Martha und der Frühling



Gestern habe ich beobachtet, dass Martha ständig versuchte in ihrem kleinen Trinkwasserbecken zu baden. Nach 3maligem auffüllen, suchte ich nach einer Lösung und stellte ihr kurzerhand ein provisorisches Badebecken zur Verfügung. Das Becken ist zwar auch klein, aber Martha genoss diese Ersatzbadewanne in vollen Zügen. Das erste Vollbad nach dem Winter.....



Danach streckte sie sich und spreitet ihre Flügel weit aus. Sie putzte bestimmt für 30 Minuten jede einzelne ihrer Federn. Martha hatte gestern einen guten Tag ;-)



Am Abend als ich noch einmal in den Stall ging um nach den Alpacas zu sehen, sah ich in der Ecke des Stalls ein Nest. Mein erster Gedanke war, dass die Katzen sich wohl hier zum Schlafen gelegt hatten. Ich fütterte die Alpacas, machte den Stall sauber und ging wieder raus. Als ich noch einmal zurück ging um das Wasser aufzufüllen, sah ich, dass Marhta am Nest rumzupfte. Fünf Minuten später sass Martha im Nest und liess sich auch von Scooter nicht wegscheuchen.
Ich hatte zwar erwartet, dass Martha im Frühling vielleicht Eier legen wird. Aber da ich überhaupt nicht weiss wie alt sie ist, war ich mir auch damit nicht so sicher.
Heute Morgen sah ich Martha schon früh grasen und sie kam auch hoch zum Haus. Dann wird es wohl noch nichts im Nest haben....dachte ich. Ich ging runter und sah, dass das Nest ganz mit Heut bedeckt ist. Vorsichtig schob ich das Heu beiseite und da lagen doch tatsächlich 6 weisse Eier drinn. Da wir ja keinen Ganter haben, sind die Eier auch nicht befruchtet und so nahm ich 4 aus dem Nest. Trotzdem freue ich mich, dass es Martha bei uns so gut geht, dass sie sich ein Nest gebaut und Eier gelegt hat. Letzten Sommer, als sie neu bei uns war, hat sie bloss ein Ei auf den nackten Boden gelegt.

Road kill......



Auf dem Weg zurück von Creston, gleich nach unserer Einfahrt sehe ich etwas am Strassenrand liegen. Im ersten Moment sah es aus wie ein Hund und ich fuhr ganz langsam an das Tier heran. Es war kein Hund, es war ein kleines Whith Tailed Deer. Es muss wohl ganz kurz vorher in ein Auto gesprungen sein, denn das Blut war noch ganz frisch. Ich fuhr nach Hause und sagte Urs was ich gesehen hatte. Er ging runter zur Highway um sich das Tier anzusehen. Sind die "Opfer" ganz frisch, kann man das Fleisch bedenkenlos verwenden. Urs brachte das Deer zu unserem Stall und telefonierte dann dem Wildhüter um den "road kill" zu melden. Ueberfahrene Tiere muss man dem Wildhüter melden und dann ist es meinstens auch o.k. wenn man das Fleisch der Tiere für sich nimmt.
Urs ist von Beruf Metzger und so hatte er mit ein paar Handgriffen das Reh aufgehängt, gehäutet und zerlegt.



Es war wirklich nur ein kleines Tier --- ich schätze vom letzten Sommer--- und es hatte noch nicht viel Fleisch auf den Knochen. Urs schnitt den Rücken, die Hinterschenkel und die Vorderschenkel für uns raus. Das Fleisch muss nun für 48 Stunden im Kühlschrank ruhen und dann wird das Fleisch zum Verbrauch zerschnitten. Es wird Rehpfeffer, Rehrücken, und ein Stück wie einen Gigot geben.
Die Leber bekommen die Hunde....



Den Rest vom Tier haben wir in einen Sack gepackt und ihn weiter oben auf dem Berg
für die Koyoten ausgelegt.
Dieses Erlebnis ist nicht besonders schön, aber halt Lebensnah...... so ist es und there is nothing wrong.....

Frühlingsboten


Martha ist happy, denn sie findet schon das erste Grünzeug auf dem Rasen. Auch im Gehege der Alpacas ist Frühling, aber eher unangenehm. Der ganze Boden ist aufgeweicht und ich musste die Tiere aussperren, sonst zertrampeln sie die kleinen Graspflanzen die schon aus dem Boden kommen. So müssen sie für ein paar Wochen mit einem kleineren Auslauf vorlieb nehmen.

