Konferenz der Kleinsten

eigentlich bewundere ich die Dynamik dieser kleinen Eindringlinge aber Asyl in meinem Küchenschrank......nein das ging mir doch zu weit.
Woher sie kommen und wohin sie gehen? Schwer zu sagen. Plötzlich sind sie einfach da. Suchen sich den kürzesten Weg zum Honigglas, Zuckerdose, Knäckebrot oder was immer ihnen gerade wichtig ist. Sie sind bloss 2-3 Millimeter lang aber sehr aufdringlich und hartnäckig. Sorry, aber ich habe ihnen dann diesen Cocktail serviert.....bloss einen Tropfen und der Spuk war in Kürze vorbei.

wieder bluehen die Heckenrosen


dieses Jahr ist alles ein bisschen später. Kein Wunder denn am 10. Juni hat es den ganzen Morgen in dicken Flocken geschneit. Jetzt aber ist es sommerlich warm mit Temperaturen um die 25 Grad und es grünt und blüht wieder auf dem Berg und riechen tut es........ Im Moment sind die Heckenrosen sehr schön. Ich habe schon so viele Bilder gemacht von all den Blumen, die will eigentlich gar keiner mehr sehen ;-) Aber ich bekomme nicht genug davon. Immer wieder kommen neue dazu....der wilde Türkenbund, Honeysuckle, wilde Lupinen, Felder von Margeriten....all die Büsche und Bäume.....die Augen und die Sinne werden so verwöhnt in dieser Jahreszeit.
Wieder einmal möchte ich sagen wie dankbar ich bin, hier zu leben! ;-)

Mitbewohner


Das ist nicht unser neuer Hund......
.....obschon er --- oder sie --- mit seinen Kumpanen auf dem Sunny - Hill lebt.

Heute Morgen auf unserem Spaziergang mit Maite und Cindy, ist er uns Begegnet. Zuerst sass er (der Kojote) nur so da. Er liess sich auch durch mein Rufen nicht beeindrucken. Als er Cindy sah --- sie schlenderte durchs Gestrüpp --- fing er an zu jaeppen und gleichzeitig ging weiter oben ein Geheul los. Cindy und Maite sahen den Kojoten und rannten natürlich zu ihm hin.....von wegen "hier sind wir zuhause"!
Erst rannte er weg, dann drehte er sich um und nahm eine Kampfstellung ein. Das Geheul kam
immer näher und ich schrie immer lauter nach den Mädchen. Sie müssen wohl gespürt haben, dass sie nun besser zurück kommen. Wir sind mit schnellen Schritten den Berg runter, im Rücken immer noch das Geheul der uns folgenden Kojoten.
Für mich war es ein "deja vu" denn an genau der gleichen Stelle hatten wir die Begegnung mit dem Wolf der Gina dann so zugerichtet hatte, dass wir sie ein paar Monate später einschläfern mussten.



Meer, Sonne, Wind und Sand....

Am Atlantik in Frankreich
So sehr ich unseren Sunny - Hill liebe, die Berge, die Bäume und unser Kootenay Valley.....so sehr liebe ich es, am Meer zu sein. Diese unbeschreibliche Bläue des Wassers das fern am Horizont mit dem Blau des Himmels verschmilzt.....der Sand.....weiss und feinkörnig rinnt er durch die Finger oder nervt, weil er sich nie vollkommen aus den Schuhen und Kleidern raus schütteln lässt. Der Wind der manchmal ziemlich heftig durch die Dünen bläst.....das alles habe ich für zehn Tage sehr bewusst genossen und in mir aufgenommen.....wohl wissend, dass ich so schnell nicht wieder dahin zurück kehren kann.
Als ich noch in der Schweiz lebte, fuhren Martin, Christina und ich jedes Jahr nach Frankreich.
Erst in den Süden, dann für viele Jahre an den Atlantik, meistens in der Gegend um Biscarrosse. Damals fuhren wir mit dem Campingbus und Zelt. Ich habe immer gern Camping gemacht.
Jetzt im April, flogen Christina und ich von Genf nach Bordeaux und mit dem Mietauto weiter nach Biscarrosse- Plage, wo wir uns ein kleines Haus mieteten. Ich bin dankbar für die erholsamen und wirklich schönen Tage die Christina und ich dort zusammen verbringen durften.

