Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)





die kleine Welt......

Roter Klee.....

Raus in die Natur.....


Was für ein schöner Herbsttag! Für gute zwei Stunden habe ich mich nach dem Lunch von der Arbeit im Haus gedrückt und bin mit den Mädchen über den Berg gewandert. 


Natürlich haben wir durch die Rennerei der beiden nichts gesehen......ausser der wunderbaren Natur. Ein ganz gewöhnlicher Stein, bei genauem Hinsehen habe ich festgestellt, es ist ein Quarz. Dieses Mal habe ich ihn liegen lassen, soviele habe ich schon zuhause. :-) Gefreut hats mich trotzdem.



Oder diese Moosbüschel an den kahlen Birken......Nahrung für Hirsch und Elch im Winter......



Die Pfade benutzen die wir über die Jahre ausgetreten haben.....ein vertrautes Gefühl.
Aber an den Spuren sehe ich, dass auch das Wild unseren Wanderweg benutzt. 

Bei der ganzjährigen Wasserstelle, habe ich eine noch feuchte Hinterlassenschaft gefunden -- also Chica hatte sie entdeckt und war sehr interessiert. Für einen Kojote war "es" zu gross, typisch, die lang gezogenen, spitz zulaufenden Enden :-) Das ist das "Häufchen" von einem Cougar (Berglöwe oder Puma). Ja well......gesehen habe ich kein Büsi, es hatte sich wohl schon verzogen.....gut für uns!

Nach zwei Stunden war ich zurück und half Urs wieder beim Arbeitn :-)
Genau das ist was ich hier so liebe.......ich muss nirgendwo hinfahren.....zur Haustür raus und den Berg hoch......und ich bin mitten drin......lucky me!!!

Das Wohnwagenleben ist vorbei

Die letzen sieben Monate war mein Alltag ein wenig koplizierter als üblich......wenn mein Leben überhaupt je kompliziert ist !!! :-)
Ab Ostermontag schlief ich allein im Wohnwagen und Urs blieb mit den Hunden im Haus. Ich freute mich wirklich auf diese Auszeit, es war ein bisschen wie Urlaub......aber eben, nur ein bisschen.

Dann zügelten wir auch die Küche aus dem Haus und ich benutzte oft den Barbecue und natürlich die Küche im Wohnwagen. Wir assen wann immer möglich draussen und es war super. Es war ein besonderer Sommer -- kreativ, lebendig, arbeitsreich und mit vielen neuen Erfahrungen und Herausforderungen.



Viele schöne Begegnungen .....eben ein bisschen wie Urlaub....
hier mit meiner Freundin Herta.

Auch die "Wohnwagenschlaferfahrungen" waren speziell. Nachts bin ich oft wegen diesen ungewohnten Geräuschen aufgewacht. Es ist ein besonderes Gefühl wenn der Regen laut auf's Wohnwagendach trommelt, als ob man unter der Dusche steht. Oder wenn Kojoties jaulend und jäppend den Berg hochziehen. Einmal bin ich aufgewacht, weil ein Hirsch ganz nahe am Wohnwagen stand und seine schnauzende Laute von sich gegeben hat. Oder wenn Tannzapfen auf's Dach fielen..... 
Oft habe ich mich ab diesen Geräuschen erschrocken, habe im Bett gelegen und in die Dunkeheit gestarrt und gehorcht ob ich was ausmachen kann. Aber wirkliche Angst hatte ich nie. Oder die Mondhellen Nächte, wenn das Mondlicht genau durch mein Schlafzimmerfenst schien und mich für eine kurze Zeit am Weiterschlafen hinderte.

Mein Plan war, dass ich ab November wieder im Haus schlafen würde. Zwar nicht im neuen Hausteil, noch nicht in meinem neuen Schlafzimmer, aber trotzdem im Haus. Letzten Dienstag, als ich im kühlen, feuchten Wohnwagen aufgestanden bin, habe ich mir gesagt; so, that's it! Jetzt mag ich nicht mehr. Nachts ist es doch schon recht kalt und wenn ich die Heizung auf eine angenehme Wärme stelle, dann gibt es Kondensierung an den Fenster und zweitens kommt die Heizung alle zwanzig Minuten an und das stört mich.  Zudem wurde meine Wärmeflasche bis so um vier Uhr auch kalt und dadurch war es echt ungemütlich.