Auch die Tulpen suchen ihren Weg durch die Tannäste. Nachts decke ich sie immer noch zu, weil wir doch immer noch Frost haben.

Cindy hat sich soweit gut erholt und die Narbe über dem Knie ist schon fast unsichtbar. Dadurches fällt mir immer schwerer sie an einem Ort ruhig zu halten.
Sie darf --- aber nur an der Leine --- schon kurze Spaziergänge machen.
Hauptsache......Cindy kann draussen liegen wie sich das für einen richtigen Hofhund gehört ;-)

Armi Cindy


Armi Cindy.....
gestern Nachmittag durften wir Cindy nach Hause holen. Cindy in unseren Truck (Pick-up) zu laden war gar nicht so einfach, obschon er 4 Türen hat. Das Problem war die Höhe....zum Aussteigen musste Urs sie dann runterheben. Cindy jammerte und ich stand daneben und sagte immer wieder: pass uf.....heb sorg.....ohhhh arms Baby....
Vorsichtig humpelte Cindy an der Leine durch die Terrassentür ins Wohnzimmer, damit sie nicht Treppen steigen oder mehr als nötig laufen muss.
Ich brachte ihre Decke durch die Haustüre rein und ging noch mal raus um eine Tasche zu holen. Als ich mich umdrehte, stand Cindy schon wieder schwanzwedelnd vor dem Haus und wartete auf mich. Nach dem Motto......vorne rein 4 Stufen hoch....durch die Küche, 4 Stufen runter und hinten wieder raus.
Das war eigentlich das was wir verhindern wollten. Aber Cindy wollte mich nicht mehr aus den Augen lassen und es war mein Fehler zu erwarten, dass sie sich einfach gleich so hinlegen würde.
So, nun ist unser Patient am Schlafen und liegt ruhig unter dem Tisch....solange ich auch da bin und sie mich sehen kann, klappt das ganz gut.....oder vor der Türe.....



Der Arzt hat "uns" (Cindy)4 Wochen Hausarrest verschrieben.....mal sehen wie wir das durchstehen wenn es ihr etwas besser geht.



Eine gut 10 cm lange Narbe hat Cindy über das linke Knie und 2 Pflaster gegen die Schmerzen. Es war ein Kreuzbandriss der operiert werden musste und es wird wohl eine ganze Weile dauern bis Cindy wieder 100% o.k. ist.

Frühling im Februar



unglaublich, es ist immer noch Februar und bei uns auf dem Sunny-Hill ist es Frühling. Schnee haben wir nur noch weiter oben und an schattiger Lage, ansonsten ist der Schnee weg und das Schmelzwasser fliesst den Berg runter wie sonst ende März anfang April.
Sogar die Frühlingszwiebeln die ich im Garten im Boden gelassen ,lugen schon 4 cm raus.
In der Blumenrabatte vor dem Haus habe ich schon mal vorsichtig unter die Tannenzweige geguckt.....tatsächlich.....da gucken die Tulpenköpfe auch schon aus dem Boden.
Nachts ist es zwar immer so um die 6-9 Grad minus, aber tagsüber sitze ich draussen an der Sonne und stricke, lese oder geniesse einen Kaffee und ich lasse mir die schon recht warmen Sonnenstrahlen auf's Gesicht scheinen.
Hoffentlich besinnt sich Petrus nicht nachträglich auf den kanadischen Winter und holt nach was er vergessen hat.

Weil wir durch die Subdivision eine neue Einfahrtstrasse bauen müssen, mussten kleinere Bäume, Büsche und sonstiges Gestrüpp gerodet werden. Alles was man nicht als Brennholz verwenden kann, wird mit dem Cat zu einem Haufen zusammengestossen und dann angezündet. Ist das Wetter gut, dann nutzen wir das grosse Feuer und braten eine Wurst.
Maite liebt einen solchen Lunch und wartet dann ganz ungeduldig bis die erste Wurst soweit ist.



