untergegangen war. Plötzlich blieb Pax stehen und schnupperte aufgeregt den Boden ab. Erst dann sah ich, dass Schübelweise Reh- oder Hirschhaare am Boden lagen. Verwundert sah ich mich um. Aber ausser dass an der Stelle ein Tier gelegen haben könnte, war nichts verdächtiges zu sehen.....kein Blut oder so. Als ich ein paar Schritte weiter ging, sah ich --- etwa 15m weg --- etwas am Boden liegen. Rasch ging ich auf das Bündel am Boden zu und sah, dass ein kleiner Hirsch tot am Boden lag. Pax beschnupperte das tote Tier mit Respekt und wich immer wieder zurück um dann doch wieder an dem Tier zu schnuppern.
Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen was dem jungen Hirsch hier oben passiert sein könnte. Kein Blut, keine Spuren eines Kampfes...nicht's. Mir fiel nur auf, dass das Tier in einer seltsamen Haltung da lag. Viele losgelöste Haare bedeckten seinen Körper, aber Wunden sah ich keine. Ich marschierte nach Hause um Urs zu holen. Pax konnte ich nicht bewegen vom toten Tier weg zukommen. Zu Hause angekommen, beschrieb ich Urs die Situation während er sich Schuhe und Jacke anzog. Als wir die Stelle wieder erreicht hatten, hatte Pax die losen Haare des Tieres weggemacht und nun sahen wir eine Tellergrosse Wunde an der Seite des Hirsches und wir sahen, dass das Tier ein gebrochenes Bein hatte. Was für eine furchtbare Vorstellung, dass sich der kleine Hirsch von der Highway ---- wo er sich diese Verletzungen bestimmt geholt hatte ---- verletzt und auf 3 Beinen den Berg hochgeschleppt hatte. Manche sagen, dass die Tiere im Schock --- ohne den Schmerz zu spüren --- manchmal Kilometer weit gehen, bis sie sich dann zum Sterben hinlegen. Ich hoffe für das arme Tier, dass es auch ihm so ergangen ist.
Viele Tiere habe ich hier schon sterben sehen, seit ich hier bin, aber nie werde ich mich daran gewöhnen können. Mir liefen Tränen über die Wangen während ich dem kleinen Hirsch mit der Hand über die Nase fuhr.....armes Tier. Um den toten Hirsch weg zu bringen war es in der Zwischenzeit zu spät geworden. Am späten Abend hörten wir dann das Jäppen und Heulen der Kojoten. Sie hatten das tote Tier gefunden, der Kreislauf nahm seinen Lauf.
Heute Morgen hat Urs dann die Überresten mit dem Traktor weiter nach oben auf den
Berg gebracht, damit nicht noch mehr Tier angelockt werden und unsere Hunde nicht in Versuchung kommen.....

Just in time!!


Gerade rechtzeitig haben Urs und ich am letzten Donnerstag die Ränder und Flächen rund um die neue Strasse eingesät. Durch das Aussäen von Grassamen probieren wir zu verhindern, dass im nächsten Frühjahr nur Disteln und Unkraut wächst. Im Wetterbericht war Schnee angesagt und so war der richtige Zeitpunk zum säen gekommen. Fast 3 Stunden waren wir mit dieser Arbeit beschäftigt, nur gut das es richtig mild war und die Sonne schien. Eigentlich sah es überhaupt nicht nach Winter aus und Urs scherzte noch, dass der Samen bestimmt noch Zeit zum keimen hätte, bevor der Schnee kommt! Aber eben.....manchmal braucht es nicht viel! Am Freitagmorgen tat sich im Tal eine weisse Wand auf und dann fing es an zu Schneien.....erst nur ganz kleine Flocken die dann aber immer dicker wurden. Bis zum Mittag war alles weiss und der Schnee fiel so dicht, dass man kaum was sehen konnte. Waren wir froh, dass wir so ein gutes timing hatten :-)

Heute Sonntag war es zum ersten mal ein richtiger Winterspaziergang bei Sonnenschein und blauen Himmel. Pax war total begeistert und sogar Maite liess sich zu ein paar übermütigen Sprüngen verleiten.
Dieses Bild habe ich jedoch letzen Winter geknipst, so viel Schnee haben wir noch nicht! :-)

Gruppenbild mit Hund

Den ersten Schnee hatten wir schon vor ein paar Tagen. Die Sonne hatte ihn aber schnell wieder weggeschmolzen. Heute Morgen lag wieder "es Schümeli" Schnee. Wir gehen doch langsam auf den Winter zu. Urs sagt immer, seit er in Canada lebt, hat es immer um Halloween rum geschneit. Letztes Jahr hatten wir ende Oktober saumässig kalt bekommen....um die minuns 29 Grad, dafür keinen Schnee bis kurz vor Weihnachten.
Heute war es nicht besonders kalt und das Schümeli wird auch bald weg sein. Als ich heute den Berg hinauf marschierte, hatte ich auf halber Höhe die Aussicht auf ein Nebelmeer.....nicht so gross wie im Berneroberland :-) aber immerhin..... mir hat's gefallen.