So, jetzt schlafe ich wieder im Haus und gehöre auch wieder mehr zur Familie. Zwar habe ich in meinem Gästezimmer ein ein paar Sachen eingelagert und es ist deswegen ein bisschen eng und nicht so heimelig wie es sonst. Aber was solls.....auf dem Futon schlafe ich für die paar Wochen auch noch gut und vorallem.....es ist warm. :-)


Weil das Grillen an dunklen, kühlen Herbsttagen auch nicht mehr lustig ist, haben wir den alten Kochherd in die zukünftige Küche gestellt, provisorisch Wasser anschliessen lassen und nun koche ich (provisorisch) im neuen Hausteil. Meine neue Küche kommt irgendwann im Dezember....oder so.
Ich habe mir Zeit gelassen mit dem Designe der neuen Küche und darum dauert es ein bisschen länger, dafür so wie ich es haben möchte. 

Mein Schlafzimmer ist bereit für die Farbe, danach machen Urs und ich die Holzdecke rauf und verlegen den Boden, den ich gestern ausgesucht habe......ich freue mich auf unsere neue Haushälfte und es ist schön an der Wärme und im Trockenen zu Arbeiten. 



Heute haben wir uns diese elektrische Feuerstelle bestellt, darauf freue ich mich besonders.....eine gemütliche Sitzecke wo man die Beine hochlagern, lesen und einfach ruhig sitzen und die Seele pflegen kann. In diesem Raum wird es keinen Fernseher geben......

Der Um- und Anbau unseres Hauses


Mit diesem kleinen, älteren Trailer haben wir 2002, hier auf dem Berg angefangen. Im Sommer 2004 vergrösserten wir unser Haus mit einem Anbau. Aber immer stand die Idee, dass wir als nächstes den Trailer wegnehmen und unser Haus mit einer zweiten Haushälfte vervollständigen.



Aber wie es oft so geht.....man arrangiert sich mit der Wohnsituation und man verschiebt und verschiebt, bis es dann nicht mehr geht. Der alte kleine Trailer wies immer mehr Schlupflöcher für Mäuse und anderes Getier auf, das Sommer wie Winter - vorallem unter dem Dach - ein Zuhause fand.
So geht es nicht mehr weiter! Darum haben Urs und ich im Herbst 2018 mit dem Neubau der zweiten Haushälfte begonnen. Für viele war unser Projekt nicht so durchschaubar, weil wir den Trailer stehenliessen und ein Dach über das ganze bauten. 



So konnte ich die Küche und mein Schlafzimmer mit Bad, das im Trailer war, weiterhin benutzen und das neue Dach gab dem Trailer etwas Schutz.
Der Herbst 2018 war perfekt für unser Vorhaben. Die ganze Zeit war es trocken, mild und sonnig. Urs machte die letzte Schindel fest und am nächsten Tag kam der Schnee.

Hätten wir es in diesem Herbst machen müssen, es wäre schlicht unmöglich gewesen. Denn dieses Jahr war es schon im September kalt und wir hatten ständig Regen. 
Es scheint fast so, als ob wir das O.K. von oben bekommen haben, denn auch die Finanzierung stand. Innerhalb von 10 Monaten verkauften wir 2 von unseren Lots.....aber davon in einer der nächsten Geschichten. :-)

Im Herbst 2018 kauften wir uns dann den Wohnwagen (sieh Bloggeschichte: Ein lang gehegter Wunsch) damit ich wieder ein Bett und eine Küche habe. Gegessen haben wir meistens draussen und ich habe meine Kreativität beim Kochen auf dem Grill ausgelebt. Erstaunlich was man mit einem einfachen Grill alles machen kann.....meine Pizza's  für unsere Helfer waren sehr beliebt,
Der Sommer war super für uns...nicht zu heiss, keine Feuer wo man ständig ans evakuieren denken muss....einfach ideal....ich sage ja, wir hatten das O.K. von oben!


Im Mai, als es nachts nicht mehr so kalt war, hatte Urs angefangen, den Trailer auseinander zu nehmen....Stück für Stück. Es war nicht immer angenehm, wenn überhaupt. All die alte Isolation, Teppiche die in Lagen immer wieder darüber geklebt wurden, die alten Röhren und Kabel...... aber es musste gemacht werden. Diese Arbeit hätte niemand für uns gemacht, auch nicht gegen Bezahlung!