Cindy kann leider bei unserem ersten Wurstbräteln nicht mit dabei sein, sie ist seit Montag 22. Februar im Tierspital, musste sich am Knie operieren lassen. Normalerweise
dauert der Klinikaufenthalt 3 Tage und wenn alles o.k. ist, dann können wir unsere Ciny wieder nach hause holen.
Maite vermisst ihren Buddy sehr. Sie frisst nicht, will nicht spazieren gehen und liegt nur traurig rum.
Maite kann ihr das alles dann erzählen und ich kann mir schon vorstellen wie Cindy darauf reagieren wird ;-)

jetzt gehöre ich dazu....


Well....ich weiss nicht wie andere darüber denken, aber ich finde, zwischen 55 und 59Jahren fällt man irgendwie überall dazwischen. Man ist nicht mehr jung genug um mit den Jungen mithalten zu können und doch ist man zu jung um bei den Alten akzeptiert zu werden.
Erst ab 60zig weiss man wieder wohin man gehört ;-)
Gestern habe ich diesen grossen Schritt nun gemacht, ich bin 60zig geworden!
Nun eröffnet sich mir eine komplett neue Welt....ja wirklich. Ich kann mir mit gutem Gewissen ein Seniorenmenue bestellen --- wenigsten hier in Kanada darf ich das ;-)
Ich werde mir ab heute auch das Nickerchen nach dem Essen erlauben.....ja ja darf ich nun. Ganz habe ich noch nicht begriffen was noch alles auf mich zukommen kann.
Aber ich bin zuversichtlich und werde positiv auf die kommenden Jahre schauen wo sich denn auch die sprichwörtliche Weisheit entwickelt sollte....wow.....
Heute Abend gehe ich erst mal wieder zu meiner Line Dancing Stunde wo ich dann probiere mit den Jüngeren Schritt zuhalten....obschon ich doch schon sechzig bin :-)

Was für ein Winter.....


es sind bloss noch 4 Grad plus! und der letzte Schnee tropft vom Dach.....
Seit ein paar Tagen regnet es statt zu schneien und wo sonst die Sonne von einem stahlblauen Himmel lacht, hängt jetzt der Nebel und dicke graue Wolken.
Die einzige die den milden Winter lieber hat als die Eiseskälte und den vielen Schnee, ist die Gans Martha. Zufrieden schnatternd setzt sie sich nach dem Fressen in die Pfützen um ihr Federkleid zu putzen.
Es ist mein 10. Winter hier in Creston, sowas gab es noch nicht.....
Zwar hatten wir schon 3x eine Kälteperiode wo es bis 29 Grad minus wurde.....das erste mal ende Oktober.
Der 100Jährige....ja sowas gibt es hier auch.....sagt für den Monat Februar sehr viel Schnee voraus. Ich könnte es auch kaum glauben, wenn dem nicht so wäre.
Im Februar sind in Vancouver die Olympischen Spiele.....da wollen wir doch einen guten Eindruck machen, you know.

happy new year




Wir vom Sunny-Hill
wünschen euch
ein friedliches und
gesundes neues Jahr.....

Der Grizzly




Der erste Schnee ist gefallen, aber es war noch nicht sehr kalt, als unser Nachbar Phil eines seiner Rinder schlachtete. Am späteren Nachmittag als er einen Moment vor das Haus trat, stockte ihm der Atem......nicht weit vom Haus stand ein Grizzly und hielt schnuppernd seine Nase in die Luft. Grizzlys haben einen ausgeprägte Geruchsinn und so blieb ihm die Schlachterei nicht verborgen. Schnell alarmierte Phil die Baer aware von Creston Valley, die auch innert kurzer Zeit bei ihm eintrafen.
Es gibt hier eine Gruppe Menschen, die Kümmern sich um solche Bären die zu nahe zu den Häuser kommen, studieren die die Distanzen die die Tiere zurück legen und so weiter.
Der Bär wurde betäubt und dann gewogen, vermessen und untersucht....sogar ein Halsband bekam der grosse boy bevor er wieder in die Freiheit entlassen wurde.

Letzen Mittwoch bin ich beim Spaziergang seinen Spuren begegnet. Sie sind gute 20cm
lang und man kann seine langen Krallen ganz deutlich im Schnee sehen. Ich habe dann einen anderen Weg genommen um ihm nicht zu begenen.
Gerne wäre ich bei der Action dabei gewesen, aber die Anwesenheit zu vieler Menschen erzeugen nur Stress und sind nicht erwünscht.

