Ausgewandert!


Mit 51 Jahren bin ich (2001) vom Bernischen Seeland
(Schweiz), nach British Columbia, Kanada ausgewandert. Warum? Fast würde ich
sagen, es hat sich einfach ergeben, musste so sein. Manchmal habe ich das Gefühl,
das Schicksal hat ganz toll mitgeholfen. Urs und ich lernten uns in einem Internet Chatroom kennen.
In langen Chat-Nächten tauschten wir unsere Ideen aus, Träume vom etwas anderen Leben.
Bis wir zum Schluss kamen, es doch zusammen zu probieren. Aber wenn ein Partner in der Schweiz lebt und der andere in Kanada, dann ist das nicht so einfach.
Im September 2000 flog ich zum ersten Mal nach Kanada um Urs persönlich zu treffen und um einen ganz kleinen Teil von diesem unermesslich grossen und wunderschönen Land kennen zu lernen. Ich sah die Wälder, die unberührten Ufer der Flüsse, die so klar waren. Die verschneiten Rockies, Adler die im Winde segelten. Das alles hat mich tief beeindruckt, tat meiner Seele gut und es war einfach nur schön.
So beschloss ich, mein altes Leben aufzugeben und nach Kanada auszuwandern um mit Urs einen Traum zu verwirklichen; den Traum vom einfachen und freieren Leben! Allen die sich schon mal Gedanken zum Auswandern gemacht haben sei hier gesagt, so einfach wie sich diese Story nun liest, so einfach war es nicht. Nur so viel, wir kauften uns im Mai 2001 in der Nähe von Creston ein Grundstück, einen Berg, den wir Sunny-Hill nennen. Es kostete uns viel
körperliche Arbeit und so manche Entbehrung, nur damit wir überhaupt auf dem Grundstück leben konnten. Alles mussten wir von Grund auf bauen, denn es war nichts vorhanden. Kein Wasser, keine Elektrizität, keine richtige Zufahrt. Das Grundstück war in seinem natürlichen Zustand: Busch und Wald. Als Entschädigung dürfen wir in der freien Natur leben, bekommen Besuch von Hirschen und Rehen, Kojoten und auch Bären. Für nichts würde ich mein Leben hier eintauschen!
Im August 2015 ist mein Buch:
KANADA IST BÄRENSTARK publiziert worden. Es sind Geschichten über Begegnungen mit Menschen, über meine Tiere, von Kojoten und Bären,
aus unserem Alltag eben! :-)




Menschen auf dem Sunny-Hill

Menschen auf dem Sunny-Hill
Mein täglicher "walk" über den Berg...hier mit Pax (Maremma) und Maite ein Boxergirl

Winter auf dem Sunny - Hill

Winter auf dem Sunny - Hill
Winter auf dem Sunny - Hill

Unser Grufti.....