Im Juni dann, endlich konnten wir mit dem Neuaufbau beginnen. Ich habe immer mitgeholfen so gut es ging. Als uns dann unser junger Nachbar Kirk, (vom verkauften Grundstück) seine Hilfe anbot (er hat beruflich mit Häuserbau zu tun) waren wir sehr dankbar. 
Es ist unglaublich,  wirklich wie eine Fügung des Himmels, alles passte wunderbar und der Hausbau gedieh.


Als der Boden fertig war, haben Urs und ich mit dem "Framing" weitergemacht. Das war viel Abmessen und Zuschneiden. Damit komme ich in der Zwischenzeit ziemlich gut zurecht,  auch wenn wir alles in Inch und Fuss messen. In Kanada wird seit den 70ziger Jahre auch in Metric gelehrt, aber alle messen und reden immer in, und von Inch und Fuss (1 Fuss = 30.4 cm)


Um die Spanplatten an den Aussenwänden anzubringen kam uns Kirk wieder zu Hilfe. Urs hatte manchmal Mühe mit dem Arbeitstempo des jungen Mannes Schritt zu halten. Aber ich habe dann immer wieder Wasser oder einen Kaffee angeboten um sie zu einer Pause zu zwingen. Wir haben oft verglichen, um wie vieles einfacher es uns beim Bauen des Anbaues vor 15 Jahren doch ging. :-) 



Unglaublich wieviel Holz man da verbaut und das ist auch in Kanada nicht billig. 


Aber die unangenehmste Arbeit war dann doch das Isolieren aller Wände und der Decke. Oft musste ich die Isoliermatten auf ein Mass zuschneiden und das war mehr als Mühsam. Erstens juckt das Zeug auf der Haut und auch für die Atemwege ist es belastend....ich meine im Moment wo man damit arbeitet. Dieses neue Material soll ja nicht mehr so schlimm sein wie das von früher .....what ever!



So, jetzt ist das Haus eingepackt für den Winter und die Fenster sind auch montiert. Jetzt müssen noch die Türen die nach draussen führen eingepasst werden, dann sind wir vorerst sicher. Letzte Woche war der Elektriker jeden Tag da und hat alles verkabelt. Nächste Woche soll der Plumber (Sanitärinstallateur) kommen und dann wird das Badezimmer und die Küche am Wasser angeschlossen......es wird schon.....und es wird gut!



Urs hat mir anfang Oktober den alten Kochherd in die zukünftige Küche gestellt, so dass ich jetzt wieder im Haus kochen kann. Vorallem freue ich mich auf den sonst obligaten Sonntagszopf, der aber seit Abbruch des Trailers nicht mehr auf den Tisch kam. Meine neue Küche wird ende November installiert....hoffe ich. :-)
Schlafen tue ich immer noch im Wohnwagen, aber auch das ist nur noch eine Frage von ein paar Wochen......


.......und das ist der Kommentar von Urs zur ganzen Geschichte!!!!

Freitag der 13. und Vollmond

Mit dieser Konstellation kann es nur gut kommen, oder ?! Für uns war es ein guter Tag. Wir haben viel am Haus machen können....ich will ja schon bald wieder  einziehen....obschon....

Seit Anfang April schlafe ich nun im Wohnwagen der ausserhalb unseres Gartenzauns steht, ca 20 Meter vom Haus weg. Es macht mir nichts aus da allein zu schlafen, im Gegenteil ich schlafe wunderbar. Urs schläft mit den Hunden im Haus, im Wohnzimmer. Wenn ich also so um 22.00 Uhr mit meinem Licht rüber zum Wohnwagen gehe, schaue ich immer noch ein paar Minuten in den Sternenhimmel oder bewundere - wie heute Abend - den Vollmond.