Der erste Schnee und schon Krise



Von Sonntag auf Montag war Schnee angesagt --- was auch für hier sehr früh ist. Als ich am Montagmorgen aufstand war tatsächlich alles weiss und es schneite in dicken Flocken. Die Reaktion meiner beiden Mädchen hätte unterschiedlicher nicht sein können. Während Maite eher zögernd ihre Pfoten in das kalte "Weiss" setzte, stürmte Cindy raus und wälzte sich mit Begeisterung erst drei, vier mal im frischen Schnee. Sie blieb auch gleich draussen liegen, während Maite gleich nach beenden des Geschäfts wieder in die warme Stube wollte.
Aber der erste Schnee brachte auch gleich einen Vorgeschmack auf das, was bei uns im Winter öfters passieren kann: Stromausfall! und zwar blieb der Power von Montagmittag 14.00 Uhr, bis Dienstagmorgen um 9.00 Uhr weg. Für solche Fälle haben wir einen Generator. Weil der aber so laut ist wenn er läuft, beschränken wir uns auf das Notwendigste.....wir brauchen ihn nur für den TV. ;-) Ja es stimmt, ohne TV sind Kanadier nur halbe Menschen....oder vielleicht nicht mal. Auf vieles kann er verzichten, aber nicht auf das Fernsehen!

Das erste mal habe ich die Power Companie um 15.00 Uhr angerufen um zu fragen, ob schon jemand gemeldet hat, dass wir hier zwischen Kitchener und Yahk keinen Strom haben. Das zweite mal rief ich etwa um 17.00 Uhr an um zu fragen ob sie schon was unternehmen konnten und abklären wie lange der Ausfall wohl dauern wird. Um diese Zeit konnte man mir noch nichts genaues sagen.....nur, dass es dauern wird! Als ich um 21.00 Uhr noch einmal anrief --- diese Nummer ist auch nacht's besetzt --- versicherte mir ein netter, verständnissvoller Mann, dass es bestimmt nicht mehr sooo lange dauern könne. Wir lachten noch als er sagte: Bestimmt wird bis zum Morgenkaffee alles wieder o.k sein.! Klar, bis dann ist der Power bestimmt wieder da......keine Zweifel.
Mit dieser Zuversicht ging ich um 22.00 Uhr ins Bett. Komisch, wenn man Strom hat, braucht man kein Licht zum Schlafen. Weiss man aber, dass da kein Licht ist, dann wacht man immer wieder auf um nachzusehen, ob es vielleicht schon wieder funktioniert.....das Licht!

Um 7.30 als ich aufstand, war der Strom immer noch nicht zurück. Ich also gleich wieder ans Telefon um zu fragen was denn eigentlich los sei zwischen Kitchener und Yahk. Der nette Mann von gestern Abend war abgelöst worden durch eine Frau, die nicht so recht wusste, wovon ich sprach. Auf meine Frage meinte sie: oh....you still have no power? I can take your name and phone number.
Geduldig erklärte ich ihr, dass sie meine Tel Nr. längst haben, weil ich schon zum
vierten mal anrufe. Nach Rücksprache mit jemandem aus dem Hintergrund, konnte sie mir dann die erfreuliche Mitteilung machen, dass es bestimmt nicht mehr soooo lange dauern würde.....was dann wirklich auch stimmte. Um 9.00 Uhr....schwupps.....all die vergessenen, angeknipsten Lampen leuchteten mit einem mal auf. Microwave, Kochherd und Kaffeemaschine alles blinkte wie in einem Cockpit. Aber ich war der dankbarste und glücklichste Mensch, denn nun gab es endlich einen Kaffee.
Beruhigt ging ich in den Stall und mit den Hunden auf den Walk, denn es war ein strahlend schöner Tag und meine kleine Welt wieder in Ordnung. In der Küche musste ich Ordnung machen, weil wir am Abend zuvor --- beim Licht der Taschenlampe --- nur das notwendigste aufgeräumt haben. Ich war gerade am Vorbereiten des Mittagessens als schwupp.... der Strom wieder wegblieb. Mir entfuhr ein Bärndütsches "Gopfridschtutz nid scho wieder! Kurz entschlossen zügelte ich meine Töpfe auf den Holzofen im Wohnzimmer um unseren Lunch fertig zu machen. Beim Essen kam ich mir vor, als hätte ich die halbe Welt überlistet. Etwa um 13.30 kam der Strom dann wieder zurück.


isch doch romantisch oder?