Winter Blues

....ich bin Maite und ich kann euch sagen.....


....heute kam ich kaum aus meinem Bett raus. Als ich mit einem Auge unter der Decke hervor blinzelte, da dachte ich nur: ohhhh nooooo!! Schon wieder kommt das weisse Zeug vom Himmel. Dabei konnte ich doch schon seit ein paar Tage nach dem Mittagessen meine Siesta draussen an der Sonne verbringen. Sogar mein Frauchen hatte es sich auf einem Stuhl neben mir gemütlich gemacht. Sie streichelt mich dann und sagt dabei: Gell Maite, das ist schön warm hier.......
und jetzt das! Dabei hat mein Frauchen gar keine der farbigen Lichter aufgehängt mmmm.......muss mit was anderem zusammenhängen. Immer wenn mein Frauchen diese bunten Lichter im Wohnzimmer aufhängt und es im Haus so gut riecht, dauert es nicht mehr lange und das weisse Zeug kommt vom Himmel. Schon eine ganze Weile sind die bunten Lichter wieder weggeräumt, aber das weisse Zeug liegt immer noch Meter hoch rum. Man hört gar nicht wenn es kommt, aber am Morgen wenn wir zum Laufen gehen, sinke ich tief ein. Am Anfang freute ich mich darüber, denn wenn ich los rannte, stiebt das weisse Zeug wie eine Wolke. Mein Frauchen freute sich dann und lachte und wir haben Spass. Manchmal gibt es sogar ein Guzzi nach dem Spielen.
Aber jetzt liegt das Zeug schon sooo lange und ich mag es eigentlich nicht mehr. Ich warte auf die Zeit wenn es warm wird und ich mich an der Sonne langstrecken kann......

Heute bin ich traurig

Gina (links) bei ihrem ersten Besuch bei uns....


Heute Morgen kam mir Ginas Halsband in die Hand.....es hängt immer noch an der Garderobe
wo es immer hing. So oft wollte ich es weg legen, bis jetzt habe ich es nicht gemacht.
Der 19. Februar......heute vor 6 Jahren kam Gina das erste mal zu uns zu Besuch. Zwei Tage später kam sie dann zu uns "for good" (oder halt für immer) ;-)

Mir schossen die Tränen in die Augen.....wie oft seit Juli 07 habe ich an Gina gedacht. Eigentlich war sie gar nicht sooo lange bei uns. Aber die Zeit mit ihr war so intensiv. Wenn ich nur daran denke wie oft sie ihre neue Freiheit bei uns ausnützen um auszureissen. Oft kamen sie --- Maite ging natürlich immer mit --- erst am nächsten Tag nach Hause. Müde mit blutenden Füssen und oft auch mit sonstigen Schrammen kamen sie jeweils an geschlichen. Aber immer kamen sie zusammen zurück. Wie oft bin ich über den Berg gegangen und habe nach den Beiden gesucht. Habe vor Wut und Angst geweint und war jedesmal erleichtert wenn sie nach Hause fanden ohne allzu grosse Wunden. Der längste Ausflug dauerte ganze vier Tage und es war Jagdzeit!

Ihr letzter "Ausflug" schaffte Gina im Spätherbst 06. Weil sie damals schon nicht mehr so gut zu Fuss war, fuhren Urs und ich mit dem Traktor den Berg hinauf um die Beiden zu suchen. Auf halber Höhe kam uns Maite humpelnd und mit hängender Zunge entgegen. Sie führte uns dann weiter nach Oben wo Gina erschöpft in einem Schlammloch lag um sich abzukühlen. Hätten wir sie nicht gefunden und mit dem Traktor nach Hause gebracht, es wäre wohl ihr Ende gewesen. Da oben wo der Busch dicht ist und selten einer hinkommt, haben wir schon verschiedentlich Wölfe, Bären und auch Cougars gesehen......
Ach unsere Gina.....sie musste so vieles nachholen......