Für den Blick in den Himmel bleibe ich immer innerhalb des Gartenzauns stehen. Es ist komisch, seit wir Umbauen ist unser Grundstück hinter dem Haus offen, der Zaun ist unterbrochen und doch gibt er mir Sicherheit. Darum lasse ich auch das Gartentor immer offen stehen ... warum? Weiss ich auch nicht. :-)
Heute Abend wo ich vor die Haustür trete um mich auf den Weg zu meinem Nachtlager zu machen, heulen ganz plötzlich ein paar Kojoten in die helle Nacht. Ich bleibe unschlüssig stehen...probiere herauszuhören wo und wie nah, sie sein könnten. Dann ist es wieder ganz ruhig. Ich nehme mein kleines Licht und gehe die kurze Strecke zum Gartentor, schaue noch ein Mal in den Mond und gerade als ich durch das Gartentor trete, heulen sie wieder los.
Mir stellen sich die Nackenhaare. Es ist schwer einzuschätzen wie nah sie wirklich sind, aber mich dünkt, sie sind bloss ein paar -zig Meter weiter oben im Busch. Mit schnellem Schritt gehe ich zum Wohnwagen, mache die Türe auf, schlüpfe schnell hinein und schliesse die Türe schnell hinter mir zu. Innen Licht an, aussen Licht aus und nun fühle ich mich wieder sicher.
Natürlich fragt mich Urs öfters:" Honey soll ich mit kommen?" Ich signalisiere dann mutig, dass das überhaupt nicht nötig wäre.....dieses kurze Stück.....werde ich doch noch allein gehen können!! Ja dann halt......

jetzt geht es los......

 Letzten Herbst haben wir unser Umbauprojekt mit dem Dach gestartet. Seit ein paar Wochen 
geht es nun weiter. Schon das Ausräumen des Trailers hat uns viel Zeit gebraucht, vorallem die Küche. All die Schränke leer machen und wegnehmen, alle Lampen runter..... und vorallem wohin mit all dem Zeug? Vieles habe ich in Kisten gepackt und mit dem Schubkarren in die Werkstatt runtergefahren. Da können sie bleiben bis ich sie irgendwann wieder brauche. Wenn sie mir nicht fehlen, dann bringe ich sie später zur Heilsarmee...
Umbauen ist schlimmer als etwas neu Bauen oder ganz Umziehen. Man wohnt ja noch da und immer sind die Sachen die man gerade brauchen würde, an einem anderen Ort.....aber wo?





Jetzt muss der kleine, alte Trailer weg. Das ist die schlimmste Arbeit die Urs bis jetzt machen musste. All die alte Isolation rausreissen, die Wände und Fenster müssen raus.....einfach alles.
Meine Kleider und die Küchensachen habe ich zum grösstenteil im Wohnwagen verstaut. Kochen und essen tun wir jetzt da und ich schlafe schon seit Ostermontag im Wohnwagen .... allein. Urs schläft mit den Hunden im Haus. Solange sie ihren gewohnten Schlafplatz benutzen können, (ich meine die Hunde!!!) ist es für alle einfacher. Mal sehen wie es weitergeht.....ich bin offen und muss flexibel bleiben......besser für mich! :-)



Das war mal mein Schlafzimmer......Jetzt ist wohl definitv zu spät, sollte ich meine Meinung zum Umbau wechseln!!



Urs ist jedenfalls voll Entschlossen.........das alte Zeug muss weg........



Auch nach dem Motto: Bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt!
Es wird schon.....sagt man doch so oder? :-)