Pax musste immer wieder auf mich warten, weil ich dauernd Bilder machte! Är isch so e guete Hund....jetz isch er scho 10 Monet mit üs und i möchti nüme ohni ihn si.....




Auf meiner Lieblingslanding angekommen, wollte ich wieder mal ein Gruppenbild mit meinen beiden 4beiner machen. Aber so einfach geht das nicht immer..... manchmal klappt es und manchmal halt nicht so:-) auf den meistens Bilder sieht man die Beiden nur von hinten. Oder d'Maite --- si het während dr Auslöser ticket het (10 Sek.) mit ihrer Zunge über die ganzi Kamera gschläcket, so dass i se zersch wieder ha müesse dröchne, bis i wieder ha chöne isteue :-)



Na ja....nach ein paar Versuchen --- was ja mit der Digitalkamera kein Problem mehr ist --- haben wir doch noch ein Bild hingekriegt wo wir alle 3 mit drauf sind. In diesem Sinn....liebe Grüsse vom Sunny-Hill!

Grenzgänger


Der Tank war sowas von empty......mit den letzten Liter Benzin fuhr ich die 10 km von Creston über die Grenze in die Staaten und machte den Tank von unserem Truck voll. Gleich über der Grenze in Porthill ist eine Tankstell und da ist Benzin für 96 Cent der Liter angeschrieben. Das macht auf 100 Liter ---- soviel passt rein---- eine Ersparnis von 28.00 Dollar ----in Creston ist der Preis 1.27 pro Liter! Für Urs kaufte ich einen Beutel Pfeiffentabak zu 6.79 --- bei uns in Creston bezahle ich 23.50! meine Ersparnis: 13.71 und 4 Liter Milch für 3.90 anstatt 4.90. Hab ich also sage und schreibe 42.00 Dollar eingespart ohne die Cent's mitzurechnen! Viele Crestoner fahren wöchtentlich über die Grenze, genau aus diesem Grund.
Nur....ich freute mich über den Schnäppchenkauf vom Tabacco... BUT::::: als ich die Lady beim Zoll fragte wieviel Tabak eigentlich erlaubt wären, wenn ich nur so schnell mal "rüber gehen" würde? Sagt sie zu mir: NON!!! Das heisst, ich hätte gar keinen Tabak mit rüber nehmen dürfen. Aber weil ich so ehrlich und arglos war, hat sie beide Auge zugedrückt und mir einen Gruss an meinen husband! mitgegeben:-)
So, nächstes mal muss ich einfach nach Saint Point fahren, mir ein schönes Weekend machen, dann kann ich für Urs einen Beutel Tabak legal mit über die Grenze nehmen;-)

Herbsttag......


Heute morgen hatte es Nebel, was bei uns eher selten vorkommt. Trotzdem machte ich mich mit Maite und Pax auf den Weg. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich die Feuchtigkeit auf meinem Gesicht. Zügig marschierten wir den Berg hinauf, ohne viel sehen zu können. Ab und zu regte sich was im Busch und Pax blieb stehen, reckte seine Nase schnuppernd in die Richtung aus der die Geräusche kamen. Schon nach kurzer Zeit, liess sich aber erahnen, dass die Nebeldecke nicht so dicht war, wie es mir unten im ersten Augenblick erschien. Auf unserem ersten Rastplatz sah man schon ein Stück vom blauen Himmel durch die Nebeldecke und die Sonne zauberte goldenes Licht in die herbstlich bunten Blätter der Baumkronen. Weitere zehn Minuten und der Nebel hatte sich ganz aufgelöst. Ich setzte mich in die Sonne und genoss die noch immer warmen Strahlen auf meinem Gesicht. Es gibt glaub ich, nichts schöneres als ein sonniger Herbsttag!
Ich habe mir überlegt, dass Nebeltage eigentlich nichts anders sind wie Stationen in unserem Leben.
Oft gibt es doch Situationen wo man nicht klar sehen kann wo unser Weg weitergeht, man ist verunsichert.....der Nebel nimmt uns die klare Sicht. Trotzdem, wenn wir uns weiter auf unserem Weg voran wagen, lichtet sich der Nebel meistens schon nach kurzer Zeit, je weiter wir auf unserem Weg gehen. Das muss nicht heissen, dass sich damit auch unsere Probleme immer von allein gelöst haben. Nein! Aber vielleicht können wir sie richtig erkennen, einordnen und vorallem akzeptieren. Nach einer gewissen Zeit sind all die Probleme die wir mit uns rum tragen, auch nicht mehr soooo gross und schwer, wie wir unten im Tal...im Nebel noch gedacht haben, dass sie sind.
Wir können dann mit klarem Blick weiter gehen, Entscheidungen treffen und meistens auch den Weg wieder klar sehen, den wir gehen müssen....wollen oder können.
Wichtig....immer schön Dankbar bleiben, dass wir diese Möglichkeit haben!!

mir ist nicht ganz geheuer!