Was wir als "Grufti" bezeichnen, ist ein Platz auf unserem Sunny - Hill.
Ich erinnere mich noch gut an das komische Gefühl das mich beschlich, als ich diesen Platz zum ersten mal besuchte.
Es ist spannend unseren Berg zu erkunden. Oft wissen wir gar nicht, gehört das jetzt noch zu unserem Grundstück oder sind wir schon beim Nachbar. Es gibt keine richtig markierten Grenzen. Nur auf der Seite wo unser Grundstück an Staatliches Land stösst (Crown Land), sieht man die Grenze, weil Crown Land ist dichter Busch. Es würde keinen Sinn machen den ganzen Berg auszumessen. Es reicht, wenn wir ungefähr wissen wo die Grenzen liegen. Auf dem Berg hat es gute Wege wo man bequem laufen kann, weil vor vielen Jahren das Grundstück schon mal teilgerodet wurde. Irgendwo im obersten Viertel macht der Weg dann eine scharfe Biegung und es wird eng. Auf der einen Seite ist Crown Land wo man gar nicht durchsehen kann und auf der anderen Seite wurde die Erde wohl aufgeschichtet als die Logger den Weg machten.
Es ist wie eine Gasse. Dann, wenn man aus der Enge rauskommt, öffnet sich für den Besucher ein ganz kleines Valley und mitten drin ein kleiner See. Im Wasser stehen verwetterte, alte Moorbirken und von den toten Ästen hängen Moosschleier herab. Das Wasser ist etwa knietief und schwarz. Auf der einen Seite geht der Berg steil hoch und auf der anderen Seite läuft es sanft in einen bewaldeten Hügel. Es hat so was Mystisches, verwunschenes........Märchenhaftes.
Einmal als ich dort am kleinen See sass, war es totenstill, nicht mal ein Vogel zwitschert. Da war es mir richtig unheimlich. Dann wiederum im Frühling, als ich zum "Grufti" wanderte, war ein Froschkonzert so laut, als würden hunderte von Fröschen daran teilnehmen. Ende Juli trocknet das Biotop aus und es wachst hohes Sumpfgras wie man auf dem Bild sehen kann. Der Boden bleibt weich und moorig den ganzen Sommer über.
Es ist schon ein spezieller Platz, unser Grufti!

Bin wieder da!


Spazierweg auf dem Sunny - Hill.....

An alle die mich oder meine Geschichten vermissten haben einen lieben Gruss und ein Dankeschön. Jetzt bin ich wieder da und ich werde wieder regelmässig erzählen wie es uns auf dem Sunny - Hill geht.
In den 4 Wochen wo ich nicht schrieb, ist es Herbst geworden bei uns im Valley, eine sehr schöne und bunte Zeit. Die Temperaturen angenehm um die letzten Gartenarbeiten zu machen, Büsche aufbinden und Hecken zurückschneiden oder einfach nur bei einer Tasse Tee die Sonne geniessen. Man muss ja nicht pausenlos beschäftigt sein oder?
Wir durften auch lieben Besuch aus der Schweiz (Schwarzenburg BE) bei uns auf dem Sunny - Hill begrüssen. Leider hatte in dieser Zeit die Sonne Urlaub und unser Sunny - Hill überzeugte nur mit seinem Namen. Wir hatten trotzdem eine schöne Zeit und wir haben die Abwechslung genossen.
Urs arbeitet fleissig an seiner Werkstatt und macht nebenbei Feuerholz. Mein Job ist, das von Urs gespaltene Holz mit dem Traktor zum Haus zu fahren und schön ordentlich aufzuschichten. Schliesslich sollte die Holzbeige nicht gleich auseinanderfallen wenn eine unserer Katzen mit Schwung rauf oder runter springt. Begleitet werden wir immer von Cindy und Maite. Die beiden Alpacamädchen beobachten das Treiben und das Hin und Her mit aufmerksamen Blicken.
Mit dem Spinnen bin ich noch nicht so erfolgreich wie ich das gern wäre. Obschon ich voller Ungeduld auf die Hilfe meiner "Yarn twister Ladies" warte. Mein kleines Spinnrad entwickelt gewisse Tücken die ich als Anfänger noch nicht allein lösen kann. Aber kommt Zeit, kommt Rat.
Leider haben wir unseren Katzenbub Peter verloren. Er ist einfach nicht mehr nach Hause zurück gekommen. Ich schritt die Highway ab, ging über den Berg, sah überall nach wo ich wusste, dass die Büsi sich gern da aufhalten......nichts.
Oft kommen die Kojoties so nah zum Haus....ich habe auch viele Häufchen gesehen auf unserem Weg wo ich immer mit den Hunden zum Laufen gehe. Selten kann man Kojoten wirklich sehen. Aber man sieht ihre Spuren und Hinterlassenschaft. Es kann auch sein, dass ein Raubvogel in genommen hat.....wer weiss.
Das ist der Lauf des Lebens wenn man in der Natur lebt.