Stress mit dem Buick



Mein Buick Jahrgang 2004, kaufte ich im März 2013.....ich liebe ihn und kann mich auf ihn verlassen, bis jetzt wenigstens.
Seit ein paar Monaten streikt ab und zu der Autocomputer. Den ersten Anfall bekam er, als ich auf einem Parkplatz in Creston stand und nach dem Einkaufen nach Hause fahren wollte. Am Armaturenbrett, blinkten abwechselnd alle Warnlampen auf, die der Computer hergibt und der Motor liess sich für eine Weile nicht starten. Verunsichert fuhr ich --- als er sich Starten liess ---  zur GM Garage, die nur ein paar hundert Meter entfernt war. 
Der Mechaniker kratzte sich am Kopf und meinte;"mmmm.....das muss der Computer sein, der hat einen Error oder Kurzschluss oder what ever!"
Da nichts am Motor falsch war, fuhr ich trotzdem die dreissig Kilometer nach Hause. Auf der Fahrt dahin, normalisierte sich auch mein Dashboard wieder und alles schien nur ein kurzes Intermezzo gewesen zu sein.
Trotzdem brachte ich den Buick ein paar Tage später zur Kontrolle in die Garage zurück. Nach Stunden, als ich ihn abholte, hatten sie keine Diganose für das Verhalten meines Buicks. So bekam er nur einen Oil Change und die Filter wurden ausgetauscht. Sie müssten mehr Zeit haben um die Ursache herauszufinden......aber es schien nicht dringend zu sein.
Meistens funktionierte ja alles richtig, wie es sein sollte und manchmal blinkten die Warnlichter auf das ich Tanken muss, ein Technischer Fehler sei, die Türen nicht richtig zu seien und so weiter. Aber die meiste Zeit, no Problem. So fuhr ich denn nach Banff, Canmore und zurück (900 km ) und es gab keinen einzigen An- oder Ausfall. 
Vor 3 Wochen häuften sich die Anfälle wieder und ich kam nicht drum herum für den Buick ein Appointment in der GM Garage in Cranbrook zu machen. Ich wählte extra Cranbrook, auch wenn ich jedes Mal eine Stunde hin und zurück fahren muss. Diese Garage ist grösser, besser eingerichtet und die Chancen rauszufinden was der Fehler sein könnte, viel grösser  als in Creston.......dachte ich!
Das Auto wurde also untersucht, und nach ein paar Stunden --- ich schlürmte derweilen im Shopping Center herum --- hatten sie eine Idee, was das Problem sein könnte.....eine Fehlzündung irgendwo.....aber der Computer sei nicht defekt. O.k. 
Ich fuhr wieder nach Hause mit einem neuen Termin für Anfang der nächsten Woche. 
Es sollte keine grosse Sache werden und mir wurde versprochen, dass ich auf mein Auto warten könnte. Das war denn auch so. Nach drei Stunden holte ich meinen Buick in der Garage ab und fuhr zum Einkaufen ---- ein paar hundert Meter, auf der anderen Seite vom Highway. Ich kam vom Einkaufen zurück, setzte mich in mein Auto und wollte Starten. Nichts rührte sich.....
Ich probierte und probierte um leicht frustriert aufzugeben und die Garage anzurufen. Der Mechaniker, der den Buick bearbeitet hatte kam, und nahm sich dem Problem an. Aber auch er wusste nicht wirklich was Sache ist. Aber plötzlich liess sich mein Buick starten......aber SO wollte ich die 85km nach Hause nicht wagen. Ich fuhr das Auto zurück zur Garage und gab die Schlüssel erneut an der Rezeption  ab. Sie würden mich dann anrufen......o.k.
Nun stand ich ohne Auto da und musste Urs anrufen, damit er mich in Cranbrook abholen kommt. Ich setzte mich fürs Warten und für einen Kaffee zu Tim Hortens. Urs wird mindestens eine Stunde brauchen und dann auch einen Kaffee trinken wollen......

Anderthalb Wochen später ein Anruf von der Garage:"Hello Örschela, your Buick is ready to go!!"
Super! Urs fuhr mich also wieder nach Cranbrook und wir holten mein gutes Stück in der Garage ab. Mir wurde genau erklärt was sie gemacht hätten und dass sie denken, dass es nun passt. Sie hätten ihn Probegefahren und mehrmals gestartet und immer hätte alles geklappt. Na also.....das klingt doch gut.
Auch ich konnte mein Auto problemlos starten und fuhr nun zum Tanken und Einkaufen mit Urs im Schlepptau. Als sich der Buick an der Tankstelle wieder ohne Probleme Starten liess, fuhr Urs schon mal nach Hause. Denn am Himmel türmten sich Gewitterwolken auf und unsere Hunde waren allein zuhause. Ich würde ja auch bald nachkommen, verprach ich.
Als ich vom Einkaufen zurück kam und starten wollte, machte dieses blöde Auto keinen Wank.
Also nicht schon wieder!!!!  Nur schön ruhig bleiben, vielleicht geht es ja doch......
Nein, es ging nicht! Wieder rief ich in der Garage an und war froh, dass --- weil es Freitag war --- dass überhaupt noch jemand da war. Der junge Mann kam und holte mich ab. Den Buick musste ich schwerzen Herzens auf dem Parkplatz zurücklassen. Der werde später abgeholt.
Was nun? Urs war unterwegs nach Hause......und ich brauche ein Auto!
In der Garage fühlte man doch ein bisschen "sorry" für mich und meine Situation, so organisierten sie mir einen Leihwagen. 