Es ist mir noch nicht alles so vertraut hier in Enderby. Im Stall gibt es so viele Dinge die ich nicht kenne......so auch die beiden Katzen die da leben. Jeden Morgen und jeden Abend fülle ich gewissenhaft die beiden Schälchen mit Futter auf und da ich sie jedesmal leer vorfinde, müssen also die Katzen wirklich da leben. Als ich gestern Morgen das Heu für die Alpacas in mein kleines Wägelchen packen wollte um die Futterstellen draussen auf der Weide aufzufüllen, entdeckte ich zwischen der hintersten Heuballe ein leuchtendes Augenpaar. Aha!!....da schleicht sich also wer im Stall rum und wartet auf Futter. Ich sprach in Richtung Augen ein paar beruhigende Worte und machte mich mit dem Heu auf den Weg. Danach bekommen die beiden Commondors (Hunde)die bei den Alpacas wachen, ihre Streicheleinheiten und ihr Futter. Die Katzenaugen hatte ich in der Zwischenzeit vergessen. Als ich das Wägelchen weg stellen wollte, sah ich die Augen wieder. Dazu muss ich noch sagen, im Stall gibt es wenig Tageslicht und nur eine kleine Lampe erhellt den Raum. Ich bückte mich zu den Augen runter, aber ich konnte beim besten Willen die dazu gehörende Katze in der Dunkelheit und in ihrem Versteck nicht ausmachen. Nun, zu nah wollte ich ja auch nicht ran gehen....so unsoziale Katzen können sonst hässig reagieren und ich will nicht, dass sie mich anspringt. So füllte ich die Tellerchen auf und während ich das tat, sprach ich vor mich hin .... in etwa: komm doch und sieh was ich hier Gutes habe, chum büs büs.....von der Katze kam aber keine Reaktion.
Na ja....dann halt nicht. Sylvia hat mir ja gesagt, dass sie scheu sind und ich sie wahrscheinlich gar nie zu Gesicht bekomme.
Am nächster Morgen.....das gleiche Ritual: ich bückte mich um Heu auf mein Wägelchen zu laden und......wieder diese Katzenaugen die mich ansahen!
Jetzt machte ich mir doch Gedanken.....ist da vielleicht was falsch? Es kann doch nicht sein, dass die Katze am genau gleichen Ort sich versteckt hält und auf mich ---respektive --- auf ihr Futter wartet!
Als ich von meinem Rundgang zurück kam, bückte ich mich runter....die Augen waren immer noch da! Jetz bim Donnerwätter......!!!
Ich ging zum Haus hoch und holte mein gutes Licht. Jetzt will ich es aber genau wissen! Entschlossen ---- auch wenn die Katzen nach einem solchen Lichtangriff für Stunden fast blind sein sollte ---- leuchtete ich beherzt mitten in die vermeintlichen Katzenaugen. Ich liess die Lampe auf das Heu sinken und musste erst mal lachen....die vermeintlichen Katzenaugen entpuppten sich als 2 kleine, glänzende Schrauben an einer kleinen Deichsel die zwischen dem Heu verstaut war. na ja....schliesslich bin ich fremd und by the way...die Katzen sind mir in der Zwischenzeit auf ganz normalem Weg begegnet! :-)

a pain in the neck!

Seit dem 15. September mache ich Farmsitting auf der Yellowstar Ranch in Enderby. Im Moment gibt es hier 32 Alpacas, 6 Hunde, 4 Katzen und 5 Hennen mit Hahn zu betreuen. Alles koennte so schoen und friedlich sein, wenn nicht jeden Abend das Geheul, Gejaeppe und Gewinsel der Koyoten waere. Unsere Alpaca Gehege grenzen an einen Wald und die Koyoten kommen bis zum Zaun, der Gottseidank hoch genug und kein Eindringen moeglich macht. Aber wenn auf der anderen Seite des Shuswap River die ersten anfangen zu heulen, dann gibt es kein Halten mehr.
Dann antworten die Koyoten auf unserer Seite, dann setzen die Hunde der ganzen Nachbarschaft in das Konzert ein und die Alpacas stossen spitze Schreie aus. Alles in allem ein enormer Laerm! Am schlimmsten ist es, wenn man Nachts aus dem Schlaf gerissen wird.....sie sind ja bloss 200 Meter vom Haus weg. Die beiden Commondor Hunde die Tag und Nacht bei den Alpacas wachen, regen sich natuerlich auf und probieren mit ihrem tiefen Gebell die Stoerefriede zu verjagen. Die Koyoten sind so treist, sie bleiben einfach hinter dem Zaun sitzen und lassen sich nicht beeindrucken. Das wiederum reizt die beiden Wachhunde erneut. Gestern Nacht war das Gebell und Geheul so laut, dass ich aufstand und mit einem grossen Licht von der Terasse des Hauses in die Richtung leuchtete wo ich die Tiere vermutete. Alles was ich sah, war das Aufblitzen von Augen die nahe am Zaun sassen. Ich weiss dass eigentlich nichts passieren kann, aber das naechtliche Spektakel regt mich auf. Das Repetoir von Koyoten ist so vielseitig....manchmal klingt es nach einem jammernden, Menschen....oder sie stossen spitze, gellende Laute aus oder jaeppen und heulen ..... eifach schuderig!!