Wir sprechen "Schwenglisch"


Ich fand es immer komisch wenn Menschen, kaum leben sie ein paar Jahre im Ausland, nicht mehr richtig ihre Muttersprache sprechen. So was könnte mir nie passieren! Wie habe ich mich doch getäuscht. Seit fast acht Jahren spreche ich nur noch Englisch, mit unseren Freunden Hochdeutsch und eben mit Urs Schwenglisch. Telefoniere ich mit Freunden aus der Schweiz, dann gebe ich mir grosse Mühe ja nicht zu "schwenglen".
Well.....das ist oft gar nicht so einfach.......ohhh Du weisst nicht was "Schwenglisch" ist? Hier ein Muster:
Urs: somehow suche ich meinen screwdriver......wo ist überhaupt meine toolbox?
Ursina: I don't know....wo deine tools sind. But ich habe sonst einen Schraubenzieher hier....
Urs: der geht nicht, I need a bigger one....ich gehe runter zum shop, maybee er ist dort.
Ursina: ich fahre mit Eileen to town für groceries.
Urs: mine as well wenn du nach Creston fährst, bring mir doch some tobacco please.......
und so weiter......
Urs lebt schon länger in Canada als er je in der Schweiz lebte. Die Jahre bevor wir uns kennen lernten, war er nicht mehr so oft mit Schweizern zusammen gewesen. Einfachheithalber (was für ein Wort!) habe ich die Wörter die Urs immer in Englisch sagt, auch übernommen. Manchmal habe ich das Gefühl, er ist mit meinem Berndeutsch etwas überfordert. Mir wird der (Sprach-)Aufenthalt in der Schweiz gut tun. Mich wieder mal in meiner Muttersprache zu unterhalten wird hoffentlich mein Sprachzentrum wieder ins Lot bringen ;-)

Die Siesta - Meditation


Normalerweise nutze ich den täglichen "walk" mit meinen Hunden, um auch einen kurzen Moment inne zu halten und mich beim lieben Gott dafür zu bedanken, dass es uns hier auf dem Sunny - Hill so gut geht, dass wir alles haben was wir brauchen und dass wir alle gesund sind.
In den letzten Tagen war es ziemlich kalt und es schneite auch wenn ich unterwegs war. So nahm ich mir vor, nach dem Lunch Zeit für meine kleine "Meditation" zu nehmen. Gedacht getan! Nach dem Lunch verzog ich mich in mein Zimmer, stellte leise Musik ein und legte mich auf den Futon. Nach ein paar Minuten hörte ich das leise Trippeln von Maite unserem Boxer. Sie suchte und fand mich! Entschlossen legte sie sich zu mir auf den Futon, Kopf auf meine Füsse. O.k. Ich probierte mich auf meinen Atem zu konzentrieren als Cindy unser Berner in mein Zimmer kam. Sie sah erst mich an, dann Maite um genauso entschlossen auf dem Futon Platz zu nehmen. Ganz nahe kuschelte sie sich an meine Seite und drückte mir dabei ihre feuchte Nase direkt ins Ohr. Sie seufzte tief und zufrieden und ich probierte mich erneut auf meinen Atem zu konzentrieren. Esther unser kleines Katzenmädchen wollte aber nicht allein bleiben und schloss sich uns an. Ein kleiner Platz an meiner anderen Seite war ja noch frei! So, endlich war Ruhe! Erneut nahm ich einen Anlauf und konzentrierte mich auf meinen Atem............Eine gute halbe Stunde später wachte ich auf, weil Maite so laut schnarchte. Ich hatte tief und fest geschlafen. Nemo unser Kater hat sich auch noch dazu geschlichen und lag zusammengerollt auf meinem Bauch. Was für eine schöne Siesta.

Was fuer ein Tag.....so schoen!