Mit diesem schnittigen Mazda, fuhr ich dann zwei Stunden später bei uns zuhause vor.
Es war sehr ungewohnt für mich, als man mir bei Budget einen Anhänger ohne Schlüssel in die Hand drückte. Damit öffnet man das Auto, aber starten lässt er sich mit einem Knopf! Also wir kommen vom Land.....wir starten unsere Autos immer noch mit Schlüssel und wir sitzen auch lieber etwas höher als fast auf dem Boden. Aber ich will nicht lästern, bin ich doch froh, dass ich ein Auto habe das überhaupt fährt!!!!!
Mein Buick wird nun doch einen neuen Computer bekommen und dann werden wir noch viele Jahre zusammen kutschieren.....hoffe ich!!



einen Ausflug in den Winter

 Dienstagmorgen fuhr ich bei etwas durchzogenem Wetter los, mein Ziel: Banff,  im Banff Nationalpark (Alberta). Diese Big Horn Sheeps ( Dickhorn Schafe) leben in Radium, mitten im Dorf.


Ich treffe sie jedes mal an, wenn ich bei Radium durchfahre. Nur ein einziges Mal habe ich keine Big Horn Schafe gesehen, als wir Besuch aus Holland hatten und ich diese Attraktion zum Voraus versprach. An diesem Tag war kein Tier zu sehen, nichts!

Meine Lieblingsroute durch den Kootenay Nationl Park und dann auf der Alberta Seite durch den Banff National Park war zu früh um Bären anzutreffen. Der Löwenzahn ist gerade erst am Wachsen. Ausser ein paar Rehe, habe ich nichts gesehen.....ich meine an Tieren. Trotzdem, mir gefällt diese Strecke extrem. Durch die Rocky Mountains zu fahren, ist jedes Mal ein Erlebnis.



Fährt man durch die National Parks muss man nur bezahlen, wenn man im Park bleiben will, so wie ich, Übernachten in Banff. Es ist nicht teuer, ein Fahrzeug und 1 Person 8.-- Dollar.
Die Strasse ist grösstenteils sehr gut und die Rastplätze sind sauber und mit Bänken und Tischen versehen. Von Creston nach Banff sind es knapp 400 Km, also keine grosse Sache, wenn kein Mensch auf der Strasse ist. :-)



Brandwunden vom letzten Sommer. Im Park brennt es jedes Jahr, die Feuerwehr greift nicht ein, solange der Highway nicht betroffen ist. Letzten Sommer brannte ein grosses Stück bis an die Strasse und darum wurde gelöscht.


Hier kann man sehr schön sehen, sie sich ein paar Jahre nach dem Brand, der Wald erneuert....



Das ist der Columbia River. Auch hier gibt es Tische zum Pick Nick machen und verweilen, wenn man unterwegs ist. Man muss sich nur die Zeit nehmen......



In Banff hatte ich mir ein Hotelzimmer reserviert. Denn trotz immer noch winterlichen Verhältnissen, waren die Asiatischen Touristen schon voll da. :-) Viele junge Menschen waren noch mit Skis und Snowboards unterwegs.
Am Abend gab es dann auch einen Schneesturm, dass ich mir schon überlegte, noch eine Nacht zu bleiben, wenn die Strassenverhältnisse zu schlecht wären. 
Aber so schlimm wurde es dann nicht. Als ich mein Abendessen eingenommen hatte....es gabe eine Lasagne in einem italienischen Restaurant und einem guten Glas Rotwein dazu....man muss die Feste feiern wie sie fallen right?.....war das Gröbste schon wieder vorbei.


Am Mittwochmorgen war es zwar verschneit, aber ich wagte den Heimweg trotzdem. Ich wollte mir einfach genug Zeit nehmen.



So gondelte ich auf den menschenleeren Strassen durch den Park....hielt mal da und stoppte Mal there :-) Ich fahre sehr gern Auto und unter diesen Umständen, einfach nur schön.....



Auch wenn die Natur noch karg war, diese Creeks, Wasserläufe und Schluchten haben schon etwas besonderes......Unkontrolliert und wild sind sie zu dieser Jahrezeit......



Zurück in Radium Hot Springs.....mein Buick hatte es wieder Mal geschafft! Nicht selbstverständlich, hat er doch schon 15 Jahre auf dem Buckel.

Meine Osterwanderung in Bilder.....