Tiffany und Aisha kommen sich ihren
Salat-Apfel-Karotten-Mix abholen.
Heute war wieder mal einer dieser Tage wo man einfach nur immer wieder sagt: so schön!
Wir haben sehr viel Schnee....pulvrig leicht knirscht er unter den Schuhen. Die Sonne scheint heute von einem blauen Himmel wie er blauer nicht sein könnte. Die Bäume sind voll weisser Kristalle die die Kälte jedesmal wieder neu zaubert. Ein kurzer Blick auf das Thermoter zeigt mir, dass ich mich heute für den "walk" mit den Hunden warm anziehen muss. Meine beiden Mädchen können kaum warten bis es endlich losgeht. Aber zuerst bekommen die Alpacas ihr Frühstück. Geduldig warten Maite und Cindy bis ich damit fertig bin. Urs hat die Strasse den Berg hinauf ein bisschen mit dem Traktor gepflügt.....wenigstens die ersten paar hundert Meter. Nach einer halben Stunde Marsch, ziehe ich meine Handschuhe aus. Trotz den 23 Grad minus ist mir warm geworden. Ich bleibe immer wieder stehen und sehe mich um. Wie wunderschön ist es doch hier, ich kann mich nicht satt sehen. Mir wird jedes mal das Herz ganz weit und ich fühle eine unendliche Dankbarkeit, dass ich hier leben darf. Fast könnte ich vergessen, dass es nicht überall auf dieser Welt so friedlich ist. Um das Bild abzurunden tauchen plötzlich "meine" Hirsche auf. Auf ihrem Weg nach oben kann ich sie eine ganze Weile beobachten. Sie dampfen und aus ihren Nüstern kommen richtige Wolken. Ob Du es glaubst oder nicht, aber es gibt bestimmt keinen schöneren Fleck auf dieser Erde als unser Kootenay Valley......wenigstens für mich ;-)

Elchgeschichten......

Da habe ich doch in meiner letzten Geschichte geschrieben, dass ich in diesem Winter noch keinen Elch gesehen habe.......nur ihre Spuren.
Heute auf dem Spaziergang mit den Hunden, habe ich sie gesehen die Elchdame. Hochbeinig schlenderte sie durch den hohen Schnee. Sie war nicht soooo nah, aber ihr Anblick genügte, um meinen Herzschlag auf 180 zu beschleunigen. Was für ein Privileg...einem so grossen und stattlichen Tier in der freien Natur zu begegnen.
Den ersten Winter den ich in Kanada erlebte, wohnten wir in Creston und noch nicht auf unserem Sunny - Hill. Aber ich fuhr mit Maite fast jeden Nachmittag raus zum Laufen und um an der Sonne zu sein. Es war wie Dauerurlaub ;-)
Auf einer unserer Wanderungen durch den Schnee, machte Maite Bekanntschaft mit einer Moosekuh. Maite war noch sehr jung --- kein Jahr alt --- und unbeschwert. Ich hatte sie für einen kurzen Moment aus den Augenverloren. Als ich sie etwas abseits im Busch stehen sah, ging ich auch hin --- ich war genau so ein Grünschnabel :-) --- um zu sehen was Maite so interessantes gefunden hatte. Ich war nur noch ein paar Meter von Maite weg, als ich das Objekt der Neugier sah.
Eine Elchkuh stand nur ca 3 Meter von Maite entfernt und die Beiden sahen sich stumm an.
Plötzlich drehte sich die Elchkuh weg und verschwand im Busch.
Geschockt blieb ich noch eine weile stehen ....mein Herz klopfte zum zerspringen.
Ein anderes mal, wir wohnten nun auf dem Berg und Urs und ich sassen beim Abendessen unter den Bäumen, hörten wir Geräusche im Busch. Kurz darauf streckte eine Moosekuh ihren Kopf aus dem Gebüsch. Uns blieb fast der Bissen im Hals stecken und wir trauten uns kaum zu Atmen. Nur ein paar Meter von uns entfernt, kam diese Elchkuh mit zwei kleinen Kälbchen durch den Busch gestampft. Sie beschnupperten Sträucher, knapperten an den Bäumen und
verschwanden genau so wie sie auftauchten..... im Busch. Wir erzählen noch heute gerne von dem besonderen Erlebnis mit der Elchkuh und ihren Zwillingen.