Schöne Ostertage wünscht man sich überall und die Frage:"Was macht ihr denn über Ostern?" Ja, was mach ich denn an Ostern? Mmm.....kommt auf das Wetter an.
Heute am Ostersonntag war es wunderschönes, sonniges Wetter und so machte ich - was ich fast jeden Tag mache; - ich gehe mit meinen Mädchen auf einen Walk, heute nennen wir es einfach Osterwanderung. :-) 

Ich weiss, ich habe in meinen beiden Blogs schon sooooo viele Bilder von meinen Wanderungen über den Berg gepostet. Trotzdem, ich werde nie müde euch zu erzählen wie es uns ergangen ist und wie es ausgesehen hatte.  :-)




Dieses Bild sah beim Fotografieren richtig aus, aber jetzt, wenn ich ehrlich bin, ist es ein bisschen unklar, was, wo ist :-) Es  zeigt das Biotop, weiter oben auf dem Berg.....im Moment ist es randvoll mit Wasser und die Kanada Gänse sind gelandet. Aber durch Manus Gebell, war Grossaufbruch angesagt.....keine Chance zum Fotografieren. Aber heute und vorallem so weit oben im Busch, lasse ich sie bellen, so können alle Vierbeiner hören, dass wir kommen :-)
Wir haben dann auch ausser den Überresten von einem toten Hirsch, nichts gesehen.



Die anderen Beine waren im Umkreis von 4-5 m ausgelegt. Solche Knochen findet man öfters und auch die Hunde bringen manchmal Knochen aus dem Busch nach Hause.



Hier auf dieser Landing haben wir uns einen Moment hingesetzt und Pause gemacht, und einen Cornflex - Riegel geteilt. Wasser für die Hunde gibt es jetzt noch überall......und ich musste halt warten :-)


Dann ging es weiter.....ein bisschen höher wollen wir noch gehen...... da wo man freie Sicht über das Valley hat.



Auf dem Weg sehe immer wieder Baumstrunke, ich liebe diese verwetterten Baumresten......



Hier haben wir unser Ziel erreicht, hier werden wir sitzen, die Aussicht, die Ruhe und die Wärme der Sonne geniessen, bevor wir uns auf den Heimweg machen.




Was für eine tolle Wanderung wir gemacht haben, ohne unser Grundstück verlassen zu haben :-)



Unterdessen hatte Urs ein paar provisorische Stufen zum Ausprobieren gemacht. Chica mag die schmalen Stufen zum Wohnwagen nicht und wollte pardoux nicht reinkommen.
Wenn diese Art sich besser bewährt, dann können wir uns eine Alternative überlegen ......

.....als wäre es mein letzter!


Heute Morgen habe ich den Spruch gelesen: 
"Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter."


Diese Worte nahm ich dann mit auf meinen morgendlichen Walk mit den Hunden.  Ich dachte darüber nach, was ich denn machen würde, wenn ich wüsste, dass es mein letzter wäre?
Was macht man denn an so einem Tag? Gibt es etwas besonders wertvolles? Bestimmt ist das von Mensch zu Mensch verschieden.



Während ich in Gedanken bin, kommt Chica auf mich zugelaufen und bettelte für einen Gutz. Sie brachte mich mit ihrer Schneenase zum Lachen......ich bin glücklich. Wir laufen weiter, es ist kalt aber die Sonne scheint und es ist schön sie auf meinem Gesicht zu spüren. Einen Moment schliesse ich die Augen und höre auf die Stille die mich umgibt......sie macht mich dankbar und glücklich.......



Wir laufen weiter und mir fällt auf, dass die Hirsche die Büsche schon recht kurz abgebissen haben. Sie sind richtig ausgefranst. Als ich das, das erste Mal gesehen habe dachte ich bei mir, dass diese Büsche sicher kaputt gehen und den Winter nicht überleben werden, so drangsaliert wie die aussehen. Aber sie blühen jedes Frühjahr wieder neu, sind dazu da, um den Rehen und Hirsche als Winternahrung zu dienen. Wie gut doch die Natur eingerichtet ist...... und wie dankbar bin ich, dass ich hier leben darf und gesund bin, damit ich jeden Tag über den Berg wandern kann. 



Eine gute Stunde waren wir heute bei mins 10° Grad  unterwegs......und es sind nur noch ein paar hundert Meter bis zum Haus. 
Eine Antwort auf die Frage, was ich tun würde, wenn ich wüsste es wäre mein letzter Tag.....habe ich gefunden......
Ich würde wohl für einen Walk gehen so wie heute......so wie gestern und so wie morgen.